Re: Username mit Umlaute?

Datumsansicht Baumansicht Betreffansicht Attachement-Sicht

From: Christian Weisgerber (naddy_at_mips.rhein-neckar.de)
Date: 05. Jul 1999


Mark Seuffert Pirates <captain_at_pirate.de> wrote:

> gibt es Gründe im Usernamen keine deutschen Umlaute zu verwenden,
> auch wenn man den Usernamen _NUR_ im lokalen System verwendet?

Das sagen sie alle. Und dann stehen sie auf dem LinuxTag vor mir:
"'Tschuldigung, ich hätte da eine Frage zu einem Problem...".

Ein triftiger Punkt, der dir wahrscheinlich zu philosophisch ist, ist
der, dass es keine Möglichkeit gibt, "deutsche Umlaute" in einen
Usernamen zu setzen. Du kannst nur 8-Bit-Zeichen einfügen, die je nach
verwendeter Locale irgendwas sind.

Im Netzbereich dürfte es noch allerlei Programme geben, die blind davon
ausgehen, dass der Username ASCII ist, und ihn direkt übernehmen, was
ggfs. in Folge gegen die Protokollspezifikationen verstößt.

> Vielleicht gibt es Programme die damit nicht klarkommen?

Denkbar, ne.
Da kann ich nur sagen: Wer sowas Abweichendes machen will, der soll das
eben ausprobieren.

> Zumindest 'login' und 'finger' haben mit deutschen Umlauten (äöüß)
> keine Probleme.

finger(1) auf Red Hat gibt keine 8-Bit-Zeichen aus. Darüber bin ich
gestolpert, als ich Meldungen von linuxfr.org abfingern wollte, und das
Ergebnis doch etwas merkwürdig aussah. Ich kann den Leuten nicht einmal
einen Vorwurf machen. Es gibt im Finger-Protokoll keine Möglichkeit,
festzulegen, was diese 8-Bit-Zeichen sein sollen. (Z.B.) KOI-8R auf ein
ISO-8859-1-Terminal zu pumpen wäre Unsinn.

Im Usernamen sehe ich auch keinen Bedarf für Sonderzeichen jenseits von
ASCII. Das ist schließlich nur ein Kürzel. Im GECOS-Feld ist das schon
anders, leider gilt dort dieselbe Problematik.

-- 
Christian "naddy" Weisgerber                  naddy_at_mips.rhein-neckar.de
    100+ SF Book Reviews: <URL:http://home.pages.de/~naddy/reviews/>


Datumsansicht Baumansicht Betreffansicht Attachement-Sicht

Dieses Archiv wurde generiert von hypermail 2.1.2 : 11. Mar 2002 CET