Re: Alter Server

Autor: Raphael H. Becker <Raphael.Becker_at_gmx.de>
Datum: 26.04.2005
On Wed, Apr 20, 2005 at 09:31:35PM +0200, Jonas Schneider wrote:
> ich habe hier eine Kiste mit 200 mHz, die ich gerne als Server
> umfunktionieren möchte. Die Platte ist 14GB groß, und wird beliebig
> formatiert Als Betriebssystem soll Debian oder ähniches eingesetzt

Kannst Du auf der Kiste mal IRGENDWAS[1] unixoides von CD booten und die
Ausgabe von "dmesg" irgendwo auf eine Webseite legen, damit man mal
schauen kann, was da drinsteckt?  Ansich interessiert vorwiegend, 
wieviel RAM Du in dem Rechner hast.

Ich habe gerade letztens erst erschrocken festgestellt, wie verbreitet
diese defekten VIA-Chipsätze bei "Alteisen" noch sind. 

Grundsätzlich: Systeme, die sich vornehmlich durch "selbstkompilieren"
updaten, dürften für dieses Maschinchen nix sein, es macht einfach keinen
Spass (außer man findet Postkarten-Schach oder Briefmarkensammeln aufregend).

Linux:

Debian vs SuSE:
Ansich dürfte debian wohl ganz sinnvoll sein, zu mindest darf man
da aus der Linuxfraktion mit den besten Support bekommen. SuSE ist zwar
auch gut bekannt und wird auch gerne "supportet", halte ich aber als
"Heute-Lerne-Ich-Linux"-System für nicht so geeignet.

IMHO(!) ist SuSE für den Desktop besser geeignet, insbesondere die
Integration von Multimedia und die Einrichtung von obscurer Hardware.

.oO( ich mag den religiösen Eifer nicht, den es bei debian gibt,
weswegen man dort nichtmal einen gescheiten mplayer mit mpeg4/divx
gebacken bekommt, ohne sich auf den kopf zu stellen und mit den Füßen zu
wackeln ... für Server sollte das eine untergeordnete Rolle spielen)

Slackware:
Wer's traditionell mag, darf mal slackware[42] ausprobieren, ich glaube das
Projekt lebt noch. Irgendwie ist da alles sehr straight-forward
(jedenfalls habe ich es um 7.0 herum so empfunden). Slackware würde ich
nicht ohne Grundlagenwissen empfehlen. Inwiefern es packages für die
gewünschten Serverdienste gibt, denke mal daß LAMPPP komplett sein
dürfte, ansonsten bei www.linuxpackages.net stöbern.

Andere Linuxdistributionen kann/will ich nicht beurteilen.

BSDs:

Ob FreeBSD eine Option ist, weiss nicht. Aber wenn Du unerschrocken
bist, dann probier mal das 5.4-RC3[23] aus. Unter den BSDs dürfte
FreeBSD wohl am "unkompliziertesten" sein, auch wenn es seine Macken
hat. Meine FreeBSD  Systeme werden idR aus Sourcen gebaut. Wie gut sich
FreeBSD mit Binary-Packages pflegen lässt (Updates etc), weiss ich
nicht. Sollte wohl gehen.

OpenBSD kann ich persönlich nicht empfehlen, da ich irgendwie immer
Geschmacksverirrungen damit habe. Ich komme wohl im Zweifel damit
zurecht, aber meinen Focus hat es nicht. Für die Hardware und den
Anwendungszweck dürfte es zu mindest geeignet sein. "Unerschrocken" gilt
auch hier.

NetBSD kann ich nicht beurteilen.


MfG
Raphael 

PS: [1] ich halte Knoppix für Overkill. Gibt es nicht eine kleine
Bootfloppy, die möglichst viel erkennt und vielleicht noch die Ausgabe
von dmesg nebst lspci -vvv irgendwo mitloggt? Kleine Diagnose-Disk?

[42] http://www.slackware.com/
[23] ftp://ftp2.de.freebsd.org/pub/FreeBSD/releases/i386/ISO-IMAGES/5.4/

-- 
Raphael Becker                                    http://rabe.uugrn.org/
                      http://schnitzelmitkartoffelsalat.und.rahmspin.at/
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Received on Tue Apr 26 21:29:01 2005

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