From: forcer (forcer_at_mindless.com)
Date: 06. Dec 1998
On Sun, Dec 06, 1998 at 01:18:11PM +0100, Felix Brenk wrote:
>Am 5 Dec 98, um 22:29 schrieb forcer :
>
>> Das mit dem installieren ist sehr stark hardware-abhaengig, auf wie vielen
>> kisten moechtest du das probieren?
>
>Wie wäre es einfach mit identischer Hardware? Schließlich ist Linux in
>dieser Beziehung noch weitaus mehr problematischer...
Ok. Was nehmen wir? 386/16 mit 16M RAM?
Oder doch lieber meinen A4000?
Achso, auch etwas wo NT noch laeuft...
>> Und das mit dem "besser zu benutzen"
>> ist eine subjektive eigenschaft, wie moechtest du so etwas demonstrieren?
>
>Das kann man ganz objektiv zeigen, wenn man etwa Konzepten wie
>"Kontextmenüs" oder "Formatvorlagen" auf den Grund geht. Von einer
>ordentlichen Dokumentation ganz zu schweigen...
- Kontextmenus sind nicht immer sinnvoll
- Formatvorlagen sind nur eine weitere neuerfindung alter ideen, die schonmal
besser da waren
Du vergleichst aepfel mit birnen, schonmal aufgefallen?
Ich kann nicht von anderen ausgehen, ich muss von mir ausgehen.
Frage: Bietet NT mit moeglichst geringem aufwand eine vernuenftiges
command line user interface, dazu gehoeren intelligente shells ala bash,
IPC ueber pipes, eine reiche sammlung an nuetzlichen kleinen programmen,
und eine moeglichkeit, Scheme, Perl und C zu nutzen, um schnell tools zu
schreiben, die ich gerade benoetige?
Bietet NT die moeglichkeit, textbasierend ein dokument zu schreiben, und das
dann anschliessend sofort zum drucker zu schicken, und ein hervorragend
formatiertes dokument zu erhalten?
Das sind MEINE ganze subjektiven vorstellungen eines "besser zu benutzenden"
systems.
Deine moegen vollkommen verschieden sein. Ist dein gutes recht. Aber dennoch
kann man sowas nicht einfach "demonstrieren", da die anforderungen und
erwartungen zu unterschiedlich sind.
>> "Ich beweise dir jetzt, dass mein auto schoener ist als deins!"?
>
>"Ich beweise Dir, daß Linux überhaupt keine brauchbare
>Benutzeroberfläche bietet!"
Oder genau das gegenteil. Siehe oben.
Brauchbar ist sehr subjektiv.
>> >Gretchenfrage könnte zum Beispiel zunächst die Konfiguration einer
>> >Soundkarte oder eines Internetzugangs sein (beides nicht
>> >unproblematisch!)
>
>> Wiederum subjektiv und hardware-abhaengig.
>
>Das zeigt, daß Du offenbar gar keine Ahnung hast: Im Vergleich zu
>Windoof 95 ist die Installation einer Soundkarte sowohl unter NT als auch
>unter SuSE 5.3 bei weitem kein Kinderspiel!
Ah... interessant... also unter linux lief meine AWE64 PnP, deren treiber-CD
bei einem kleinen sturz meinerseits vernichtet wurde, auf anhieb. Unter windows
gar nicht. NT kenne ich nicht, da es waehrend und nach der installation
(NT4.0SP3) alle paar minuten abgestuertzt ist.
Aber ob das unter SuSE 5.3 ein kinderspiel ist weiss ich allerdings auch nicht,
hatte nie eine SuSE
>> >und dann am besten die Anfertigung einer
>> >wissenschaftlichen Arbeit, mit allem was dazu gehört: Termin- und
>> >Literaturverwaltung, Formelsatz, erstellen von Grafiken, einrichten und
>> >formatieren komplexer Dokumente. Dabei sollte man dann vielleicht
>> >zunächst ausgewiesene Rookies mit den betreffenden Aufgaben
>> >konfrontieren, und hinterher zwei Experten antreten lassen, die jeweils
>> >das letzte aus ihrem System herausholen...
>>
>> NT mit Word und Linux mit LaTeX, ja?
>
>Warum nicht! Ich dachte allerdings eher an Star Office. Schließlich geht es
>nicht nur um Textverabeitung, sondern auch um Organisation, Datenbank,
>Bildbearbeitung u.a.; "typische" studentische Anwendungen eben...
Dann war deine aufgabenstellung falsch.
Termin und literaturverwaltung wuerdest du wohl auch nicht mit Word machen,
und auch nicht mit soffice. Wenn du unter "Literaturverwaltung" das literatur-
verzeichnis am ende eines dokumentes meinst ist dies in LaTeX absolut simpel.
