Re: FreeBSD-Portsbaum-Rant (was: Re: FreeBSD und portupgrade -afO)

Autor: Raphael H. Becker <Raphael.Becker_at_gmx.de>
Datum: 18.12.2004
On Fri, Dec 17, 2004 at 09:23:25AM +0100, Michael Lestinsky wrote:
> * Viele Ports ändern ihre Namen nicht, wenn man sie mit diversen Optionen 
>   neu baut, nach einem halben Jahr weis man unter Umständen nicht mehr, 
>   warum man was wie gebaut hat. (WITH_FOO=yes...)

/etc/make.conf oder (sauberer, da portbezogen) /usr/local/etc/pkgtools.conf

> * Wieso um alles in der Welt braucht "make config" root-Rechte? Ich sehe
>   es nicht ein, dass ein normaler User keine Ports (mehr) bauen kann.

Ob die Hintertür jetzt beim Bauen oder beim Ausführen eines Programms
ins System kommt ... ich habe noch nie alle sourcen gelesen, die ich
kompiliert habe. Klar, es ist nicht die reine Lehre, root sollte nur
wirklich hoheitliche Aufgaben wahrnehmen. 

> * Ports werden erst installiert und dann die File-Liste in der
>   Paketverwaltung registriert. Wenn diese unvollständig ist, hat man nach
>   dem Wegräumen des Ports evtl. noch Fragmente davon herumliegen.

Ist mir bisher nicht (bewusst) aufgefallen. 
Hast Du aktuelle Beispiele hierfür?

> * Man muss scheussliche Konstrukte wie portupgrade drüberstülpen, die
>   einem Wartbarkeit vorgaukeln.

Was ich bei OpenBSD-Ports schmerzlich vermisse. Updates auf charm laufen
immer nur beim Releasewechsel und dann auch immer mit dem Holzhammer
(pkg_info abspeichern, alles löschen und dann selektiv neu
installieren). Das finde ich zu mindest nicht sehr wartungsfreundlich.
Vielleicht hab ich bisher auch nur das adminfreundliche Feature nicht
entdeckt, wo das in OBSD-Ports geht.

Wie finde ich auf einen Blick raus, welche Ports bei OBSD zur
installierten version neuer sind? ( portversion -vl "<" )

Wie upgrade ich alle ports bzw eine Liste?
(portupgrade -arp oder portupgrade -rp pattern)

Bleiben beim Upgrade noch benötigte .so-Dateien irgendwo liegen, daß man
sich nicht das System zerschiesst, wenn eine benötigte auf einmal fehlt?

Wie sage ich "Downloade mal alle distfiles, die ich beim nächsten
Upgrade brauchen könnte?" ... für ISDN oder andere nach Zeit
abgerechnete Internetzugänge interessant  ( portupgrade -arF )

Womit kann ich nicht mehr benötigte distfiles erkennen und ggf
automatisch löschen lassen? ( portsclean -D )

Das sind so die Kleinigkeiten, die ich ab und zu ganz nett finde und wo
mir das Analogon unter OBSD-Ports noch fehlt.

> * Ich beobachte immer wieder die Tendenz, dass Pakete mit unnötigen
>   Abhängigkeiten konfiguriert werden. Zum Beispiel wieso brauche ich Cups, 
>   wenn ich KDE installieren will? Meine Patches dagegen an die Maintainer 
>   wurden mit fadenscheiniger Begründung abgewiesen. 

Hmm, gerade bei KDE finde ich es erträglich, denn da fällt cups nicht
mehr wirklich ins Gewicht. Ärgerlicher ist es bei reinen Fileservern,
die mit Samba installiert werden. Da ist cups auch immer irgendwie drin,
völlig unnötigerweise. 

> Ich möchte nicht behaupten, dass die OpenBSD-Lösung perfekt ist, einige
> meiner Kritikpunkte wurden dort aber eleganter gelöst. Ich bin mir auch
> vollkommen im Klaren das eine "One size fits all"-Lösung bei solchen
> komplexen Vorhaben wie einem Portsbaum nicht einfach sind.

Ein schon mehrfach angesprochenes fehlendes Feature bei FBSD-Ports ist,
daß man packages nicht unabhängig von einer Installation erzeugen kann.

Zu mindest in der Theorie könnte ich mir einen workaround vorstellen,
naemlich die Installation in ein chroot(). Damit könnte man dann auch
gleich die File-Liste erzeugen, s.o.

Andererseits ... ich pflege manche Maschinen seit 4.4 oder 4.5. Die
laufen heute noch mit 4.10 und es gab bis auf vereinzelte Knalleffekte
(gettext-0.12.x auf 0.13.x) noch nie wirklich Probleme. Soo schlecht
finde ich das nicht.

MfG
-- 
Raphael Becker                                    http://rabe.uugrn.org/
                            http://schnitzelmitkartoffelsalat.uugrn.org/
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Received on Sat Dec 18 03:26:25 2004

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