Re: Install-Party: Linux sucks, NT rules ;-)

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From: Michael Lestinsky (michael_at_zaphod.rhein-neckar.de)
Date: 06. Dec 1998


Am 06. 12. '98 schrieb Felix Brenk:
> Am 5 Dec 98, um 22:29 schrieb forcer :

[Hardware]
> Schließlich ist Linux in
> dieser Beziehung noch weitaus mehr problematischer...

Aber warum? Eben weil sich kein (Ok, bis auch Ausnahmen) Hersteller
von Hardware "herablaesst" Linux-Treiber zu bauen. Das ist doch das
Problem, das sollte man angehen, anstatt rumzuheulen, "meine
Billig-isdn-Karte aus dem Aldi wird nicht unterstuetzt".

> > Und das mit dem "besser zu benutzen"
> > ist eine subjektive eigenschaft, wie moechtest du so etwas demonstrieren?
>
> Das kann man ganz objektiv zeigen,

Achja? woran? Ich finde die Win-GUI absoluten Muell! Wenn man nicht
mit der Tastatur (weil zum beispiel ueber Telnet,...) arbeiten kann,
dann ist es einfach Bockmist.
Mir egal von wievielen Jurys M$ dafuer Preise bekommen hat.

> wenn man etwa Konzepten wie
> "Kontextmenüs" oder "Formatvorlagen" auf den Grund geht.

Keine Ahnung wozu man das braucht. Was ist das ueberhaupt? Warum
heissen die ganzen netten Features in MS-Software mit jeder neuen
Version anders? Warum aendert sich das User-Interface mit jeder neuen
Versionsnummer? Warum kaufen alle Leute Software fuer viel Geld, die
kein bisschen an Stabilitaet mit sich bringt? Warum werden immer mehr
kaputte Feature eingebaut, die seit Word 2.0 vollkommen ueberfluessig
sind, weil sie kein Mensch braucht. Wozu braucht eine Textverarbeitung
(Tabellen|Grafik)-Funktionalitaet, wenn es dafuer gezielte Loesungen
gibt? Wieso braucht eine Tabellenkalkulation Grafikfeature, fuer die
es Praesentationsgrafik-Software gibt.
Jedes mal wenn ich mit Grace meine Plots fuer Versuchsausarbeitungen
erstelle, erblasst die ganze Excel-Fraktion um mich herum vor
Neid. Erst recht, wenn ich ihnen zeige wie schnell das ging. Und
natuerlich hatte ich die Werte vorher mit einer Tabellenkalkulation
erstellt, berechnet und anschliessend importiert.

Nach welchem Muster werden in der Windowswelt Versionsnummern
vergeben? Etwa mit jeder neuen Version eine neue Potenz?

> Von einer
> ordentlichen Dokumentation ganz zu schweigen...

Aeh? bei Windows? Wo? Ich kenne die MS-Handbuecher der OEM-Versionen
-> /dev/tonne

> > "Ich beweise dir jetzt, dass mein auto schoener ist als deins!"?
>
> "Ich beweise Dir, daß Linux überhaupt keine brauchbare
                                              ^^^^^^^^^^
> Benutzeroberfläche bietet!"
  ^^^^^^^^^^^^^^^^^^

definiere? Was heisst "brachbar"? Wie laesst sich das allgemeingueltig
feststellen?

[ ] du kennst Windowmaker,
[ ] du kennst Afterstep,
[ ] du kennst andere Windowmanager, die jeweils eigene Konzepte, Optik
    und eigenes Feel mitbringen, weshalb du dir einen installiert hast,
    der deinem Geschmack entsprach und du deshalb damit zufrieden warst.

> > >Gretchenfrage könnte zum Beispiel zunächst die Konfiguration einer
> > >Soundkarte oder eines Internetzugangs sein (beides nicht
> > >unproblematisch!)

pppconfig, was ist das problem.

> > Wiederum subjektiv und hardware-abhaengig.
>
> Das zeigt, daß Du offenbar gar keine Ahnung hast: Im Vergleich zu
> Windoof 95 ist die Installation einer Soundkarte sowohl unter NT als auch
                                                          ^^^^^^^^
> unter SuSE 5.3 bei weitem kein Kinderspiel!

