Re: Zeilenumbruch (war Re: Zeichenprobleme unter X)

Autor: Markus Demleitner (msdemlei_at_cl.uni-heidelberg.de)
Datum: 11. Mar 2004


On Wed, Mar 10, 2004 at 11:44:18PM +0100, Alexander Holler wrote:
>
>
> --On Donnerstag, März 04, 2004 22:23:55 +0100 Thimo Neubauer
> <thimo_at_debian.org> wrote:
> >Nicht nach Spalte 72 umgebrochen; ist üblich, damit man vernünftig
> >zitieren kann.
>
> Meiner Meinung nach sollte das aber Aufgabe des Readers sein, nicht jeder
> mag seine Mails nur mit 72 Zeichen pro Zeilen lesen. Und bei Replys sollte
> der Reader so intelligent sein und die reply-zeilen entsprechend
> umzubrechen und nicht die Aufgabe dem Absender aufdrücken.

Whoa, Whoa! Lasst den Religionskrieg ausbrechen! Ernsthaft:

(1) Sind eigentlich schon 72 Zeichen pro Zeile eher etwas viel,
wenn es um leichte Lesbarkeit geht -- die irischen Mönche haben
nicht umsonst schon im 8. Jahrhundert den Spaltensatz erfunden
(auch wenn im späten 20. Jahrhundert viele Menschen den Sinn
von Fenstersystemen nicht mehr verstehen und alle Programme
Fullscreen laufen lassen, womit sie 250 Zeichen pro Zeile locker
überschreiten und sich dann beschweren, dass sie "am Montior nichts
gescheit lesen können").

(2) Ist korrekter Zeilenumbruch in Abwesenheit von Markup hoch
nichttrivial (denke an Quellcode, Aufzählungen, ASCII-Art usf.).
*Ich* finde, dem Rechner muss man da nicht mehr anvertrauen als
dringend nötig (ganz zu schweigen davon, dass die Mailclients
das ja auch noch jeweils implementieren müssen), und die
Dringlichkeit langer Zeilen ist wenigstens mir nicht klar.

(3) Kannst du dir natürlich eine persönliche Netiquette machen und
das, was Generationen von Leuten auf Mailinglisten und am Usenet
ausgemacht haben, kurzerhand ignorieren. Manchmal ist das vielleicht
sogar sinnvoll, denn die Zeit schreitet fort. Auch ich habe eine
Weile meine Mails mit einem proportionalen Font und mit automatischem
Umbruch gelesen. Fazit: Es ist nerviger als es schön ist. Von
daher wäre mein Gefühl, dass ein Umstoßen der Tradition hier (noch?)
nicht angesagt ist.

        Markus


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