Re: Erfahrungen während der Umstellung auf Linux: 3 Wochen Stress beim vergeblichen Versuch, ein stabiles System aufzusetzen

Autor: Werner Holtfreter <Holtfreter_at_gmx.de>
Datum: 29.12.2004
Am Mittwoch, 29. Dezember 2004 18:22 schrieb aXL:

> ich glaube, Du sitzt einem Fehler auf, der hauptverantwortlich
> für die zähe Verbeitung von Linux ist.

Verbreitet es sich zäh oder gewinnt es derzeit kräftig Marktanteile?

> Kannst Du Dir vorstellen, dass es Computerbesitzer gibt, die
> Software nicht als Selbstzweck betrachten, sondern als Werkzeug?

Hier ist so einer.

> Daher kommt mein Fazit, dass Linux auf dem Server gut aufgehoben
> ist, nicht aber auf dem Desktop.

Was du da erlebst ist untypisch. Keine Ahnung woran das liegt, aber 
ich habe hier auch schon Hardwarefehler gefunden. Die Distris wie 
SuSE u.ä. lassen sich heute von einer grafischen Oberfläche aus 
problemlos installieren und einrichten. Du kannst die 
Grundfunktionen, einschließlich des kompletten Desktops mit seinen 
Programmen benutzen, ohne die Konsole zu kennen.

Allerdings: Wenn du Pech hast, dann wird deine Hardware nicht 
automatisch erkannt und du hast etwas Arbeit, sie zum laufen zu 
bringen. Noch immer legen die Hardwarehersteller mehr Wert auf 
Treiber für Windows als für Linux. (Du weißt ja: Die 
Hardwaretreiber für Windows schreibt der Hardwarehersteller!) Dann 
ist fremde Hilfe angesagt oder Lernen. Aber das war doch beim 
Einstieg in Windows ebenso: Wenn es nicht lief, hat man bei 
Kollegen nachgefragt.

> Es ist nach wie vor noch eine Herausforderung, einem System, das
> in  seinen Grundlagen auf 40 Jahre alter Technik beruht, Ergonomie
> beizubringen.

Ich habe mir sagen lassen, dass sich Betriebssysteme sehr langsam 
entwickeln und eine lange Lebensdauer haben. Mit Ergonomie hat der 
Kernel (und der ist ja hier in erster Linie angesprochen) kaum 
etwas zu tun. Die Ergonomie (so wie sie heute meist verlangt wird) 
liefert der grafische Desktop.

> Die Dominanz von Windows kommt hauptsächlich durch das extrem
> aggressive Marketingverhalten von MS - aber zu einem nicht
> unerheblichen Teil auch daher, dass einige Abteilungen in Redmond
> durchaus darauf hören, was der stinknormale Benutzer eigentlich
> von seinem Computer erwartet.

Sehe ich auch so.

> Genau das sollte sich die 
> Linux-Entwicklergemeinde vielleicht noch genauer ansehen. Ich
> weiß, dass es eine Menge guter Ansätze gibt. Aber ich halte das
> Erreichte noch nicht für geeignet, um den Benutzer in die Lage zu
> versetzen, dass er sein Linux-System ohne "Geheimwissen"
> betreiben kann.

Doch, betreiben kannst du Linux/Unix problemlos. Zum Administrieren 
gehört ein wenig mehr dazu, das stimmt. Es ist unter Win leichter, 
ein Programm zu installieren und diese Tatsache, für sich genommen, 
ist ein Vorteil. Doch was kommt danach? Ist das Konzept geeignet, 
Programme wieder sauber zu entsorgen oder wird das BS mit jedem 
neuen Programm immer langsamer und instabiler? Das waren die 
Themen, die mich zu Linux gebracht haben.

> So ziemlich alle Linux-Kenner, die ich schon mal zu Hause besucht
> habe, sitzen den Großteil ihrer Zeit vor einer Windows-Kiste -
> weil darauf die guten Spiele laufen. Ich habe keine Windows-Kiste
> mehr und wollte auch keine, weil ich nicht ein einziges Spiel
> betreibe oder besitze.

Spiele werden hauptsächlich für Win geschrieben. Spiele 
interessieren mich nicht, folglich brauche ich kein Win.
-- 
Viele Grüße
Werner Holtfreter
Received on Wed Dec 29 23:57:29 2004

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