Re: Backupstrategie

Autor: Markus Hochholdinger <Markus_at_hochholdinger.net>
Datum: Wed, 24 Mar 2010 20:52:39 +0100
Hallo Lieblingsthread,

Am 28.01.2010 um 14:25 Uhr schrieb Markus Hochholdinger 
<Markus_at_hochholdinger.net>:
> Am 25.01.2010 um 18:17 Uhr schrieb Werner Holtfreter <Holtfreter_at_gmx.de>:
> > Am Freitag, 2009-01-23 18:19:35 schrieb Werner Holtfreter:
> > Aus gegebenem Anlass nun die Frage, wie sich ext4 als Hort einer
> > Hardlinkhölle verhält:
> > So schnell und vor allem speichersparend wie ReiserFS oder wird in
> > klassischer Weise für jeden Hardlink ein Inode (ich meine damit
> > eine nicht vernachlässigbar kleine Speichereinheit) vergeudet?
> ehrlich, ich habe keine Ahnung. Meine Produktiv-Maschinen können noch gar
> kein ext4!
> Aber, ich bin nun dabei ein Setup mit KVM zu evaluieren und dabei werde ich
> auch einen aktuellen Kernel testen und wenn ich das schon mache, dann kann
> ich da auch mal ext4 und btrfs fürs Backup testen. Ich werde berichten,
> wird aber bestimmt noch ein paar Wochen dauern bis ich da Ergebnisse
> habe...

hier mal mein Bericht zu ext4 und btrfs.

ext4:
Ich habe nun auf dem einen Server ext4 und auf dem anderen xfs. ext4 benötigt 
immer noch erheblich mehr Festplattenplatz als xfs für dieselbe Datenmenge, 
allerdings erheblich weniger als ext3! (Ich habe das Backup-Volume vorher 
natürlich mit mkfs.ext4 formatiert. Und gesichert wird natürlich täglich mit 
Hardlinks und rsync. Da es ein Test-System ist ändern sich da nicht so viele 
Daten wie bei einem Live-System.) Ich hatte trotz online resize keine 
Probleme mit ext4, allerdings haben mir andere Leute schon von Problemen mit 
ext4 berichtet. Für mich sehe ich spontan keinen Vorteil von ext4 gegenüber 
meinem derzeitigen Backup-Dateisystem xfs.
Für Live-Systeme bleibe ich aber erstmal bei ext3, die feste Blockgröße hat 
mir in schwierigen Fällen schon öfters geholfen, das würde ich mit ext4 
verlieren.

btrfs:
Ich zitiere mal: "aloha btrfs" 
(http://kitenet.net/~joey/blog/entry/aloha_btrfs/). Für mich hat btrfs mehr 
Ärger als Nutzen gehabt. Ich habe zwar mein Backup-Script leicht anpassen 
können so dass das Dateisystem bei Bedarf vergrößert wird und das hat auch 
funktioniert. Aber stabil war btrfs NICHT! Obwohl ich noch gar keine Features 
(z.B. Snapshots) benutzt habe, hatte ich andauernd irgendwelche fiesen 
Kernel-Meldungen. Sehr häufig hat es sich dann auf Read-Only gesetzt. Oder 
aber Prozesse (z.B. rsync) blieben hängen mit der Meldung dass 120 Sekunden 
langs nix passiert ist.
Hier habe ich als Fazit: Die Feature-Liste von btrfs ist echt toll, aber das 
Dateisystem muss erst noch eine Weile reifen.


Interessiert sich jemand für die Ergebnisse der KVM-Tests?


-- 
Gruß
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 Markus Hochholdinger
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aber Gott gibt mir den Quelltext nicht!                      (_/


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Empfangen am 24.03.2010

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