From: Raphael Becker (beckerra_at_rumms.uni-mannheim.de)
Date: 08. Feb 1999
Hallo *
Michael Lestinsky wrote:
>
> ----- Forwarded message from Dirk Hübner <Dirk.G.Huebner_at_wirtschaft.uni-giessen.de> -----
>
> Date: Sun, 07 Feb 1999 01:53:03 +0100
> From: Dirk Hübner <Dirk.G.Huebner_at_wirtschaft.uni-giessen.de>
> X-Mailer: Mozilla 4.5 [de]C-CCK-MCD QXW03208 (WinNT; I)
^^^^^^^^^
;-)
> To: michael_at_zaphod.rhein-neckar.de
> Subject: Gruß von der LUGG
forgewarded in die Mailinglste der UUGRN
> Hallo Michael,
> herzlichtste Grüsse von der LUGG
Gruß zurück
> Ich habe gerade mal von eurer IP gelesen. Kannst Du
> Erfahrungsberichte geben?
kommt weiter unten, zunächst mal die technischen Daten =)
> Wieviele Leute waren denn bei euch da?
Ich müßt´ jetzt lügen aber angemeldet waren 16 insgesamt waren es aber
doch ein paar mehr.
> Habt ihr Essen und Trinken gestellt?
Getränke wurden durch einen Getränkelieferanten geliefert. Ihr solltet
darauf achten (unbedingt!), daß Ihr die Möglichkeit habt volle Kästen
zurückzugeben. Und je nach Partycharakter mehr Alkohol (Licher Pils
gibt es doch bei Euch um die Ecke) oder eben mehr bleifreien
Kraftstoff (zB Cola, Wasser).
Zu essen gabs vom Pizzalieferanten (wenn schon Computer, dann
wenigstens auch was passendes zu essen), ich habe während der IP
Sammelbestellungen organisiert und dann ein 60x40 Blech von der Sorte
bestellt.
> Habt ihr nur über NFS installiert?
Größtenteils, d.h. ich weiß nicht, ob nicht der ein oder andere seine
CDs benutzt hat. Wir haben SuSE 6.0 installiert. Wie man das
NFS-"Medium" erzeugt kann ich Dir notfalls in einer getrennten mail
erklären.
> Wir machen am 06-03-99 auch ein, daher wären wir
> für Vorschläge sehr dankbar. Bei uns herrscht momentan
> ein wenig das Chaos ;-)
Hehe, das kenne ich, aber in 4 Wochen sollte man das noch hinbekommen.
´Mann sollte´ ein deutschsprachiges HOW-TO schreiben, also hier mal in
groben Zügen, was vorberietet werden sollte:
1) Die Räumlichkeiten.
Wir hatten für insgesamt rund 30 Leute einen Partyraum im
Studentenwohnheim zur Verfügung. Die Maße sind ca 12x25m² (mal ganz
frei geschätzt). Der Platz war ausreichend, sehr viel mehr Leute
hätten wir samt Technik nur schwer unterbringen können (siehe Tische
aufbauen).
2) Die Infrastruktur.
wir haben sehr großzügig mit 30 Computern und div anderen Geräten
gerechnet, daher brauchten wir eine Starkstromversorgung. Zum Glück
gab es im nahegelegenen Waschraum viele Starkstromanschlüsse. Mittels
380V --> 3x230V - Verteilern standen uns so 3x3600W zur Verfügung,
allerdings hätte die Überlastung eines Stromkreises zum Auslösen der
3-Phasensicherung geführt --> alles aus!
Außerdem hatten wir via Radio/Fernsehsteckdose einen Internetzugang
(siehe Netzwerktechnik)
Wichtig sind auch Toiletten :-)
3) Netzwerk.
Um halbwegs kollisionsfrei installieren zu können haben wir mehrere
SUB-NEtze gebildet. Der (mein) Server war zu diesem Zweck mit 4
Netzwerkkarten ausgerüstet:
100 MBit - Segement
10 MBit - Segment (TP über HUB)
10 MBit - Segment (BNC-Strang)
Tische aufbauen:
Gerade die sternförmige Struktur des TP-Setzes zwang uns dazu die
Tische im Kreis zu stellen, wobei der Innen-Radius ca 3m war. Schon
beim Eintreffen wurden die Leute nach Ihrem Netzwerkanschluß auf die
Plätze verteilt.
Die HUBs muß man sich auch irgendwohert ausleihen, wir hatten einen
16(??)-Port HUB 100 MBit, einen 24-Port HUB 10 MBit und noch einen
8-Port HUB 10 MBit.
Der Internetzugang ging über ein Kabelmodem, was anschlußtechnisch
genau das gleiche ist wie eine TP-Dose in der Wand und einer
statischen IP. Internetzugang bekamen alle SUB-Netze via Masquerading,
was gleichzeitig auch die angeschlossenen Rechner vor Atacken schützt
(jemand aus dem Studentenwohnheim hat versucht den Server mit
gefäschten Absender-Adressen zu flood-pingen, außer einer Netzlast hat
das allerdings nicht bewirkt).
Der Server braucht nicht all zu leistungsfähig zu sein.
CPU: AMD K5 133 MHz
RAM: 64 MB (EDO) ( da in denmeisten Fällen die Daten eh nur von der
Festplatte --> Netzwerk gehen, wird zwar gecached aber die Cache-Daten
werden nicht wiederverwendet --> Weniger Speicher geht auch.
