Moin.
Ich bin ratlos und möchte mal wissen, ob jemandem von Euch was einfällt.
Ich erwarte keine Lösung, sondern würde mich schon freuen, wenn nur
irgendjemand eine nachvollziehbare Idee hätte, woran meine Probleme
liegen - ich kapier's schon lange nicht mehr.
Vorab:
Ich WILL Linux. Ich verabscheue Windows und Microsoft-Produkte. Ich sehe
Open Source als die einzig richtige Form, Software zu veröffentlichen.
Ich will hier also keine Polemik gegen Linux loswerden, ich würde gerne
damit arbeiten. Aber das scheint nicht zu gehen.
Ausgangssituation:
Athlon XP 1800+, Asrock K7irgendwas, 512M SD-RAM, 2x 120G IDE, Matrox
G450DH, Windows XP. Rennt lang, breit und schmutzig. Keine besonderen
Vorkommnisse, Bildbearbeitung geht zwar träge, aber stabil und
zuverlässig. Auch beim Wandeln von mehreren 1000 RAW-Dateien im Batch
über 12 Stunden mit durchgehend 100 % CPU-Last. Nur thermische Probleme
stellen sich im Sommer ein, die ein zusätzlicher Gehäuselüfter aber
abstellt.
Dann lerne ich über diese Liste einen erfahrenen Linuxer kennen, der mir
anbietet, mich bei dem geplanten Umstieg zu unterstützen. Ich bin
begeistert, zumal sich rausstellt, dass er wirklich was draufhat und
sich nicht scheut, für mich die Nächte durchzumachen, bis seine Frau ihm
die Freundschaft kündigt.
Es wird also Hardware gekauft, um eine Firewall und einen Server
aufzuziehen. Die beiden rennen inzwischen auch ohne Schwierigkeiten
(beide Asus P2B-S, einmal PIII-550, einmal Celeron-300, Matrox-Karten,
SCSI-Platten im Hardware-RAID, Debian Woody ohne GUI).
Spannend wird's mit der Workstation, dem eingangs erwähnten Athlon. Er
bekommt Debian Sarge mit KDE. KDE läuft höchst instabil, ständig stürzen
Programme ab, Firefox erzeugt mit 3-4 Instanzen 100 % CPU-Last, mehrfach
täglich friert der Desktop ein (Musik und Last-Graphen laufen aber
munter weiter). Das Öffnen des CD-Laufwerks geht nur sporadisch
(meistens wird kdeeject nicht gefunden), K3b meldet eine fehlende
Komponente, die laut aptitude in der aktuellsten Version installiert
ist. Nach dem Abmelden der GUI ist in XDM keine Tastatureingabe mehr
möglich. Die Maus geht aber noch. So geht's trotz aller Lösungsversuche.
Solange die Kiste läuft, läuft sie quälend langsam.
Unsere Vermutung: Das Board unterstützt den SD-Speicher nicht richtig
oder der Speicher ist beschädigt. Also bauen wir heute versuchsweise
256M DDR-Speicher ein. Da ich allerdings inzwischen so viel Arbeit
liegenlassen musste, dass ich dringend wieder Photoshop brauche, will
ich wieder Windows installieren. Versuche mit Wine schlugen fehl, VMWare
ist ebenfalls keine Lösung wegen der Instabilität der Kiste.
Stand einen knappen Arbeitstag später: Jetzt geht gar nichts mehr. Der
Rechner bootet überhaupt nicht mehr. Windwos-Setup hat etliche Anläufe
gebraucht, jetzt bleibt das frisch installierte und noch nicht
konfigurierte Windows 2000 reproduzierbar beim zweiten Startbildschirm
hängen. (Mit dem geliehenen DDR-Speicher, wohlgemerkt!)
Der Test meines SD-Speichers durch den Kumpel ergibt, dass der
tatsächlich fehlerhaft ist. Wenn er das schon länger ist, find ich es
spannend, wieso Windows XP trotzdem ohne Murren durchlief - auch bei
maximaler Nutzung des Speichers durch das gleichzeitige Laden etlicher
großer Bilddateien in Photoshop.
Parallel zum Windows-Setup richten wir einen Thin Client ein, der mir
dazu dienen soll, Firefox, Thunderbird, Open Office und KOrganizer zur
Verfügung zu stellen. Die Programme werden auf dem Server ausgeführt,
der client holt sie sich nur auf seinen Schirm rüber. Es läuft Debian
Sarge mit Kernel 2.6.8.
Und was glaubt ihr? Kaum ist die Workstation aus, weil wirklich gar nix
mehr geht, und ich sitze am client zum Surfen, fängt der mit dem
Schluckauf an. Firefox schmiert ab, Thunderbird verreckt, SIM wird
mitgerissen, die Kiste friert komplett ein - das alles mehrfach
innerhalb von zwei Stunden. Der Server rennt seit 7 Tagen ohne Probleme.
Der thin client ist eine Leihgabe meines Kumpels und lief in genau der
Hardware-Konfiguration über Monate ohne einen einzigen Aussetzer
(K6-133, 96M RAM).
Hat jemand eine Idee, woran das liegen könnte?
Hab ich schlechten Strom in der Wand?? Zerstörerisches elektrisches
Karma in den Fingern???
Bin kurz davor, keinen Computer mehr anzufassen.
Bis bald,
Axel
P.S.:
Mein Fazit aus den wenigen kurzen Phasen, in denen die Worrkstation ohne
größere Zicken lief und ich mich ein wenig mit KDE beschäftigen konnte:
Nette GUI. Schön konfigurierbar, ergonomisch, gutes Design. Leider ist
der Unterbau viel zu umständlich für den Windows-DAU, der ich nun mal
noch bin. Tadelloses Sicherheitskonzept, aber zu umständlich, um ohne
massive Umstiegsschwierigkeiten damit zu arbeiten.
Linux mag auf dem Server angekommen sein, auf der (Bildbearbeitungs-)
Workstation sehe ich es noch lange nicht. Leider.
Received on Wed Dec 29 01:07:25 2004