Backupstrategie

Autor: Werner Holtfreter <Holtfreter_at_gmx.de>
Datum: Tue, 27 May 2008 15:01:29 +0200
Hallo,

ich würde gern folgendes Konzept im Feuer eurer Kritik härten. Ziel 
ist ein Home-Office-Rechner unter Suse mit einer Backupstrategie, 
die die Datenintegrität von Papier übertrifft.

Der Rechner enthält zwei Rahmen für Wechselfestplatten. In einem 
steckt die System- und Datenplatte. In den anderen Rahmen wird 
mindestens einmal in der Woche und unmittelbar vor größeren 
Systemänderungen für kurze Zeit eine Backupplatte gesteckt, auf die 
die System- und Datenplatte gespiegelt wird. Nach der Spiegelung 
werden die Platten verglichen. Spiegelung, Vergleich und 
Protokollierung laufen automatisch durch ein angepasstes Knoppix.

Es sollen folgende gleichgroße Platten angeschafft werden:

1 im Rechner in Betrieb
2 Backup im Wechsel mit 3
3 Backup im Wechsel mit 2
4 Backup, aktualisiert ca. halbjährlich, auswärts gelagert

Im Rechner fest eingebaut ist eine weitere Platte (um alte 
IDE-Platten weiter nutzen zu können, genau genommen ein RAID 5 aus 
drei Platten), auf dem einmal täglich beim booten ein 
Hardlink-History fortgeschrieben wird. Anschließend wird es read 
only gemountet. Dieses History umfasst jede tägliche Version jeder 
Datei auf /home. Da nur geänderte Dateien separaten Platz 
beanspruchen, ist eine History-Tiefe von 50...400 Tagen realistisch 
und auch notwendig, wenn einzelne unbemerkt gelöschte Dateien auf 
den Backupmedien 1...4 ebenfalls bereits gelöscht sind und 
wiederhergestellt werden sollen.

In diesem Konzept sind die Systemdaten 4-fach, die Nutzdaten sogar 
5-fach gespeichert. Das erscheint viel, doch während des 
Backupvorgangs sind 3 davon im Zugriff des Rechners und damit 
gleichzeitig der Gefahr von Überspannung und Amok laufenden 
Programmen ausgesetzt. Ein einziger zusätzlicher Fehler genügt nun, 
um das maximal 1 Woche alte Backup zu vernichten (Platte fallen 
lassen oder Platte in den Rechner schieben, obwohl dessen Netzteil 
Überspannung erzeugt) - und nun hängt alles am 1/2 Jahre alten 
Backup außer Haus.

Weiterer "Schwachpunkt" ist, dass das History nur einmal vorhanden 
ist. Man könnte es mit auf den Backupplatten speichern, der 
Gesamtspeicherbedarf würde sich damit aber etwa verdreifachen.

(Wem Hardlink-History nichts sagt, hier ist dieses großartige 
Prinzip beschrieben: http://linuxwiki.de/rsync/SnapshotBackups )
-- 
Viele Grüße
Werner Holtfreter
-- 
http://mailman.uugrn.org/mailman/listinfo/uugrn
Wiki: http://wiki.uugrn.org/wiki/UUGRN:Mailingliste
Archiv: http://lists.uugrn.org/
Empfangen am 27.05.2008

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