chomsky, anarchie und dalheimer im "spiegel"

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From: Till Baumgaertel (tiba_at_rumms.uni-mannheim.de)
Date: 30. Dec 1998


hi zusammen,

wer den heise-newsticker regelmäßig verfolgt, hat vielleicht
die nachricht über die erste webschrift (statt einer
festschrift) zu noam chomskys 70. geburtstag wahrgenommen.

auf einen bestimmten beotrag möchte ich euch speziell
hinweisen, möglicherweise werden da dinge angesprochen, die
kalle dalheimer in seinem vortrag bzw. der diskussion laut
aktuellem "spiegel" vermisst hat (auszug aus dem artikel
unten).

http://mitpress.mit.edu/chomskydisc/q-and-a-fetch-
msg.tcl?msg_id=00002d

leseprobe:
"Anarchism is probably the most misunderstood political
philosophy currently extant. Nevertheless, this paper shall
argue that the anarchist ideal for social, political, and
economic organization is more than a justifiable and
obtainable goal-it is, in fact, a practical necessity for the
continued growth and existence of humanity. This case shall be
argued through an examination of some socioeconomic,
environmental, and ethical arguments for anarchism. I shall
also show, through examples, that the fundamentals of an
anarchist society, namely voluntary cooperation and initiative
already exist in our current social structure. However, before
any further discussion can occur, a clarification of the terms
"anarchism" and "anarchy" is required."

...jetzt noch schnell ein auszug aus dem spiegelartikel:

Im neuesten SPIEGEL (Nr. 53) vom 28.12.98
findet sich auf Seite 172 unter der Rubrik "Wissenschaft" ;-)
folgender Artikel: "Frische Bits vom Basar"
Sogar der von der Fachschaft (!!!)
mitfinanzierte Vortrag von Dallheimer an unserer Uni findet
Erwaehnung,
mit sehr ueberraschenden Kommentaren!!!

Auf Seite 173 ein Bild von Dallheimer mit Labtop und
ungeputzen Schuhen
und der Bildunterschrift: "Programmierer Dallheimer,
Leidenschaft nach
Feierabend"

Auszuege:
---
Tausende von Computerfans in aller Welt basteln, durch das
Internet
verbunden, an dem perfekten Betriebssystem. Auch ohne feste
Strukturen und
Hierachien hat die globale Programmierwerkstatt ein
professionelles System
hervorgebracht.

Ein Bauernhof in Schweden, das waers! Wenn Matthias Kalle
Dallheimer, 28, sich das ideale Leben ausmalt, traeumt er vo,
weiten Blick ueber karge Felder, von Landschaften, in denen der
nachbar einige Kilometer entfernt wohnt und das naechste Dorf
bestenalls ueber eine Kneipe und einen Baecker verfuegt.
Dort koennte er sich auf das konzentrieren, was fuer ihn
wichtig ist. "Auf Nachtleben stehe ich nicht so", meint er,
"alles, was ich brauche, ist eine Telefonleitung und eine
Steckdose".
Dallheimers Leiderschaft gilt der Software, Seinen
Lebensunterhalt
verdient der freiberufliche Programmierer vor den Toren
Hamburgs mit
Auftragsarbeiten fuer Firmen, als Uebersetzer und
Fachbuchautor, doch sein
wahrer Ehrgeiz erwacht nach dem selbstgewaehlten Feierabend:
Dann gerift
er in die Tasten, um wieder ein paar Zeilen Computercode zu
schreiben, die
das Betriebssystem Linux um neue Funktionen erweitern. ...
Anfang des
Monats hat ihn die Universitaet Mannheim zu einem Vortrag im
Rahmen der
Ringvorlesung "Utopien und gesellschaftliche Alternativen"
eingeladen.
Endlich, so freute er sich, haben auch die Akademiker dem
Mikrokosmos der
Linux-Manufaktur naeherer Erforschung fuer wuerdig befunden.
Doch die
Diskussion ueber selbst- und fremdbestimmte Arbeit, auf die er
sich
vorbereitet hatte, fand nicht statt. "Die meisten", stellte er
verwundert
fest, "wollten nur Tips, wie sie das Programm zum Laufen
bringen."

(Juergen Scriba)

cu
till

--
"Es ist wahr, ein Mathematiker, 
der nicht auch etwas Poet ist, 
wird nimmer ein vollkommener Mathematiker sein."
(Weierstrass in einem Brief an die Kovalevskaya)


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