Re: Linux Distribution download

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Autor: Thomas Groß (thomas_at_tgross.net)
Datum: 10. Oct 2002


Mathias Waack wrote:
> Hallo,
>
> ich hatte gerade eine interessante Diskussion mit einem zukuenftigen
> Rechtsgelehrten, bei dem es um die download-Moeglichkeiten bei
> Linux-Distributionen ging. Ich glaube mich erinnern zu koennen, dass es sowas
> wie eine Verpflichtung der Distributoren gibt (oder gab), ihre Distributionen
> frei zum download anbieten zu muessen. Stimmt das so (ganz oder mit
> Einschraenkungen)? Falls ja, woher kommt das?
Mal sehen ob ich das noch zusammen kriege.

Also. Der größte Teil der Software in den meisten Linux Distributionen
ist unter der GPL. Die GPL fordert, dass wenn die Software jemand zur
Verfügung gestellt wird auch der Sourcecode zur Verfügung gestellt
werden muss. Das hat in einer Weise zu geschehen, dass dem der die
Sourcen will kein unzumutbarer Aufwand entsteht. Also kein du kriegst
die Sourcen aber nur für xxx$ oder klar doch die liegen auf diesem ftp
Server, der aber zufällig mit 2400 bit/s ans Internet angebunden ist.

Desahlb werden die Sourcen meistens mit auf CD ausgeliefert. Es ist
nicht ganz unumstritten ob es reicht, die Sourcen auf einem öffentlich
zugänglichen FTP Server abzulegen. Meistens wird das aber wohl
akzeptiert, wenn man zusätzlich die Sourcen auch noch postalisch ohne
Aufpreis bestellen kann. Hat ja nicht jeder einen Internetzugang.
Zumindest bilde ich mir ein mal so einen Kommentar gelesen zu haben.

Deshalb werden die Sourcen fast immer auf CD gleich mitgeliefert.

Meines Wissens existiert keine Klausel, dass alle Änderungen öffentlich
gemacht werden müssen wenn die Software keinem Dritten zur Verfügung
gestellt wird. (Was eh nicht zu kontrollieren oder durchzusetzten wäre)

Für die Distributionen heißt das sie müssen die Sourcen mitliefern.
Nicht, dass sie die Distribution zum Download zu Verfügung stellen
müssen. Viele Distributionen machen das trotzdem. So was wird als guter
Stil angesehen.

Suse hat meines Wissens lange Zeit nur eine geschrumpfte
Testdistribution zum Download zur Verfügung gestellt. Redhat stellt
schon immer die gesamte Kerndistribution inklusive Dokumentation zur
Verfügung. Debian ist natürlich keine Frage von denen kriegt man immer
alles. Corel hat meines Wissens nie eine Distribution zum Download
bereitgestellt, oder war da was mit einer Demodistri. Ach mein
Gedächtnis.

Insbesondere macht die GPL keine Angaben darüber was mit GPL Software
gebundelt werden darf. So war z.B. Yast lange keine Free Software, da
Dritte Yast nicht uneingeschränkt nutzen und (kommerziell)
weiterverteilen durften. Deshalb gibt es auch keine Reseller die
modifizierte Suse Distributionen verkaufen, im Gegensatzt zu Redhat wo
die gesamt Distribution frei von solchen Fußangeln ist. Weiß eigentlich
einer wie das momentan bei der Suse ist? Ist lange her, dass ich
versucht habe die Yast Lizenz zu verstehen.

Man kann durchaus eine Debian basierte Distribution erstellen, die mit
eigener proprietärer Software (Installer) angereichert ist, diese
verkaufen (Wenn man die Sourcen für den GPL Teil mitliefert) ohne die
Distribution frei zum Download anbieten zu müssen. Genau das hat Corel
meines Wissens getan. Ich glaub bei Corel gab es damals Probleme weil
sie auf das Debian Archiv für die Sourcen verwiesen haben aber da kann
ich mich auch täuschen.

Ein Beispiel für Binaries ohne Sourcen ist die Beta von Lindows und die
werden auch gerade ziemlich dafür angefeindet.

Ich hoffe mal das war nicht allzu falsch und hilfreich.

        thomas


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