Re: Floppy-Problem

Autor: Raphael Becker <rabe_at_uugrn.org>
Datum: Tue, 10 Jun 2008 23:20:17 +0200
On Tue, Jun 10, 2008 at 10:10:21PM +0200, Werner Holtfreter wrote:
> Hallo,
> 
> mein Floppy-Laufwerk schreibt Dateien in genau 32KB-Häppchen mit
> dazwischen liegenden Pausen von gefühlten 20 s, in denen keine
> Kopfbewegung zu hören ist. (Bei Dateigrößen bis 32KB fällt die Sache 
> also kaum auf.) Das Leseverhalten ist einwandfrei.
> 
> - Log-Dateien unauffällig
> - Diskette getauscht (Markenware)
> - Laufwerk getauscht (auch gebraucht)
> - OS getauscht (Suse10.3 gegen Knoppix)
> 
> Problem verschwindet erst, wenn "sync" aus der fstab entfernt wird!
> 
> Was kann die Ursache sein?

Könnte an 2 Stellen zustande kommen:

a) Zugriff auf das Device
b) Zugriff auf das Filesystem

Wenn mountoptionen einen Unterschied darstellen, müsste es wohl das FS
sein. Die 20sec könnten ein sync-Intervall sein.

Teste mal auf einer ungemounteten aber formatierten Floppy Lese und
Schreibzugriffe:

$ dd if=/dev/fd0 of=/dev/null bs=1,2,4,8,16,32,64,128k und miss die Zeit

IIRC setzt das Floppylaufwerk ein Register, wenn eine Diskette entfernt
wurde bzw. neu eungelegt wurde. Das könnte im Cache Verwendung finden.
Deswegen zwischen jeden Test das Medium entfernen und neu einlegen (kurz
den Auswurfknopf drücken sollte reichen).

Schreibend ebenso auf eine leere Diskette:

$ dd if=/dev/zero of=/dev/fd0 bs=1,2,4,8,16,32,64,128k

... jeweils Zeit messen und dazwischen Medium ejecten. 

Das gleiche auf einer formatierten, gemounteten Diskette ausprobieren,
zwischen den Tests auch umount/eject/mount mit den jeweiligen Optionen
(sync oder nicht) und statt /dev/fd0 dann /mnt/floppy/bigfile verwenden

Ich denke, dass der schreibende Zugriff auf /dev/fd0 deutlich schneller
geht als der (ebenfalls) sequenzielle schreibende Zugriff auf eine große
Datei in /mnt/floppy/bigfile auf vfat.

Ab irgendeiner Blockgröße wird die Schreib/Lesegeschwindigkeit nicht
mehr weiter zunehmen, je nachdem, wie groß die Blöcke sind, die der
Treiber an den Controller loswird (inkl irgendwelcher Puffer). Die
Blockgröße ab der es nicht mehr schneller wird, kannst Du als optimal
ansehen. Diese optimale Blockgröße könnte bei raw/filesystem/sync
verschiedene Werte haben. 

Eine Messreihe könnte eine Interpretation zulassen, die genauer als
"gefühlte 20sec" ist.

Soweit ich mich noch erinnern kann war es von der Formatierung der
Disketten abhängig, wieviele Blöcke auf einmal geschieben werden
konnten, ich erinnere mich an bis zu 18kb/sec.

Disketten benchmarken ... Es war einmal vor 10 Jahren ;-)

Gruß
Raphael

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Empfangen am 10.06.2008

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