Re: Zeilenumbruch (war Re: Zeichenprobleme unter X) (fwd)

Autor: Alexander Holler (holler_at_ahsoftware.de)
Datum: 14. Mar 2004


Hallo,

--On Sonntag, März 14, 2004 10:39:29 +0100 msdemlei_at_cl.uni-heidelberg.de
wrote:

> Aber wie Robert (im Wesentlichen) schong gesagt hat: Wenn du
> die Freiheit von device independence haben möchtest, kommst
> du um Markup nicht herum (s.u.). Und der wiederum ist für
> 99% der Mail, die ich verschicke, völlig überflüssig und würde
> auch nur überflüssige Arbeit machen.

Einfach nur auf harte Zeilenumbrüche zu verzichten reicht in den meisten
Fällen vollkommen aus. Dann kann der Empfänger die E-Mails in jedem Format
(hier Zeilenlänge) das er möchte lesen, ohne auf Absätze zu verzichten, da
diese durch "harte" Zeilenumbrüche markiert sind.

> Probierts: Macht eure Browserfenster bei einer nicht "designten"
> Webseite mal richtig schmal (sagen wir 50 Zeichen). Entscheidet,
> was sich angenehmer und schneller liest.

Mach das mal mit einer bei max. 72 Zeichen fest umgebrochenen Mail.

>
> Zu Aufzählungen und ASCII-Art hast du sicherheitshalber nichts
> gesagt.

Da gibt es nichts zu sagen, genauso wie zu Quellcode. Wenn der Absender
meint Umbrüche vornehmen zu müßen, ist ihm das ja vollkommen freigestellt,
bei Aufzählungen kann er auch gerne schon nach 20 Zeichen ein <CR>
einfügen. Lediglich der feste Umbruch nach max. 72 Zeichen ist, imho, ein
Relikt aus Zeiten, die ich nicht mehr kenne. Und ich lese schon sehr lange
E-Mails und News.

> Nochmal: Mit breiten Zeilen verletzt du etwas wie einen informellen
> Standard (die Netiquette). Als Aktionsform, um die Annahme eines
> neuen Standards durchzusetzen, ist das vielleicht erlaubt. Aber
> dann solltest du besser gute Argumente haben, warum der alte
> Standard Mist ist ("meine Terminals sind immer 240 Zeichen breit"
> ist nicht überzeugend) und konkrete Vorstellungen haben, wie die
> Probleme, die der alte Standard halbwegs befriedigend gelöst hat,
> in deiner schönen neuen Welt gelöst werden.

Die Lösung ist ganz einfach und wird von so gut wie jedem Mailreader
beherrscht. Zeilenumbrüche macht man nur bei Absätze oder zur korrekten
Formatierung von Aufzählungen, Quelltext o.ä. Ansonsten tippt man einfach
seinen Text runter. Was ist daran so schwer? Ich mach das so seit sicher
10a ohne Probleme.

Und die Erkenntnis, daß in Zeiten grafischer Oberflächen, drehbarer
Monitore, Palms, Handys und was weiß ich, was noch alles zum Lesen von
E-Mails taugt, das Ausgabeformat nicht mehr vorhersehbar ist, sollte
wirklich nicht allzu schwierig sein.

Tut mir leid, aber ich kann in einem festen Zeilenumbruch (<CR>) nach max.
72 Zeichen keinerlei Sinn erkennen. Im Gegenteil, es macht es dem Empfänger
schlicht unmöglich den Text eher breit als hoch zu lesen, was z.B. bei
längeren Texten scrollen erfordert, was wiederum, imho, wesentlich
unergonomischer ist, als in der Breite zu lesen. Evtl. implementiert ja mal
ein Reader mehrere Spalten z.B. mit max. 50 Zeichen, aber auch dann, ist
der Zeilenumbruch nach max. 72 Zeichen unsinnig, da man dann, wie oben
schon gesagt, jede 2. Zeile nur halb voll hätte.

> Einfach nur "Ach, ich finds schöner so" bei einem Übertreten von
> Vereinbarungen wird jedenfalls auf wenig Verständnis stoßen.

So habe ich garantiert nicht argumentiert.

Gruß,

Alexander


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