HDD: 3 GB-IDE-Hardware-Raid(link) + 10 GB EIDE
Der Rechner war zu keiner Zeit nennenswert ausgelastet (load
durchgehend <1)
Die IP-Adressen wurden mittels "Paper-DHCP" (auch wenn das wenig
"dynamic" war)verteilt (es wurde eine Liste geführt, wer in welchem
Segment welche IP hatte). Hinterher habe ich auch rausgefunden,
welches RFC dafür zuständig ist: RFC2322 oder auch
"Wäscheklammer-DHCP". Das funktioniert so: Man kauft eine Stange
hölzerne Wäscheklammern. Je nach erwarteter Auslastung werden für
jedes SUB-Netz die möglichen Adressen der reihe nach auf die
aufgereihten Wäscheklammern geschrieben. Jeder, der seinen Rechner
aufbaut und ans Netz anschließt bekommt an sein Netzwerkkabel an der
Netzwerkkarte eine Wäscheklammer aufgesteckt. So vermeidet man
Doppelbelegungen und weiß vor Ort immer, welche IP der Rechner hat,
wenns irgendwelche Probleme gibt. Näheres steht im RFC.
4. Zeiten und "Programm"
Freitag 17:00 Uhr bis 24:00 Uhr (ich selbst bis 4:00)
Aufbauen der Tische, erste Tests mit dem Netzwerk, Server einrichten.
Hier braucht man nicht alle Leute allerdigs ein harter Kern ( >6
Leute) sollten da schon mithelfen.
Samstag ab 9:00 Uhr
Aufbauen "für alle"
ab 12:00
die ersten "Gäste" kommen und fangen im unvermeidlichen Chaos an ihre
Rechner aufzubauen (Klebeband zum Festkleben der Kabel am Boden und
Tischen ist das wichtigste Utensil!) Sinnvollerweise hat jeder sein
eigens Netzwerkkabel dabei :-)) oder auch nicht.
um 14:00 Uhr
der letzte ist gekommen und beginnt seinen Rechner aufzubauen, während
einige schon mal unter Windows(!!!) anfangen im Netz zu durfen (Linux
hatten die ja noch nicht).
14:30 Uhr endlich ist auc der Letzte mit einer IP versorgt (siehe
DHCP)
Beginn des "geordneten" Teils, Installation, Vorträge am Beamer etc
... das ganze ging mit Unterberechungen bis um 18:15 endlich die
Pizzen kamen (sinnvollerweise habe ich bei der AUfnahme der Bestellung
alle Namen aufgeschrieben, so konnten immer die jeweiligen Gruppen
zusammen die Finanzen direkt mit dem Lieferanten regeln ... sowas
zentral zu machen wäre ziemlich aufwendig).
Danach: gemütliches Pizzaessen und fröhliches Ausprobieren. Jetzt
konnten auch die "schweren Fälle" behandelt werden. Es wurden Kernel
gebacken und Zweitrechner installiert .... halt alles das, was man
vorher nicht hätte machen können.
Ich weiß nicht mehr, wann die letzten gegangen sind, aber es war
sicherlich weit nach Mitternacht.
5. Abbauen
Auch hier sollten möglichst viele Leute mithelfen, die Erfahrung zeigt
immer wieder, daß sonst immer die gleichen die Arbeit machen.
6. Nachbereitung
haben wir noch nicht gemacht, ist aber fast noch wichtiger als die
Vorbereitung, weil hier alle Probleme für das nöchste Mal festgehalten
werden, damit man die Fehler nicht ein zweites mal macht.
7. Zusätzliche Hinweise
schon lange vorher ein wenig Druck machen, damit die Vorbereitungen in
die Gänge kommen.
Bitte jeden darum soviele Kleinteile wie möglich mitzubringen (zB
Verteilersteckdosen, Verkängerungskabel, Netzwerkkabel (wichtig!!!)
und so weiter), denn an solchen Kleinigkeiten kann eine solche
Veranstaltung scheitern. Auch im Uni-Rechenzentrum sollte man
unbedingt anfragen, ob man nicht Hardware bekommen kann, bei uns gab
es da jedenfalls keine Probleme.
Und ganz wichtig (wurde von uns allen trotz mehrfachen Hinweisen
versäumt): Jeder muß seine Sachen irgendwie markieren.
Das allerwichtigste: Laßt Euch von allen eine schriftliche
Einwilligung geben, daß Ihr auf den Rechner installieren dürft und daß
Ihr keinerlei Verantwortung für verloren gegangene Daten übernehmt.
Noch viel wichtiger als das: Ihr seit in keiner weise für finanzielle
Schäden haftbar. Auf jeden Fall sollte das schriftlich laufen!
> Ihr seid natürlich herzlichst eingeladen!
Vielen Dank!
> Schliesslich ist Mannheim auch nicht so weit!
so rund 150 km schätze ich :-)
> Viele Grüsse
> Dirk
Viel Erfolg und wenns noch Fragen gibt, dann einfach fragen (P.S.
nicht in die Mailingliste, die ist nur für subscribte offen wegen
spamming und so).
Gruß
Raphael Becker
P.S. Es ist doch mal wieder länger geworden, als ich eigentlich
wollte. Naja ... solange niemand mit Vollquoting in der Liste darauf
antwortet geht es noch ;-)
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