Re: Ergonomische Verzeichnisstruktur

Autor: Thomas Stiefel <tom_at_vtux.de>
Datum: Fri, 17 Jun 2011 13:56:57 +0200
Hallo zusammen,

ich habe die Diskussion interessiert verfolgt und sogar die Mail von 
Philipp damals bis zum Ende gelesen ;-)
Wirklich konstruktives konnte ich zu der eigentlich ursprünglichen Frage 
allerdings nicht beitragen und deshalb habe ich mich auch erst einmal 
raus gehalten.

Grundsätzlich ist das für mich eigentlich auch keine Frage der 
Ergonomie, sondern eher eine der Persönlichkeit. Jeder Mensch ist anders 
und hat auch ein anderes Verständnis für Ordnung oder eben auch das 
"geordnete Chaos" (allerdings: nur das das Genie beherrscht das Chaos 
^^). Man könnte auch sagen: Wer Ordnung schafft ist nur zu faul zum 
suchen ;-)
Der eine kommt eben mit der einen Struktur besser zu recht und der 
andere wiederum mit einer anderen Struktur. Entscheidend ist meiner 
Meinung nach auch nicht die Art der Ordnung (nur Verzeichnisse oder auch 
Dateien), sondern die logische Struktur der Ordnung, denn alleine davon 
hängt es ab, ob man etwas auch wieder findet oder nicht.

Was bringt mir eine noch so tolle Struktur, wenn darin niemand was 
findet und genau das ist in der Regel der Knackpunkt. Auch wenn die Form 
noch so genau festgelegt ist, so hat doch jeder eine andere Denkweise 
und legt seine Daten anders (logisch) strukturiert ab. Somit aucht er 
auch anders.

Jeder, der schon einmal in größeren Gruppen Daten abgelegt hat, der wird 
wissen was ich meine. Ein gutes Beispiel sind hier Installationsarchive, 
denn es gibt immer wieder Software, die mehrere Zwecke erfüllt und somit 
in mehrere Verzeichnisse abgelegt werden könnte.
Wo legt man jetzt beispielsweise einen Mediaplayer ab, der Audio und 
Video abspielen kann? Da gäbe es die Möglichkeiten 
../Multimedia/Audioplayer oder ../Multimedia/Videoplayer oder auch 
../Multimedia/Multiplayer. Wenn mehrere Leute dort Dateien ablegen, dann 
wird nach ein paar Monaten wohl in jedem der 3 Verzeichnisse der eine 
oder andere Player liegen und im Extremfall sogar derselbe in allen dreien.

Genau aus diesem Grund sind inzwischen die Tags wohl so beliebt, denn so 
kann man Daten oder Informationen an einem Ort ablegen, aber man kann 
sie mit verschieden Tags versehen, so dass diese dann auch von Personen 
mit unterschiedlicher Denkweise gefunden werden können. So können Daten 
auch in einer ganz flachen Hierarchie abgelegt werden und das im 
extremsten Fall sogar in einem einzigen Verzeichnis ohne irgendeine 
Struktur.
Diese Vorgehensweise setzt dann allerdings eine gute Indizierung der 
Daten inkl. Suchwerkzeug voraus.


Alexander Holler schrieb am 14.06.2011 23:01:
> Für alles Regeln haben zu wollen ist imho eine typisch deutsche Unart,
> die das Leben nach jahrhundertelangem Aufstellen von Regeln, zusammen
> mit einem fast nicht existentem Abschaffen von Regeln, in vielen
> Bereichen inzwischen fast unerträglich macht.
Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Es gibt sicherlich viele 
notwendige Grundregeln, die erst ein vernünftiges Miteinander 
ermöglichen, aber ich muss nicht alles bis ins kleinste Detail regeln. 
Denn das führt irgendwann nur dazu, dass die Individualität verloren 
geht und die Welt wäre doch langweilig, wenn wir alle gleich wären und 
gleich handelt würden.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Tom


-- 
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Empfangen am 17.06.2011

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