Re: FTP noch aktuell?

Autor: Markus Hochholdinger <Markus_at_hochholdinger.net>
Datum: Wed, 3 Oct 2007 14:54:21 +0200
Hi,

Am Mittwoch, 3. Oktober 2007 04:00 schrieb Raphael Becker:
> On Wed, Oct 03, 2007 at 03:07:45AM +0200, Werner Holtfreter wrote:
> > > Nenn uns ein Beispiel, was funktionieren soll.
> > ad-hoc
> > ich: mäßig flexibel
> > Gegenseite: unflexibel, keine Ahnung, schlimmstenfalls Win
> > zumeist nur ein Partner
> > Partner soll empfangen und senden können
> > am Netz sind beide nur, wenn übertragen wird
> > temporäre IP-Adresse, manulle Verständigung aber akzeptabel
> > Router bei mir mit Portforwarding
> > Router auf der Gegenseite unbekannt/variabel
> > Sicherheit aktuell unwichtig aber wünschenswert für zukünftige Fälle
> Also wenn die Gegenstelle worst-case auch mit Windows zugreifen können
> soll, dann wirst Du im Internet um FTP nicht so schnell herumkommen.

nana, mal den Teufel nicht an die Wand ;-) Um ftp kann man in jedem Fall herum 
kommen :-D


> Wenn der Benutzer auf der Gegenseite "halbwegs fit" ist, dann bekommt er
> auch eine sftp-Lösung unter Windows gebacken.

Das habe ich leider zu oft scheitern gesehen, auch wenn sich die leute 
__auskennen__.


> Webdav unter Windows soll angeblich "ganz einfach" sein. gesehen hab ich
> es bisher nicht. Unter Windows muss man sich per "Netzwerkassistent"
> eine WebDAV-Verbindung konfigurieren, denn der URL fängt unter Windows
> auch bei WebDAV mit "http" an und wenn man das "einfach so" aufruft,
> bekommt man einen Internet Explorer, bestenfalls einen Firefox.

Da ich ja genau webdav bei mir einsetze, weiß ich sogar wie es geht:
Internet-Explorer -> Datei -> Öffnen
  https://servername/dir/
  [X] als Webordner öffnen

Schon hat man im Explorer Zugriff darauf, wie auf andere Dateien auch.


> Unter KDE oder Gnome verwendet man Client-Seitig einfach
> webdav://user@host:/path/

Bei konqueror und https verwendet man webdavs://server/dir/

[..]
> Wenn der Rechner nicht direkt am Netz hängt, sondern hinter einem
> NAT-Router, dann muss auf diesem Router Port21 eingehend aktiviert
> werden, d.h. Weiterleitung an den internen Rechner. Je nach Routertyp
> wird FTP direkt unterstützt, d.h. der Router lauscht auf Port 21 mit,
> was Server und Client so vereinbaren und stellt dann dynamisch die
> passenden Datenkanäle zur Verfügung.

Genau hier wird das Protokoll ftp eklig. Sobald NAT im Spiel ist gibt es nur 
ärger!


[..]
> Bleibt noch die Sache mit der IP-Adresse: NAT-Router unterstützen häufig
> DynDNS-Dienste, z.B. dyndns.org.

Wenn man einen Webserver im Internet hat und damit webdav macht hat man genau 
dieses Problem mit der IP nicht und man kann asyncron übertragen. Der, der 
die Datei abholt muss nicht sofort da sein.


> Wie Markus schon schrieb: FTP muss weg. Aber wenn die Anforderung
> "Windows-User ohne Kenntnisse muss damit klarkommen" ist, dann kommt man
> um FTP kaum herum. Ich habe für eine vollkommen untechnische
> Benutzergruppe mal ein WebDAV konfiguriert. Trotz ausführlicher
> Beschreibung mit Screenshots und genauen Anweisungen, was wann wo
> einzugeben oder anzuklicken ist, kommen viele damit nicht zurecht, sind
> aber auch nicht imstande, Fehlermeldungen zu übermitteln. Die exakt
> gleiche Beschreibung für Gnome/KDE ist übrigens EIN Screenshot mit der
> Anweisung, den WebDAV-URL da einzutippen, ggf in Favoriten etc
> abzulegen. K.a. ob es für Windows eine ähnlich inkomplizierte Methode
> für WebDAV gibt.

Vor zwei Jahren sah es wirklich so aus. Aber mittlerweile ist das sehr 
entspannt.


> Wenn es wirklich DAU-Kompatibel sein muss, dann kann man eine
> Web-Applikation auf einem Webserver installieren, die über ein
> Formular-Upload bzw Download Filetransfers implementiert. Dazu gibt es
> bspw PHP-Applikationen.

Genau hier kann webdav auch wieder punkten. Zum "abholen" reicht ein Browser. 
Nur zum Hochladen braucht man einen Webdav-Client.


> Je mehr man beide Gegenstellen im Griff hat, desto schönere Lösungen
> kann man implementieren. Wenn die Gegenstelle aber eine große Unbekannte
> ist, werden die Lösungen "überschaubar".

Ja, das stimmt.


-- 
Gruß
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 Markus Hochholdinger
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Empfangen am 03.10.2007

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