Aus "The Not So Short Introduction to LaTeX2e" (ueber TPAN zum download frei):
Partl \cite{pa} has proposed,
that ...
\begin{thebibliography}{99}
\bibitem{pa} H. Partl
German \TeX, TUGboat Vol. 9, No. 1 ('88)
\end{thebibliography}
Wird dargestellt als
Partl[1] has proposed, that...
BIBLIOGRAPHY
[1] H.Partl: German TeX, TUGboat Vol. 9, No. 1 ('88)
Wenn weitere items dazukommen, ob davor oder danach, wird die numerierung
richtig angepasst.
Bildbearbeitung will ich dich mal mit Word machen sehen... Dazu nimmt wohl
ein normalsterblicher Student paint, weil er sich Corel Draw oder Photoshop
nicht leisten kann.
Unter linux laed er sich kurz The Gimp runter.
>> Wiederum ist hier das ergebnis sehr subjektiv (das "schoenere" dokument,
>> gelle), und die wirkliche problematik kann an einem tag nicht ueberprueft
>> werden. Wie oft gehen mal kurz 20 seiten document in Word aus versehen weg
>> (20 von 200), ohne ersichtlichen grund?
>
>Ist mir in den letzten fünf Jahren noch nie passiert. Wie heißt es in den
>Microsoft-Garantiebestimmungen doch so schön zweideutig: "Wir
>schließen jede Haftung aus, die auf der Unfähgikeit beruht, unsere
>Produkte zu benutzen"!
Dir nicht, vielen aber anscheinend schon. Egal, es geht darum, was einem
persoenlich besser gefaellt. Diese installations-party soll nicht deine
geliebten NT-schaefchen weglocken, sie soll nur zeigen was es noch gibt.
Vielleicht gibt es noch mehr leute, denen Linux besser gefaellt.
Da steht garantiert keiner und droht mit ner AK-42, dass auch ja jeder
Linux mag.
>> Und im gegensatz zu Word will
>> LaTeX nicht den absoluten newbie ansprechen, der sich per trial-and-error
>> durch die menus tastet, sondern an den, der mal einen tag fuer das
>> erlernen aufbringt.
>
>Und dann arbeitet man sich am besten gleich weiter ein in Adabas oder
>TCL & Co... In der Zeit habe ich meine unter Windoof erstellte
>Examensarbeit wohl schon längst fertig abgegeben...
Wozu Adabas? SQL ist nicht so schwer, MySQL ist leicht zu installieren.
Aber wozu?
Tcl lernst du in zwei tagen.
Aber wozu?
Kannst du machen wenn es dich interessiert. Da es das offensichtlich nicht
tut, lass es.
Und dass du in dem einen tag, den ich oben erwaehnt habe, deine examensarbeit
laengst abgegeben hast, halte ich fuer ein geruecht.
>> Nein, NT ist kein UNIX-derivat, NT ist ein OS das auf VMS aufbaut,
>> und VMS != Unix. NT hat zwar ein POSIX-compliance interface, aber
>> wirkliches UNIX bekommt man von NT nicht.
>
>Konzepte wie "Services" oder "Prozesse" (welche man killen kann) kannte
>ich jedenfalls schon von Unix her (und NICHT von DOS), was mir den
>Umstieg auf NT deutlich vereinfacht hat...
Naja... DOS (CP/M und alle single-task OSe) waren so ziemlich die einzigen,
die keine prozesse die man killen kann kennt.
Daran UNIX-derivatibilitaet aufzuhaengen halte ich fuer etwas gewagt.
>> >Nehmt Ihr die Herausforderung an?
>>
>> Nein, ich jedenfalls nicht. Wieso sollten wir? Wenn dir NT gefaellt, bleib
>> dabei.
>
>Wie Du meinst! Wenn Du mich ernsthaft von Linux als brauchbare
>Benutzeroberfläche überzeugen willst, solltest Du eigentlich auch lieber
>noch eine Menge mehr Programmierarbeit leisten...
Wieso?
Hab ich *irgendwo* geschrieben dass ich dich von Linux als "brauchbare
Benutzeroberflaeche" ueberzeugen will?
Wie oben erwaehnt, die party soll wohl nur zeigen, dass es andere dinge gibt,
und einen leichten einstieg in eine komplett andere welt geben.
Viele wissen ja nicht einmal das.
Du willst, dass wir dir beweisen, dass Linux das besser Windows ist.
Ich fuer meinen teil habe diese behauptung nie aufgestellt, und finde sie
eigentlich geradezu lachhaft. Linux ist eine komplett andere welt, mit
anderen anspruechen und vorraussetzungen, und wesentlich mehr moeglichkeiten.
Die man aber nicht im click-und-guggdoof verfahren verwenden kann.
-forcer
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