Re: Kernel/Distrib auf Install-Party (war: Kernel auf Install-Party)

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From: Raphael Becker (beckerra_at_rumms.uni-mannheim.de)
Date: 28. Jan 1999


Hallo Welt!

Juergen Roethig wrote:
>
> Hallo Raphael, hallo Mark, hallo Welt ;-)
[...]
> > </werbung>
>
> Also ich meine, das ist etwas inkonsequent: einerseits willst Du den
> Leuten das neue, aktuelle geben (SuSE 6.0 statt 5.3), andererseits aber
> dann doch wieder moeglicherweise ein Auslaufmodell (Kernel 2.0.36 statt
> Kernel 2.2.x - ich weiss, dass es heisst und das wohl sogar aus Alan Cox
> Mund, dass auch der 2.0.x weiterentwickelt werden wird, aber irgendwie
> glaube ich nicht an die parallele Weiterentwicklung zweier teilweise
> doch recht unterschiedlicher Entwicklungslinien).

Ganz einfach: SuSE 6.0 ist mit 2.0.36 getestet und läuft soweit. Beim
2.2.0 muß man geringfügige Änderungen vornehmen und es gibt keinen
Support mehr von SuSE. Ich schrieb bewußt, daß ich den 2.2.0 als
Alternative vorstellen werde, diesen aber nicht weiter empfehlen
werde, auch wenn er zZ als User-Kernel gehandhabt wird. Auf der
Linux-Kernel-Liste habe ich (glaube ich) gestern etwas davon gelesen,
daß eine 2.0.37 geplant ist und die Hacker-Entwicklung noch nicht auf
den 2.3.0 umgestiegen ist. Daher werden wohl noch einige
Hacker-Patches für den 2.2.0 entwickelt werden, für einen Anfänger
durchaus nicht unbedingt zu empfehlen.
 
> Ich denke, wenn 6.0, dann auch 2.2.0 (sofern damit bereits jemand gute
> Erfahrung gemacht hat - wie gesagt, ich rede nicht einfach von 2.2 auf
> irgendeinem System, von Hand upgedated, getuned, angepasst, sondern von
> einer Standard-SuSE 6.0, nur eben mit 2.2.0 statt 2.0.36 versehen).

Habe ich so gemacht, läuft eigentlich ganz gut, man kann aber nur
schwer "zweigleisig fahren", weil zB die Devicenamen für den
Parallelport getauscht wurden (lp1 ist jetzt LPT2, lp0==LPT1, lp2 =
LPT3).
Man müßte sich von Hand eine Lösung bauen, die beim booten die
Kernelversion erkennt und daraufhin die entsprechenden Änderungen in
den Config-Files (hier: /etc/printcap) vornimmt, für pure Anfänger
ebenfalls etwas zu viel.

> Schliesslich gibt es ja durchaus attraktive Neuerungen im 2.2 (Video,
> Sound).

Da gebe ich Dir recht, das wäre das einzige Argument, aber eine
"Feuertaufe" unter Linux beginnt auf der Konsole und nicht mit
audio-visuellem Firlefanz :-)
 
> Ein Grund fuer eine 5.3 koennte dagegen das Existieren der
> "Basisversion" sein, also das Vorhandensein des kompletten
> Installations-Systems auf einer CD. Bei 6.0 muessen wir (bei
> Nicht-Netzwerk-Installation) eben doch mit CDs jonglieren, falls ein
> "falsches" Paket angewaehlt wird.

Ich glaube, das läßt sich machenn. Jochen wird aber "frische" und
originale SuSE-Pakete mitbringen und verkaufen, falls gewüscht. So
kann man den Leuten gleich das "wunerschöne" Handbuch zeigen. Wer das
nicht will, bekommt von mir die CDs eben kopiert und hat Pech gehabt
(ach ja, ich habe vorerst nur blaue Rohlinge, die laufen nicht
überall).
 
> Noch ein bisschen SuSE-Bashing wegen Deiner Bemerkung zum "kompetenten
> SuSE-Support" und "Verweis auf 6.0", wenn man 5.3 verwendet: Ich hatte
> (und habe) ein Problem, die 6.0 auf meinem Notebook UMSDOS-basiert zu
> installieren: weder a) Neu-Installation (war bei 5.3 vollkommen
> problemlos) noch b) Update der existierenden 5.3 funktionieren ("Auf
> Filesystem kann nicht geschrieben werden" bei "a" und "keine passende
> Partition vorhanden" bei "b"). Vollstaendige Antwort (bis auf "Vielen
> Dank" und "Gruss" gequoted) des SuSE-Supports auf eine ausfuehrliche
> Fehlerbeschreibung mit genauer Begruendung, warum UMSDOS: "Um mit Linux
> arbeiten zu koennen, sollten Sie das Filesystem wechseln -- UMSDOS ist
> eher zu Demonstrationszwecken geeignet. Standardmaessig wird ext2
> verwendet." Soviel zum "kompetenten Support"! Und schliesslich, nach
> einigen weiteren EMail-Wechseln: "Wenn Sie partout nicht von dem
> eingeschlagenen Weg abweichen wollen, so empfehle ich Ihnen Ihre Linux
> 5.3 Installation." Soviel bezueglich der Empfehlung fuer "SuSE 6.0"!

Naja, Dein Problem ist ja auch nicht unbedingt ein sehr oft gefragtes.
Ich meinte, daß der Support zur Zeit mit den spezifischen Problemen
der 6.0 vertraut ist und möglicherweise auf bekannte Fehler sehr
schnell reagieren kann.
 
> Achja, hat zu meinem Problem vielleicht jemand eine Idee? Die meinige
> war (habe ich auch als Vermutung gegenueber SuSE geaeussert, aber auf
> konkrete Fragen wurde immer nur mit Allgemeinplaetzen geantwortet), dass
> vielleicht der Boot-Kernel auf der CD kein UMSDOS kann, aber leider
> verstehe ich nicht so recht, wie ich mir eine Installationsdiskette mit
> anderem Kernel selbst erstellen kann (also nicht eine der vorgefertigten
> verwenden) ...

Ich würde folgendes probieren: Von einem bestehenden System eine
Bootdisk erstellen. Der Kernel sollte (zu mindest bei der 5.3) UMSDOS
unterstützen können, weil man
schließlich eine UMSDOS-Installation angeboten bekommt.
Ich habs zwar nicht probiert, aber IMHO sollte man mit der 5.3er
Bootdisk auch ein 6.0 System installieren können (ohne Gewähr!!)
 
> > Nicht zuletzt die neue glibc2 ermöglicht es den Leuten jetzt endlich
> > auch Red-Hat-Pakete (Binaries) zu installieren (ich habs zwar noch
> > nicht probiert, aber in diese Richtung sollten die Vorteile gehen).
>
> Gut, die glibc2 ist ein Argument, aber warum dann nicht auch 2.2.0,
> sofern ... (s.o.)?

Jaja, nicht immer alles auf einmal haben wollen :-)
 
> Gruss
>
> Juergen

Gruß
Raphael

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