Re: Hosting Szenario, welcher Ftp server und wie konfigurieren

Autor: Raphael H. Becker <Raphael.Becker_at_gmx.de>
Datum: 12.11.2004
On Wed, Nov 10, 2004 at 06:52:44PM +0100, Stefan Fuhrmann wrote:
> > > X-Mailer: Microsoft Office Outlook, Build 11.0.6353
> >                              +++++++ *ARGH*
> Naja, das ist nunmal so, bin nunmal ein Linux-Newbie und solange ich nicht
> fit im linuxen bin, 

Er hat nicht dein Nicht-Linux bemängelt, sondern dein Outlook. Es gibt
auch für Windows vernünftigere Software, zu mindest Software, die
wenigstens bisschen den Stallgeruch von Linux hat ... 

Stallgeruch gibts zB unter http://www.mozilla.org/products/thunderbird/
... oder wenn Du gleich alles auf Mozilla umstellen willst:
http://www.mozilla.org/products/mozilla1.x/ ... hat eigentlich alles,
was man online so braucht ... so als ersten Schritt (unter Windows) mal
ganz brauchbar.

Am besten Outlook wegwerfen und IE nur noch fuer Windows-Updates
verwenden. Office-Stallgeruch bekommst du unter
http://www.openoffice.org/

>  Bin dabei und hab jetzt die Zeit endlich mal über den Tellerrand zu schauen
> und auch verschiedene Szenarien auszuprobieren und mich !!endlich
> unabhängig!!!! von win zu machen.
> 
> Sozusagen mich zu emanzipieren und hoffe da sehr auf eure Hilfe!!

Also Hilfe gibts bei konkreten Fragen.

FTP-Server rausfinden ... also grundsätzlich gibt es wohl 2 Arten, einen
Server-Dienst laufen zu lassen:

a) standalone: der dæmon wird beim Hochfahren des Systems gestartet und
übernimmt selbst das Netzwerk-Handling. Apache ist üblicherweise auf
diese Weise konfiguriert.

b) inetd: seltener gebrauchte Dienste oder "Leichtgewichte" werden von
inetd verwaltet. Das ganze wird in /etc/inetd.conf konfiguriert und
sollte eigentlich gut dokumentiert sein.

Unter FreeBSD sieht das zB so aus:
#ftp    stream  tcp     nowait  root    /usr/libexec/ftpd       ftpd -l
#ftp    stream  tcp6    nowait  root    /usr/libexec/ftpd       ftpd -l

Die erste Spalte beschreibt den Service, hier ftp. Welche Nummer das
ist, findest Du in /etc/services.

Du willst also zunächst rausfinden, daß ftp auf port 21 läuft. Gut.

Unter Linux gibt es einen Befehl "fuser", der sich dazu verwenden läßt
herauszufinden, welcher Prozess einen bestimmen TCP-Port geöffnet hat:

$ fuser -n tcp 21

Leider habe ich kein Linux mehr, auf das ich zugreifen kann, sonst würde
ich Dir eine Beispielausgabe zeigen. Also weiter: fuser ermittelt einen
(oder mehrere?) Prozess-IDs und du kannst mit "ps prozessnummer"
rausfinden, was für ein dæmomn da läuft. entweder ist es ein ftpd oder
etwas in der Art, dann wird es vermutlich standalone sein. Anderenfalls
könnte es aber auch inetd sein:

$ ps 120
  PID  TT  STAT      TIME COMMAND
  120  ??  Is     0:00.41 /usr/sbin/inetd -wW -C 60
 
Damit solltest Du schonmal die besten Anhaltspunkte bekommen und hast,
wenn Du die Schritte verstanden hast, auch gleich was bei gelernt.

Übrigens, in der Sektion 5 der manpages sind üblicherweise Configfiles
beschrieben. Am besten probierst Du es gleich mal aus mit 

man 5 inetd.conf

Ansonsten werden Befehle oft auch in der Form inetd(8) ausgeschrieben,
gerne auch in Dokumentationen. Das ist ein Hinweis darauf, daß man mit 

man 8 inetd

die entsprechende Manpage lesen kann. Für den Anfang, Du hast sicher
eine vollständige Distribution, brauchst Du aber keine daemons zu
konfigurieren (Startscripte), sondern lediglich deren configfiles. 

Noch was zum Verständnis von inetd:

inetd ist ein Prozess, der alle konfigurierten (hoffentlich nur diese ;)
Ports öffnet und auf eingehende Verbindungen lauscht. Kommt auf einem
der Ports eine Anfrage rein, startet inetd im Hintergrund den
entsprechenden dæmon, zB den ftpd. Jetzt das entscheidende: der ftpd
selbst "weiss" nix von tcp/ip sondern kommuniziert mit dem inetd per
stdin/stdout:

     [client] <---tcp---> [inetd] == [ftpd]

Viel Spaß
-- 
Raphael Becker                                     http://rhb.uugrn.org/
                            http://schnitzelmitkartoffelsalat.uugrn.org/
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Received on Fri Nov 12 21:17:13 2004

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