Re: Fragen zu xBSD

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From: Michael Lestinsky (michael_at_lestinsky.de)
Date: 01. Jul 2002


Am 01.07.'02 schrieb Wolfgang Grosch:
> a) xBSD benutzt ja standardmässig als Dateisystem UFS.
> - Wie stabil ist es, wenn der Rechner abstürzt wie z.B. durch
> einen Stromausfall?

Bisher problemlos, dank Softupdates. (Solange einem der Write-Cache der
Platten keinen Strich durch die Rechnung macht. In FreeBSD wird aber
gerade an Ata-Tags gearbeitet. Und soweit ich das verstehe ist das das von
Scsi bekannte Tagged Command Queueing. Damit kann man den WC wohl ohne
nennenswerte Verluste bei der Schreibperformance abschalten. Der Code ist
inzwischen auch in RELENG_4, ich kam aber noch nicht dazu ihn ausführlich
zu testen. Erwähnen sollte man vielleicht auch, dass dies nicht bei allen
Platten unterstützt wird (derzeit wohl nur einige IBM DTLA, IC35L und ein
paar WDC-Platten).

> - Kann es auch auf einem Notebook installiert werden?

Ja, aber schau vielleicht in die Listen der als funktionierend markierten
Geräte bei den jew. BSDs, damit es keine bösen Überraschungen gibt.

> - Ist UFS ein Journaling Filesystem?

Nein, Softupdates werden aber als "Journal Next Generation" gehandelt.

> b) Durch die auswählbare Unterstützung von Linux-Programmen ist
> es eigentlich möglich, jedes Linux-Programm auszuführen?
> (Beispiele: arkeia, samba, netatalk, scribus, etc.)

In der Theorie ja. In der Praxis bin ich z.B. an TSM in der Linux-Emu von
OpenBSD gescheitert. Lust hatte ich keine, das zu debuggen. Jetzt nehme
ich Dump.

Aber Netscape4 oder Staroffice laufen recht problemlos.

> c) USB-Hotplugging?
> (Beispiel: Externe Festplatte mit USB-Anschluss an Notebook
> dranhängen)

In Ermangelung anderer Geräte: bei Mäusen ja. BTW war NetBSD das IIRC
überhaupt erste freie Betriebssystem mit einer Unterstützung für USB.
FreeBSD und OpenBSD haben dann recht schnell nachgezogen.

Was bei FreeBSD (aus meiner Sicht) etwas eleganter gelöst ist: Es gibt
einen usbd, der Veränderungen am US-Bus beobachtet und beliebige Programme
ausführen kann:

<snip source=/etc/usbd.conf>
# The entry below starts and stops dhclient when an ethernet device is inserted
# Caveat: It does not support multiple interfaces (but neither does pccardd,
# it shouldn't be too big a deal :-)
#
device "USB ethernet"
        devname "[ack]ue[0-9]+"
        attach "dhclient ${DEVNAME}"
        detach "killall dhclient"
</snip>

> d) Ports? Sind das nun Programmsammlungen jeglicher Art oder
> grundlegende Systemprogramme?

Das Basissystem ist nicht in den Ports, sondern separat verteilt. Die
Ports sind im wesentlichen eine Sammlung von Bauanleitungen für _externe_
Software, die nicht zum Basissystem gehört. Gekoppelt ist das Ganze an
eine Paketverwaltung.

Die Bauanleitung ist dabei in Form von Makefiles realisiert. Du wechselst
einfach in das Verzeichnis des Wunschports und sagst "make install".

Technisch ist der OpenBSD-Portsbaum dem FreeBSD-Portsbaum gegenüber
fortgeschrittener, die Gründe dafür habe ich IIRC hier bereits einmal
geschrieben. Andererseits ist der FreeBSD-Portsbaum größer.

> e) Aktualisierungen? Sucht sich das xBSD die Updates selbst, oder
> muss ich ihm sagen, welche und wo?

Das Update läuft üblicherweise nicht über Binaries, sondern aus den
Sourcen. Das ist, wenn man die vorhandene Dokumentation beachtet, weitgehend
problemlos. Magrathea läuft z.B. unter OpenBSD und wurde 2.7 -> 2.8 -> 2.9
-> 3.0 -> 3.1 aus den Sourcen geupdated. Zaphod unter FreeBSD 4.4 -> 4.5
-> 4.6.

"Wenn man weis was man tut" geht dies auch remote, also ohne Console.

> f) Welches xBSD für Datei- und Druckserver in einer Druckerei
> (s.u.) mit Mac- und PC(Win)-Clients? Mac's sind ohne MacOS X,
> ergo mit OS 9.x; PC(Win)-Cients (mal sehen, wann ich diese
> rausschmeisse) mit Win NT und Win2K. Ach ja, ein Win95 ist auch
> noch "leider" dabei (wg. EpsonRIP).

Hmm, Samba sollte eigentlich auf allen 3 "gängigen" BSDs laufen, zumindest
unter OpenBSD läuft es definitiv. Wie druckt eigentlich ein Mac? Notfalls
halt über BSD-Lpr, Unterstützung dafür sollte es doch für so ziemlich jedes
System geben.

Bye
Michael

-- 
"Matrimony isn't a word, it's a sentence."


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