Hi,
Am Montag, 4. Dezember 2006 10:50 schrieb Marc Haber:
[..]
> Marc, der immer noch grübelt, wie man das Backup von
> halbkommerziell[1] genutzten Rootservern am besten organisiert
> [1] kommerziell genug, um sich nicht auf Freundschaftsdienste
> verlassen zu wollen, aber nicht kommerziell genug um jemanden zu haben
> der dafür bezahlt
normalerweise hat man ja einen ftp-Backup-Space. Ich bin mittlerweile dazu
übergegangen nur das System (normalerweise so um die 1 bis 4 GB) lokal zu
packen und das tgz auf den ftp-Server zu schieben. Den Rest mit mirrordir auf
den ftp-Backup-Space zu synchronisieren (hier gehen die Datei-Attribute
verloren).
Wenn noch ein zweiter Server verfügbar ist, dann mache ich jeweils noch ein
rsync mit Hardlink-Copies und Backup-Versionierung zum zweiten Server bzw.
gegenseitig des kompletten Systems.
Das Rücksicherungskonzept schaut so aus, dass man mit dem tgz auf dem
Backup-Space innerhalb schneller Zeit wieder das System am laufen hat, dann
den letzten Stand mit mirrordir vom Backup-Space saugen und ggf. die
Dateirechte anpassen.
Wenn ein rsync auf einen zweiten Server läuft dann kann man von dem einen
letzten sync machen und damit die Dateirechte anpassen. Hierbei muss man
aufpassen dass ein evtl. externer Server eine schlechtere Anbindung hat und
das kopieren ziemlich lange dauern kann. Deswegen erste Stufe ftp-Backup,
hier kommt man am schnellsten an seine Daten.
Was mich am meisten nervt bei dem ftp-Backup-Space dass man es sehr schwierig
hat eine Versionierung des Backups zu fahren. Ein Kunde von mir hat sich
sogar von mir extra einen Backup-Server hinter einer billigen DSL-Leitung
einrichten lassen, damit er eine Versionierung seines Backups (rsync, cp -l)
hat.
Meiner Meinung nach gibt es auch mehrere unterschiedliche Ziele beim
Backup-Konzept die es zu beachten gibt:
1. File-Recovery: $USER löscht _ausversehen_ $DATEI und will diese in einer
möglichst aktuellen Version wieder haben. Das ist meiner Meinung nach die
häufigste Nutzung eines Backups.
2. Desaster-Recovery: Das System nach einem Totalausfall möglichst schnell
wieder zum Laufen bringen (ist normalerweise der seltenste Fall aber der
wichtigste!).
3. Archiving: Daten _müssen_ einen bestimmten Zeitraum extern archiviert
werden. Wichtig für spätere Rechtsansprüche Dritter (war zum Zeitpunkt X
etwas verbotenes auf der Webseite Y gestanden).
Punkt 1. kann durch ftp-Backup meistens bedient werden wenn $USER Datenverlust
sofort meldet. Ansonsten ist ein Sync mit Versionierung sehr vorteilhaft.
Punkt 2. ist das schlimmste was passieren kann und wenn man z.B. nur die Daten
gesichert hat und nicht das System kann eine Wiederherstellung sehr
zeitintensiv werden. Hier ist eine echte Systemsicherung (mit allen
Dateirechten usw.) sehr Vorteilhaft.
Punkt 3. wird von den meisten Leuten vernachlässigt und wird erst dann wichtig
wenn der erste Kunde mit einer Klage in der Hand hereinkommt. Man muss hier
aber auch beachten, dass man bestimmte Daten nicht zu lange archivieren darf!
Das ist echt ein sch***. Dieser Punkt wird auch dann interessant, wenn eine
Firma dicht macht.
Jeder sollte sich überlegen ob sein Backup-Konzept die Anforderungen erfüllt
und wie der Notfall-Plan aussieht. Häufig sieht man die SysAdmins rotieren
wenn ein System ausfällt da eben kein Notfallplan existiert und erstmal alles
zusammengesucht werden muss was für die Wiederherstellung notwendig ist.
Gerne gehört ist auch die Aussage: "Hoffentlich lief das Backup!?"
Mich würde auch interessieren wie andere mit dem Thema Backup externer Server
umgehen!? Vorallem wie ihr den normalerweise vorhandenen ftp-Backup-Space
nutzt?
--
Gruß
\|/
eMHa (o o)
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Markus Hochholdinger
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Received on Mon Dec 4 13:55:51 2006