Autor: Christian Weisgerber (naddy_at_mips.inka.de)
Datum: 09. Aug 2002
Wenn schon Michael Lestinsky, der es besser wissen müsste, unerklärliche
Ängste vor NFS-Mounts hat...
Also. NFS ist zustandslos. Wenn der Server rebootet wird, dann sind
während dieser Zeit natürlich keine Zugriffe auf diese Dateisysteme
möglich (sie blockieren), aber sobald er wieder da ist, geht es
weiter. Ohne neu zu mounten, transparent, einfach so. Oft genug
kann man sich einen Automounter einfach sparen.
Clientseitig gibt es drei in diesem Zusammenhang interessante
Optionen (bei BSD; für Linux, Solaris, usw. konsultiere man die
dortige Dokumentation):
bg (-b)
Im Hintergrund mounten. Wenn der Mount scheitert, dann wird ein
Hintergrundprozess abgesetzt, der es weiterhin versucht. Sehr
praktisch, wenn nach dem Stromausfall der Client schneller hoch
kommt als der Server, aber nicht wegen einem unwichtigen Datei-
system blockieren soll.
intr (-i)
Unterbrechbar. Wenn Zugriffe hängen, weil der Server fahnenflüchtig
ist, dann sind sie mit einem Signal (z.B. SIGINT, vulgo ^C)
unterbrechbar.
soft (-s)
Weicher Mount. Ist der Server nicht erreichbar, wird irgendwann
aufgegeben und der Zugriff bricht mit einem Fehler ab. Default
ist ein harter Mount, wo der Zugriff so lange blockiert, bis der
Server sich wieder meldet.
Natürlich muss man sich Gedanken machen, was passiert, wenn der
Server weg ist, und NFS hat seine Mack^H^H^H^Hsemantischen Eigenheiten.
Aber um die Musiksammlung mehreren Rechnern zugänglich zu machen
reicht es allemal.
Und wer auch im freundlichen Netz von Angst geplagt ist, der kann
überlegen, ob ein Readonly-Mount für die Anwendung nicht völlig
ausreichend ist.
-- Christian "naddy" Weisgerber naddy_at_mips.inka.de
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