Hast Du damit deine Gretchenfrage nicht selbst beantwortet? Ich musste
nur ein paar Parameter im Kernel einstellen, dann lief meine
Soundkarte. Mit der NT-Buechse meines Vaters habe ich 3 Wochen gekaempft.

> > >und dann am besten die Anfertigung einer
> > >wissenschaftlichen Arbeit, mit allem was dazu gehört: Termin- und
> > >Literaturverwaltung, Formelsatz, erstellen von Grafiken, einrichten und
> > >formatieren komplexer Dokumente. Dabei sollte man dann vielleicht

Das ist och auch unter Linux kein Problem mehr, es gibt ausreichend
Anwendungen fuer Linux.

> > Und im gegensatz zu Word will
> > LaTeX nicht den absoluten newbie ansprechen, der sich per trial-and-error
> > durch die menus tastet, sondern an den, der mal einen tag fuer das
> > erlernen aufbringt.
>
> Und dann arbeitet man sich am besten gleich weiter ein in Adabas oder
> TCL & Co... In der Zeit habe ich meine unter Windoof erstellte
> Examensarbeit wohl schon längst fertig abgegeben...

Aha, was hat das eine mit dem anderen zu tun? Willst Du etwa sagen, es
ist nicht moeglich innerhalb kuerzester Zeit einen Linuxrechner
hochzuziehen, und ganz gezielt damit eine bestimmte Aufgabe zu erfuellen?

Manchmal muss man Prioritaeten setzen. Wenn ich eine Examensarbeit
schreibe, dann brauche idR keinen Adabas dazu. Ich muss noch
nichteinmal TCL lernen. Ich klatsche LaTeX auf den Rechner und
beginne. nach kurzer Zeit bin ich fertig.
Oder muss man immer alle mitgelieferte Funktionalitaet ausnutzen, auch
wenn sie noch so sinnlos ist?

> Wie Du meinst! Wenn Du mich ernsthaft von Linux als brauchbare
> Benutzeroberfläche überzeugen willst, solltest Du eigentlich auch lieber
> noch eine Menge mehr Programmierarbeit leisten...

[ ] Du hast das Konzept freier Software verstanden.

Freie Software lebt vom mitmachen. Wenn *DU* ein Tool brauchst, dass
es bislang nicht gibt, dann schreib *DU* es. Oder bezahl einen
qualifizierten Programmierer, der es fuer dich tut.

Was ich auch kommentieren moechte war dein Studenten-Lizenz-Argument:
Bist Du sicher, dass eine Studentenlizenz von NT fuer 150.- mit dem
Lieferumfang einer Debian (auf deinem freundlichen FTP-Mirror um die Ecke)
mithalten kann? Bist Du sicher, dass die Inbetriebnahme von Software
unter NT genausoeinfach ist wie unter Linux?

In welchem Punkt ist die Konfiguration des Apache schwer? hier lief er
bereits nach einem "dpkg -i apache.deb", dass ich mit $EDITOR noch
einige Feinheiten tunen musste, ist klar, aber unter NT sicherlich
auch noetig, oder muss man da nichts umkonfigurieren (etwa alles
"Compile-Time-Options", die der Hersteller selbst festlegt? Darf er das?)

Was willst Du ueberhaupt? Du bekommst ein grossartiges Betriebssystem
geschenkt, das vielfaelltige Aufgaben erfuellen kann, und trotzdem
versuchst du es schlecht zu machen, weil es *dir* nicht gefaellt. Mir
doch egal, aber hoere bitte auf hier rumzutrollen.

Wenn Du nur einen Windowsersatz willst, bei dem alles anders ist, bei
dem du nichts lernen musst, dann bleib bitte bei NT. Sollte Linux
irgendwann ein Windowsersatz werden, dann schaue ich mir lieber andere
Betriebssysteme an. Windows braucht keinen "Ersatz", Windows ist
obsolet.

EOT.

Michael

-- 
Michael Lestinsky
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Neue EMail-Adresse: michael_at_zaphod.rhein-neckar.de
http://home.pages.de/~M.Lestinsky


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