From: Klaus Neubauer (klaus_at_momo.rhein-neckar.de)
Date: 07. Dec 1998
Felix <fbrenk_at_gmx.net> schrieb:
>
> BLINDFISCH: kde ist im Prinzip genauso anspruchsvoll mit der
> Hardware wie NT. Schließlich laufen die NT-Workstations an der Uni
> Mannheim sogar "nur" mit 32 MB RAM. Und die Linux-Workstations in
> der Heidelberger UB sind auch schon abgestürzt!!!
Soll das jetzt eine Diskussion sein oder eine Prügelei?
Beleidigungen sind wirklich unnötig...also zurück zur
Sachlichkeit.
Im Bürobetrieb mit Anwendungen wie Winword, Excel und Lotus Notes
erweisen sich 32 MB RAM als dürftig. Und welcher Rechner ist
noch nie abgestürzt?
> Du raffst einfach nicht, daß Linux in Bezug auf die
> Benutzeroberfläche einfach nix taugt.
...was sehr vom Anwender bzw. Anwendungszweck abhängt. Ein
kurzer Befehl ist einfach schneller getippt, als mit der Maus ein
Menü getroffen und der Befehl aus zig Untermenüs herausgesucht.
> [...] Und überhaupt: gibt es unter Linux
> irgendetwas, daß auch nur annähernd an die Windows-
> Registry/Systemsteuerung herankommt???
Uh, ich weiß nicht, ob man darauf stolz sein sollte... Was sich
da im Laufe der Zeit an Müll ansammelt - irgendwann muß man dann
den ganzen Kram neu installieren.
> > Bietet NT die moeglichkeit,
> > textbasierend ein dokument zu schreiben, und das dann
> > anschliessend sofort zum drucker zu schicken, und ein
> > hervorragend formatiertes dokument zu erhalten?
>
> Das interessiert mich eher weniger.
? Sollte das nicht das Ziel sein? Mit einfachsten Mitteln ein
gutes Dokument zu bekommen?
> [...] Ordentliches HTML
> beherrschen derzeit allerdings weder M$ noch Star Division [...]
Wozu brauche ich das denn? Um kleine Webseiten zu erstellen
reicht jeder Editor.
> Jetzt zähle ich Dir nur mal ein paar Dinge auf, an denen es mir
> unter Linux noch mangelt:
>
> 1. eine einheitliche + gut verständliche, objektorientierte
> Benutzeroberfläche ("Datei-Bearbeiten-Hilfe")
Unsere Anwender kämpfen gerade mit der Umstellung von Word 6 bzw.
Excel 5 nach Office 97. Mittlerweile kommt's mir vor wie im
Supermarkt: bei jeder Version werden die Befehle neu über die
Regale pardon Menüs verteilt.
> 2. eine ordentliche Registry + graphisch unterstützte
> Konfigurationstools (Stichwort: "Systemsteuerung")
Graphische Konfigurationstools gaukeln eine Scheineinfachheit
vor. Man kommt leichter in Versuchung, einen Befehl anzuklicken
und dann "autsch" zu rufen, weil's schiefgeht, als wenn man erst
nachlesen muß, wie die Syntax lautet und welche Auswirkungen das
Ganze hat. Abgesehen von der Sucherei, wenn man mit
verschiedenen Windows-Versionen zu tun hat.
> Insofern falsch, daß soffice 4.3 (noch) über keine brauchbare
> Datenbank verfügt. Aber im Prinzip sollte mir ein Office-Paket alle
> nötigen Hilfsmittel zur Verfügung stellen (ist bei M$ eigentlich
> auch der Fall).
Der Preisunterschied ist auch nicht gerade klein.
> Meine Literaturdatenbank (erstellt in Access, also mit Visual
> Basic) kann Daten aus den Standarddatenbanken (MLA, SOCIFILE etc.)
> einlesen und im HTML(!)-Format ausgeben, formatiert sowohl nach den
> DIN-Richtlinien als auch nach den Richtlinien der MLA (je nach
> Wunsch).
Wie lang war da die Einarbeitungszeit? Ähm, und was hat das
eigentlich mit dem OS zu tun?
> > Unter linux laed er sich kurz The Gimp
> > runter.
>
> sic! Ist halt nicht Bestandteil des "OS" :-)))
Seitwann ist MS Office Bestandteil des OS? NT Workstation allein
kostet <blätter> ca. 600,- DM, Office Standard 996,- DM. Da
bekomme ich für einen Bruchteil einen Berg Linux-Disketten mit
allem, was dazugehört.
> Daß ich so fit am PC bin, liegt letztlich nur
> daran, daß ich immer gezwungen war, mich selbst in die Materie
> einarbeiten zu müssen, weil es (auch für Windoof!) kaum geeignete
> Ansprechpartner gibt.
<läster> Wohl doch nicht so intuitiv benutzbar? </läster>
> [...] MS-DOS begonnen habe und mittlerweile unter NT arbeite, genauso
> lang, wie ich im Prinzip auch schon versuche, mir Linux nutzbar zu
> machen. Jetzt habe ich es wenigstens schon mal auf meinem Rechner
> installiert...
Oops, warum das denn? Wo Windows doch das allein seligmachende
ist? (sorry, couldn't resist)
> Seit wann ist DOS=NT??? Das ist doch genau der Unterschied zwischen
> NT und Windows 9x!!! Unter NT kannst Du einen Prozeß tatsächlich
> gezielt abschießen, sogar mit graphischer Unterstützung.
Grööhl. Auch mit Soundunterstützung?
> BTW: Kann es sein, daß Dein Mailer keine Umlaute beherrscht? Eine
> Schande für den gesamten nicht-angelsächsischen Sprachraum! 1998
> lasse ich mir jedenfalls meine kreative Schreibweise durch keinen
> Computer mehr einschränken...
Das ist eine Höflichkeit gegenüber Leuten, bei denen Umlaute als
Müll ankommen.
Bei dieser ganzen Debatte weiß ich nicht, ob ich weinen oder
lachen soll. Wenn man den PC einschließlich allem dazugehörenden
Kram als Werkzeug betrachtet, wird das alles unsinnig. "Mein
Schraubenzieher hat aber einen orangenen Griff und liegt viel
besser in der Hand!" oder so :)
Grüße,
Klaus
-- klaus_at_momo.rhein-neckar.de http://www.rhein-neckar.de/~momo/
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