Tipp: Dell PowerEdge T20

Autor: Christian Weisgerber <naddy_at_mips.inka.de>
Datum: Sat, 10 May 2014 21:38:10 +0000 (UTC)
Letzte Woche hat meine FreeBSD-Maschine angefangen, Auflösungs-
erscheinungen zu zeigen. "Unrecoverable machine check exception"
wegen "Northbridge CRC error" alle zehn Minuten ist nicht gut. Naja,
der Rechner ist über sechs Jahre alt, Zeit für Ersatz.

Da ich den Consumer-Dreck leid bin, wollte ich mir eigentlich einen
Komplettrechner aus dem unteren Workstationsegment kaufen. Modell
ausgesucht; im Heise-Preisvergleich einen vertrauenswürdig wirkenden
Händler gewählt, der sofort liefern kann (Jacob Elektronik); Zahlung
per PayPal. Platsch, Kreditkartentransaktion abgelehnt. Am nächsten
Tag ruft die Bank an. "Verdächtig", "zu Ihrer eigenen Sicherheit",
jaja. Neue Bestellung. Nach zwei Tagen kommentarlose Erstattung des
Kaufpreises, keine Reaktion auf E-Mail-Rückfrage. Neue Bestellung
bei anderem Händler (Notebooksektor). Kreditkartentransaktion
abgelehnt, bekanntes Spiel, wieder freischalten lassen. Am nächsten
Tag Telefonanruf. Nicht lieferbar, drei Wochen, Märchenstunde warum
das trotz sofortiger Lieferbarkeit im Onlineshop passiert sei. Ich
storniere.

Plan B. Ich brauche einfach nur irgendeinen Rechner zur Überbrückung,
das Allerbilligste. Bei meinem Standard-Versandhändler (Alternate)
stoße ich auf den Dell PowerEdge T20 als Minimalmodell für... nur
200 Euro? Der ist bei den Komplett-PCs eher falsch einsortiert. Es
ist ein Barebone mit Prozessor und Speicher, aber keine Laufwerke,
kein Betriebssystem, keine Tastatur/Maus. Passt. Ab Lager. Freitag
Nachmittag mit Expresslieferung bestellt, am Samstag Morgen ist das
Paket da. Na, das hat geklappt.

Wieviel Rechner bekommt man für 200 Euro?

Erstaunlich viel. Ich bin baff. Der Minitower ist ordentlich
verarbeitet, professionell aufgebaut, sehr wartungsfreundlich. Platz
für vier 3.5"-Laufwerke, die Kabel sind schon vorbereitet. Ich weiß
nicht, wo Dell da spart. Schnell die WD1500-Platte aus dem alten
Rechner eingebaut. Da ich für die Onboardgrafik erstens keinen
DP-DVI-Adapter habe und zweitens laut Wiki bei FreeBSD die Integration
des Grafiktreibers für Haswell noch aussteht, verfrachte ich auch
rasch noch die Radeon HD5450 in den neuen Rechner. Beim Dell geht
das alles ohne Schrauben. Eingeschaltet... läuft der schon?... oh,
da ist schon der FreeBSD-Bootloader. Alles läuft. 45 Watt im Leerlauf,
65 Watt unter Last (make -j2 buildworld). Der Rechner ist leise.

Die Maschine bootet so schnell wie ein Thinkpad. Im Netz findet man
dann auch ein Handbuch, wo steht, wie man ins BIOS kommt. Nicht
dass man da etwas einzustellen braucht. Das Einspielen eines
BIOS-Updates habe ich auch gleich durchexerziert. Die Dell-Website
und endlose veraltete Foren- und Wikiwälder lassen das ohne MS-Windows
schwierig erscheinen; tatsächlich kopiert man einfach die .exe-Datei
auf einen USB-Stick mit FAT-Dateisystem und benutzt das im BIOS
integrierte Update-Programm.

Für einen kleinen Server, ein NAS, oder wie bei mir rasch einen
Ersatzrechner ist der PowerEdge T20 ein sehr gutes Angebot. Schon
das Minimalmodell mit Pentium G3220 unterstützt ECC-Speicher und
zumindest mein Exemplar wurde auch mit solchem ausgeliefert.

Und ich bin immer noch erschüttert, dass das alles einfach schmerzlos
funktioniert.


PS: In c't 10/14 ist ein Test des T20 und vergleichbarer Rechner.
    Habe ich aber noch nicht gelesen.
-- 
Christian "naddy" Weisgerber                          naddy_at_mips.inka.de
-- 
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Empfangen am 10.05.2014

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