Re: Erfahrungen während der Umstellung auf Linux: 3 Wochen Stress beim vergeblichen Versuch, ein stabiles System aufzusetzen

Autor: Stephan Gromer <stephan.gromer_at_gmx.de>
Datum: 29.12.2004
Hallo Axel,

Sorry von Deinen Problemen zu hören. Deinen Probleme sprechen aus meiner (auch 
Linux-unerfahrenen) Sicht a) für einen Kernel, der für Dein Board nicht 
optimal angepasst ist. Ich hatte ähnliche Probleme mit meiner Netzwerkkarte, 
deren Treiberabsturz das System mitriss. Konfiguriere mal Deinen Kernel für 
Deine Bedürfnisse (nach einem Blick in die Ausgabe von lspci). Kompilieren 
vielleicht besser auf einem stabilen Rechner.
b) Da der Thin Client der bisher stabil lief ebenfalls abschmiert ist die Idee 
mit dem "schlechten" Strom gar nicht so abwegig. Je nach Last, Uhrzeit und 
Lokalität sind doch relevante Spannungsschwankungen möglich. Ich habe mir 
deswegen nach leidiger Erfahrung auch eine unterbrechungsfreie 
Stromversorgung von APC (5 min + Spannungsfilter) besorgt und ein besseres 
Netzteil. Wenn man sich die Logs von dem Ding ansieht ist man überrascht wie 
oft er anspringt. Übrigens könnte Dein System unter Linux-Last auch 
vielleicht Dein Netzteil überlasten?? Angeblich sind 100% CPU Last unter 
Linux doch mehr als unter Windows (habe ich mal in einem Forum gelesen aber 
nie weiter überprüft)
c) Check mal Deine Festplatten. Wenn kdeeject mal gefunden wird und mal nicht 
macht mich das schon stutzig. Mach auch mal hdparm -tT /dev/hdx. Vielleicht 
liegt ja da mit eine Wurzel Deines Geschwindigkeitsübels (bei mir zwei WD 
einmal BB120 und eine BB80. Die 120er ca 40 MB/s die 80 nur 20 (auch nach 
Tausch Master/slave und identischer DMA etc Einstellung)
d) Teste mal mit Knoppix (da wird die Platte ja nicht benutzt) ob Du dort die 
selben Phänomene hast.
e) Bzgl. Photoshop: CrossOver Office 4.1 (www.codeweavers.com) 6 +7 sind 
Silber gelistet. GIMP 2.2 als Alternative (bin nur Hobby"grafiker" und weiss 
nicht was man als Profi so braucht)??

Sorry für die sicher nur begrenzte Hilfe. Wie sagt meine Frau: Alles wird gut.
LG
 Stephan



> Es wird also Hardware gekauft, um eine Firewall und einen Server
> aufzuziehen. Die beiden rennen inzwischen auch ohne Schwierigkeiten
> (beide Asus P2B-S, einmal PIII-550, einmal Celeron-300, Matrox-Karten,
> SCSI-Platten im Hardware-RAID, Debian Woody ohne GUI).
>
> Spannend wird's mit der Workstation, dem eingangs erwähnten Athlon. Er
> bekommt Debian Sarge mit KDE. KDE läuft höchst instabil, ständig stürzen
> Programme ab, Firefox erzeugt mit 3-4 Instanzen 100 % CPU-Last, mehrfach
> täglich friert der Desktop ein (Musik und Last-Graphen laufen aber
> munter weiter). Das Öffnen des CD-Laufwerks geht nur sporadisch
> (meistens wird kdeeject nicht gefunden), K3b meldet eine fehlende
> Komponente, die laut aptitude in der aktuellsten Version installiert
> ist. Nach dem Abmelden der GUI ist in XDM keine Tastatureingabe mehr
> möglich. Die Maus geht aber noch. So geht's trotz aller Lösungsversuche.
> Solange die Kiste läuft, läuft sie quälend langsam.
>
> Unsere Vermutung: Das Board unterstützt den SD-Speicher nicht richtig
> oder der Speicher ist beschädigt. Also bauen wir heute versuchsweise
> 256M DDR-Speicher ein. Da ich allerdings inzwischen so viel Arbeit
> liegenlassen musste, dass ich dringend wieder Photoshop brauche, will
> ich wieder Windows installieren. Versuche mit Wine schlugen fehl, VMWare
> ist ebenfalls keine Lösung wegen der Instabilität der Kiste.
>
> Stand einen knappen Arbeitstag später: Jetzt geht gar nichts mehr. Der
> Rechner bootet überhaupt nicht mehr. Windwos-Setup hat etliche Anläufe
> gebraucht, jetzt bleibt das frisch installierte und noch nicht
> konfigurierte Windows 2000 reproduzierbar beim zweiten Startbildschirm
> hängen. (Mit dem geliehenen DDR-Speicher, wohlgemerkt!)
>
> Der Test meines SD-Speichers durch den Kumpel ergibt, dass der
> tatsächlich fehlerhaft ist. Wenn er das schon länger ist, find ich es
> spannend, wieso Windows XP trotzdem ohne Murren durchlief - auch bei
> maximaler Nutzung des Speichers durch das gleichzeitige Laden etlicher
> großer Bilddateien in Photoshop.
>
> Parallel zum Windows-Setup richten wir einen Thin Client ein, der mir
> dazu dienen soll, Firefox, Thunderbird, Open Office und KOrganizer zur
> Verfügung zu stellen. Die Programme werden auf dem Server ausgeführt,
> der client holt sie sich nur auf seinen Schirm rüber. Es läuft Debian
> Sarge mit Kernel 2.6.8.
>
> Und was glaubt ihr? Kaum ist die Workstation aus, weil wirklich gar nix
> mehr geht, und ich sitze am client zum Surfen, fängt der mit dem
> Schluckauf an. Firefox schmiert ab, Thunderbird verreckt, SIM wird
> mitgerissen, die Kiste friert komplett ein - das alles mehrfach
> innerhalb von zwei Stunden. Der Server rennt seit 7 Tagen ohne Probleme.
> Der thin client ist eine Leihgabe meines Kumpels und lief in genau der
> Hardware-Konfiguration über Monate ohne einen einzigen Aussetzer
> (K6-133, 96M RAM).
>
> Hat jemand eine Idee, woran das liegen könnte?
> Hab ich schlechten Strom in der Wand?? Zerstörerisches elektrisches
> Karma in den Fingern???
>
> Bin kurz davor, keinen Computer mehr anzufassen.
>
> Bis bald,
> Axel
>
> P.S.:
> Mein Fazit aus den wenigen kurzen Phasen, in denen die Worrkstation ohne
> größere Zicken lief und ich mich ein wenig mit KDE beschäftigen konnte:
> Nette GUI. Schön konfigurierbar, ergonomisch, gutes Design. Leider ist
> der Unterbau viel zu umständlich für den Windows-DAU, der ich nun mal
> noch bin. Tadelloses Sicherheitskonzept, aber zu umständlich, um ohne
> massive Umstiegsschwierigkeiten damit zu arbeiten.
>
> Linux mag auf dem Server angekommen sein, auf der (Bildbearbeitungs-)
> Workstation sehe ich es noch lange nicht. Leider.

-- 
Stephan Gromer, MD. PhD.

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Received on Wed Dec 29 10:30:39 2004

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