Re: FTP noch aktuell?

Autor: Raphael Becker <rabe_at_shell.uugrn.org>
Datum: Wed, 3 Oct 2007 04:00:30 +0200
Hallo Werner,

On Wed, Oct 03, 2007 at 03:07:45AM +0200, Werner Holtfreter wrote:
> > Nenn uns ein Beispiel, was funktionieren soll.
> 
> ad-hoc
> ich: mäßig flexibel
> Gegenseite: unflexibel, keine Ahnung, schlimmstenfalls Win
> zumeist nur ein Partner
> Partner soll empfangen und senden können
> am Netz sind beide nur, wenn übertragen wird
> temporäre IP-Adresse, manulle Verständigung aber akzeptabel
> Router bei mir mit Portforwarding
> Router auf der Gegenseite unbekannt/variabel
> Sicherheit aktuell unwichtig aber wünschenswert für zukünftige Fälle

Also wenn die Gegenstelle worst-case auch mit Windows zugreifen können
soll, dann wirst Du im Internet um FTP nicht so schnell herumkommen.
Wenn der Benutzer auf der Gegenseite "halbwegs fit" ist, dann bekommt er
auch eine sftp-Lösung unter Windows gebacken.

Webdav unter Windows soll angeblich "ganz einfach" sein. gesehen hab ich
es bisher nicht. Unter Windows muss man sich per "Netzwerkassistent"
eine WebDAV-Verbindung konfigurieren, denn der URL fängt unter Windows
auch bei WebDAV mit "http" an und wenn man das "einfach so" aufruft,
bekommt man einen Internet Explorer, bestenfalls einen Firefox.

Unter KDE oder Gnome verwendet man Client-Seitig einfach
webdav://user@host:/path/ 

Ich würde auf Deiner Seite einen Rechner hinstellen, der per FTP
erreichbar ist. Je nach Distribution sollte ein "Standard-Server" über
/etc/inetd.conf vorbereitet sein, d.h. nur die Kommentarzeichen
entfernen und inetd neu starten. Dann einen Lokalen Benutzer einrichten,
der FTP machen darf. An Security darf man dabei noch gar nicht denken.

Etwas komplexere Setups sind per proftpd möglich, der läuft wahlweise
standalone oder auch als inetd-service.

Wenn der Rechner nicht direkt am Netz hängt, sondern hinter einem
NAT-Router, dann muss auf diesem Router Port21 eingehend aktiviert
werden, d.h. Weiterleitung an den internen Rechner. Je nach Routertyp
wird FTP direkt unterstützt, d.h. der Router lauscht auf Port 21 mit,
was Server und Client so vereinbaren und stellt dann dynamisch die
passenden Datenkanäle zur Verfügung.

Relativ unkompliziert funktioniert es, wenn Dein Router ein
"DMZ"-Feature unterstützt. Das bedeutet, dass der Router alle
eingehenden Verbindungen egal auf welchem Port an einen dedizierten
Rechner im LAN durchreicht. In diesem Fall dürfte es bei egal welcher
Betriebsart von FTP keine nennenswerten Probleme geben.

Bleibt noch die Sache mit der IP-Adresse: NAT-Router unterstützen häufig
DynDNS-Dienste, z.B. dyndns.org. 

Wie Markus schon schrieb: FTP muss weg. Aber wenn die Anforderung
"Windows-User ohne Kenntnisse muss damit klarkommen" ist, dann kommt man
um FTP kaum herum. Ich habe für eine vollkommen untechnische
Benutzergruppe mal ein WebDAV konfiguriert. Trotz ausführlicher
Beschreibung mit Screenshots und genauen Anweisungen, was wann wo
einzugeben oder anzuklicken ist, kommen viele damit nicht zurecht, sind
aber auch nicht imstande, Fehlermeldungen zu übermitteln. Die exakt
gleiche Beschreibung für Gnome/KDE ist übrigens EIN Screenshot mit der
Anweisung, den WebDAV-URL da einzutippen, ggf in Favoriten etc
abzulegen. K.a. ob es für Windows eine ähnlich inkomplizierte Methode
für WebDAV gibt.

Wenn es wirklich DAU-Kompatibel sein muss, dann kann man eine
Web-Applikation auf einem Webserver installieren, die über ein
Formular-Upload bzw Download Filetransfers implementiert. Dazu gibt es
bspw PHP-Applikationen.

Je mehr man beide Gegenstellen im Griff hat, desto schönere Lösungen
kann man implementieren. Wenn die Gegenstelle aber eine große Unbekannte
ist, werden die Lösungen "überschaubar".

Gruß
-- 
Raphael Becker          <rabe@uugrn.org>          http://rabe.uugrn.org/
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Empfangen am 03.10.2007

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