Re: Mailserver, MX-Record und Firewalls

Autor: Werner Holtfreter <Holtfreter_at_gmx.de>
Datum: 08.08.2005
Am Montag, 8. August 2005 10:09 schrieb Thomas Groß:

> On Fri, 2005-08-05 at 19:12 +0200, Juergen Unger wrote:
> > das Internet ist und war niemals anonym.  Maximal pseudonym
> > aber auch das nicht wirklich. Was Du (hoffentlich) meinst ist
> > vertrauliche Kommunikation und auch die gab es im Internet nie
> > wirklich sofern man nicht entsprechende kryptographische
> > Methoden einsetzt.
>
> Nein das meine ich nicht. Um das was du vorgeschlagen hast
> verfolgen zu können müssten alle Verkehrs- und vielleicht sogar
> Inhaltsdaten der gesamten Email Kommunikation aller User
> gespeichert werden und für die Strafverfolgungbehörden auswertbar
> gemacht werden.

So viel ich weiß, werden die Verkehrsdaten bereits gespeichert! 
(Telekommunikations-Überwachungsverordnung)

Nicht nur auf der Daten-Autobahn sondern seit IM Sekretärs 
Mautprojekt auch auf der Bundes-Autobahn werden die Verkehrdaten 
zumindest erst einmal erfasst. Autos ohne Onbord-Unit werden 
routinemäßig fotografiert.

> Sowas weckt Begehrlichkeiten und ist quasi eine Totalüberwachung
> aller Bürger. [...] Solche Sachen wecken
> Begehrlichkeiten die man am besten verhindert in dem man die
> Datensammlung erst mal gar nicht anfängt.

Das halte ich für einen sehr bedeutsamen Einwand. Was war vor ein 
paar Jahren noch für ein Aufstand wegen ein paar harmloser 
Volkszählungsdaten. Die Dämme sind längst gebrochen, Datenschutz 
ist nur noch ein Feigenblatt, seit diejenigen, die damals 
protestiert haben, das Innenministerium leiten.

> Und von wegen nicht anonym. Wenn ich eine anonyme Nachricht
> verschicken will suche ich das nächste Internetcafe auf oder
> nehme meinen Laptop mit zum nächsten WLAN Hotspot wo sie mich Bar
> bezahlen lassen.

Das könnte noch funktionieren. Bis zur nächsten Gesetzesänderung.

> Es gibt einen guten Grund warum man in Deutschland der
> Anrufer seine Telefonnummer unterdrücken kann. Das ist auch keine
> perfekte Lösung, aber für die meisten Fälle anonym genug.

Ja, nicht perfekt: Nach glaubwürdiger Auskunft wird lediglich ein 
Bit gesetzt, das die ISDN-Endgeräte(!) veranlasst, die 
Anfrufernummer zu unterdrücken!

Die Unterdrückung ist bei Anrufen bei den Sicherheitsbehörden ebenso 
unwirksam, wie bei einer modifizierten Firmware des Endgeräts.
-- 
Viele Grüße
Werner Holtfreter
Received on Mon Aug 8 12:27:20 2005

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