Am Freitag, 14. Januar 2005 07:39 schrieb Stephan Gromer:
> > IDE-Platten lieber im Dauerlauf betreiben oder über Nacht
> > abschalten für lange Lebensdauer?
>
> Laut einem entsprechenden (AFAIR tecchannel)Artikel, den ich
> irgendwo noch herumliegen habe, sind die meisten Festplatten auf
> einen 8 Stundentag bei 5 Tagen die Woche ausgelegt.
Aber nur deshalb, weil 24/7-Betrieb die (kalendarische) Lebensdauer
verringert und nicht etwa die gesamte Betriebsdauer. Und weil die
Platten teils erschreckende Qualität aufweisen.
> Längere Laufzeiten sind tendenziell eher schädlich.
Die Hersteller geben oft erwartete Betriebsstundenzahlen und
erwartete Einschaltzyklen an. Es ist dann ein Rechenexempel, wie
lang die Nutzungspause sein muss, damit sich eine Ausschaltung
lohnt, um die kalendarische Lebensdauer zu maximieren. (Eigentlich
muss man noch die Stromrechnung berücksichtigen.)
Wodurch fällt eine Festplatte überhaupt aus?
Da sind zunächst einmal Schwächen in der Elektronik, die durch den
erhöhten Stress der Schaltzyklen schneller zum Ausfall führen, als
durch einen durchlaufender Betrieb. Diese Schwächen kommen statisch
vor, eine intakte Elektronik ist nicht limitierend, selbst wenn sie
ständig ein- und ausgeschaltet wird.
Dann durch Ausfall des Kugellagers der Platte (inzwischen gibt es
auch andere Lager, da kann ich nichts sagen): Eine metallische
Berührung der Kugeln gibt es nur während des Anlaufs. Nach dem
Hochlauf trennt der Ölfilm die Kugeln von der Laufbahn und das
Lager selbst ist vollkommen verschleißfrei! Zum Ausfall kommt es
erst, wenn das Öl zersetzt oder weggekrochen ist und die Kugeln
metallischen Kontakt mit der Laufbahn bekommen. Höhere Temperaturen
beschleunigen diesen Vorgang. Man kann sich gut vorstellen, dass
das Öl durch den Zeitablauf altert, die Alterung im Betrieb aber
deutlich beschleunigt ist.
Fazit: Die erreichbare Betriebsdauer einer durchlaufenden Platte
steigt, die kalendarische Lebensdauer nimmt ab.
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Viele Grüße
Werner Holtfreter
Received on Fri Jan 14 12:38:31 2005