Re: [kensmith@freebsd.org: [FreeBSD-Announce] FreeBSD 7.3-RELEASE Available]

Autor: Raphael Becker <rabe_at_uugrn.org>
Datum: Sat, 27 Mar 2010 01:28:36 +0100
On Fri, Mar 26, 2010 at 04:09:23PM +0000, Christian Weisgerber wrote:
> Raphael Becker <rabe_at_uugrn.org> wrote:
> 
> > Die Hauptentwicklung von FreeBSD findet in 9-CURRENT statt, hier ist
> > sozusagen alles, was irgendwie zufällig erfolgreich durch den Compiler
> > gekommen ist.
> 
> Nein. So wird FreeBSD nicht entwickelt.

Stimmt, das war bewusst überspitzt dargestellt. Die wirkliche Spielwiese
für Code ist z.B. im Perforce, hier kann man im Grunde sicher sagen, dass 
man die Finger weglassen soll, wenn man nicht gerade selbst mit entwickelt
oder gezielt irgendwelche Dinge testen will. 

Commits in -CURRENT haben schon den Anspruch fehlerfrei sein zu wollen,
halbfertige Dinge kommen da nicht rein, oder sollten nicht.

Es kann allerdings vorkommen - und es passiert IMHO doch so oft, dass
man es gezielt beobachten muss, wenn man 9-CURRENT fährt - dass Code
in -CURRENT eingecheckt wird, der nur formal korrekt ist aber nicht in
jedem Fall getestet wurde. Das habe ich bei Hardware-Treibern schon
öfter gelesen, dass Entwickler Treiber entwickeln für die sie keine
Hardware zum testen haben sondern nur zB anhand von Spezifikationen und
Datenblättern Dinge implementieren. Oder dass bestimmte Änderungen nicht
auf auf anhieb allen TIER 1 Plattformen sauber funktionieren, einfach weil
der Entwickler zB keinen Zugriff auf ein entsprechendes System hat oder
nicht den erforderlichen Überblick über die Baustellen von Nebenan hat.

Natürlich gibt es style(9) und viele andere Qualitätskriterien jenseits
von "es hat kompiliert" oder "works for me", -CURRENT sollte man als
Nichtentwickler dennoch nur dann wirklich verwenden, wenn man genau 
weiss, was man da tut (oder wie man Ärger wieder loswird). Dazu gehört 
IMHO das aktive Mitlesen von svn-src-head_at_freebsd.org und 
freebsd-hackers_at_freebsd.org und das sichere Gefühl für Zeitpunkte, an 
denen man besser nicht auscheckt und kompiliert, weil gerade irgendwer 
an sehr zentralen Dingen entwickelt die gerade suboptimal auf die 
Stabilität des Systems einwirken.

In -CURRENT können sich auch Dinge ändern die API/ABI Inkompatiblitäten
bedeuten. idR liest man hier zuvor eine "HEADS UP"-Mail, in der solche
Dinge angekündigt werden. Wenn man alles ignoriert, die HEADS UP mails
sollte man in jedem Fall lesen.

Das -CURRENT ist kein Ponyhof.

Gruß
Raphael

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Empfangen am 27.03.2010

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