Re: Offenes wLAN Netz in Heidelberg

Autor: Markus Demleitner <msdemlei_at_cl.uni-heidelberg.de>
Datum: 04.10.2004
On Sun, Oct 03, 2004 at 09:27:59PM +0200, Werner Holtfreter wrote:
> Am Sonntag, 3. Oktober 2004 17:27 schrieb Michael Lestinsky:
> Nein, denn ein Parabolspiegel zum Zweck der Fernübertragung 
> fokussiert nicht einen winzigen Fleck! Seine Strahlung wird 
> näherungsweise parallel über die gesamte Spiegelfläche abgegeben, 
> er fokusiert auf den Unendlich-Punkt. Je größer die Spiegelfläche 
> ist, desto ungefährlicher ist der Aufenthalt direkt davor (bei 
> gleicher Speiseleistung natürlich).
> 
> Die kleine rundstrahlende Antenne des Mobiltelefons strahlt da 
> wesentlich konzentrierter in den menschlichen Körper.
...und noch dazu vor allem auf den Fleck, in dem die spannendsten
elektrochemischen Prozesse überhaupt stattfinden.

Allen Ernstes allerdings ist es wohl weniger die Strahlungsleistung,
die, wenn überhaupt, messbare Gesundheitsprobleme macht (bei rund
200 W thermischer Gesamtleistung eines typischen humanoiden
Organismus -- nicht bei allen MobiltelefoniererInnen würde ich
da genauere Klassifikationen vornehmen wollen --, davon etwas
wie 50 W im Kopf, sind 0.5 W bei ausreichender Durchblutung gewiss
kein Problem).  Wenn, dann ist es das zusätzliche Signal bei
physiologisch relevanten Frequenzen (100 Hz bis ein paar Kilohertz),
das durch den in Paketen stattfindenden Datenverkehr verursacht wird
-- Cellphones und DECT-Telefone machen eben nicht 2W oder 20 mW 
Dauerstrahlungsleistung, sondern machen etwas wie 2000 Impule pro
Sekunde (DECT, not sure for GSM), und das ist nicht weit von den
Frequenzen, die an Synapsen für die FM der Signalintensität
anstehen.

Weiß jemand, wie das bei WLAN ist?  Grob abgeschätzt hat so ein Teil eine
Übertragungsrate von 10 Mbit/s, und wenn ein Ethernet-Frame (sowas läuft
doch da, oder?) etwas wie ein rundes kB (also unter Geschwistern 10^4
bit) hat, haben wir 10^7/10^4=10^3 Pakete pro Sekunde.  Wenn nun nicht
kontinuierlich ein Träger gesendet wird (wird er?), haben wir damit
etwas rechteckförmiges von 1 kHz, und könnte durchaus physiologisch
relevant sein (wenn auch nicht in einer bisher verstandenen Weise),
wobei es wahrscheinlich auf die konkrete Leistung gar nicht so ankommt.

Grüße,

        Markus
Received on Mon Oct 4 10:38:16 2004

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