Re: TALK: Startschuss fuer drahtlosen Internet-Zugang im Stadtgebiet Karlsruhe

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Autor: Werner Holtfreter (Holtfreter_at_gmx.de)
Datum: 01. Feb 2003


Am Samstag, 1. Februar 2003 18:56 schrieb Christian Eichert:

> wo kann man was ueber dirc lesen ?

Für diejenigen, denen google zu teuer ist ;-) kopiere ich mal einen
der Texte rein:

DIRC - Digital Inter Relay Communications

Mit DIRC (steht für Digital Inter Relay Communications) könnte ein
ganz neues Konzept eines Mobilfunk-Netzes realisiert werden.
 
Die Grundidee und gleichzeitig der große Unterschied zu anderen
Funknetzen besteht darin, daß die Endgeräte gleichzeitig
Basisstationen sind. Es ist ein selbst-organisierendes Netzwerk.
Dazu sendet jede Station in unregelmäßigen Abständen ihre Position
(aus einem GPS-Signal generiert). Klar, alle Geräte sollten
möglichst permanent eingeschaltet sein. Wenn die zentrale
Registratur von einer Station eine zeitlang kein Signal empfängt,
wird sie aus dem Netz-Schema entfernt. Wenn eine Station (wieder)
eingeschaltet wird, ergänzt sie das Netz dynamisch. Eine Station
besteht aus zwei Teilen. Die Relay-Station bleibt an einem Ort,
während sich das Mobilteil innerhalb der Reichweite der
Basisstation frei bewegen kann. Als drahtlose DIRC-Station kann
sich das Terminal auch im gesamten DIRC-Netz bewegen (sofern es
vorhanden und dicht genug ist). Diese mobilen Terminals haben keine
Routing-Funktionalität.

Ähnlich wie im Internet werden Verbindungen zwischen zwei
Kommunikations-Endstellen über eine Vielzahl von Zwischenpunkten
hergestellt. Die Terminals haben außer den Kommunikations-Features
auch eine Routing-Funktion. In der Praxis können dazu bis zu 1.000
"Hops" über je bis zu 5 km Entfernung durchgeführt werden.
Entsprechend den CCITT-Empfehlungen finden diese innerhalb von 150
Millisekunden statt, damit Sprachübertragung in einer
"vernünftigen" Qualität möglich wird.
 
Damit damit eine Flächendeckung erzielt werden kann, ist eine große
Anzahl erforderlich. In großen Städten muß ca. alle 500 Meter ein
Gerät sein. Um Deutschland flächendeckend mit dieser Technik zu
versorgen, sind ca. 2 Millionen Terminals nötig.
 
Abrechnung: jeder Teilnehmer bietet Verbindungs-Kapazität an und
nutzt sein Equipment gleichzeitig für seine eigene
Telekommunikation. Der Kunde bezahlt für seine gesamte
Kommunikation innerhalb des DIRC-Netzes einen festen monatlichen
Betrag, eine sog. Flat Rate. Outbound Calls (Sprach- oder
Daten-Kommunikation in andere Netze wie PSTN, ISDN, GSM) werden
separat berechnet.
 
Daß dieses Netz technisch realisiert werden kann, hat Cetecom 1997
in einer Studie gezeigt. Wissenschaftliche Unterstützung für dieses
Projekt kommt den Universitäten Münster, Siegen, Braunschweig,
Erlangen und Wuppertal.
 
Die Homepage von DIRC enthält detaillierte Informationen zu diesem
faszinierenden System. Z.B. zu Routing, Fehlerkorrektur,
Datensicherheit, Details der Technik, Betrachtungen zu Kapazität,
Billing von Outbound-Calls, Modulationsverfahren u.v.a.m.
 
Weitere Berichte über DIRC: Presse-Mitteilung 16.2.00 von Golem
Networks, Vortrag auf dem Chaos Communication Congress '97 und bei
PUBLIC DOMAIN V87.0.
 
zur Startseite von www.dafu.de ZITATENDE

Übrigens ist die Zentrale nur nötig, um eine Abrechnung zu
ermöglichen - und um ein Abhören der normalerweise verschlüsselten
Kommunikation freizuschalten :-(

-- 
Viele Grüße
Werner Holtfreter

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