TALK: Film: Resident Evil

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From: Christian Weisgerber (naddy_at_mips.inka.de)
Date: 15. Mar 2002


Ich bin gerade aus dem Kino (Broadway, Landstuhl) zurück, wo ich
mir _Resident Evil_ angesehen habe. Ein Heidenspaß.

Der Film basiert irgendwie auf dem gleichnamigen Videospiel, das
ich nicht kenne, das aber, der Leinwandfassung nach zu urteilen,
ein Abklatsch von Doom sein muss.

Den Film kann man grob als _Aliens_ trifft auf _Night of the Living
Dead_ zusammenfassen. Überraschenderweise handelt es sich um eine
deutsch-britische Koproduktion, Bernd Eichinger hat seine Finger
drin, hauptsächlich in Berlin gedreht, digitale Effekte von einer
englischen Firma. Europäisches Autorenkino ist das allerdings nicht.

Inhalt: Die böse, nahezu allmächtige Firma Micros--pardon, Umbrella,
unterhält ein riesiges verstecktes unterirdisches Labor, "The Hive",
in dem illegale Forschung durchgefÜhrt wird. Durch Sabotage wird
ein militärisches Virus freigesetzt. Eine Kommandoeinheit wird los-
geschickt die Lage vor Ort zu klären. Dabei gabelt man u.a. noch
Alice (Milla Jovovich) auf, deren genaue Verstrickung in die ganze
Sache sich erst im Laufe des Films klärt. Im Labor stößt die wackere
Truppe auf Fallen, Scharen von zu menschenfressenden Zombies mutiertem
ehemaligem Personal, und entlaufene Züchtungen der weniger kuscheligen
Sorte. Es folgt ein allgemeines Gemetzel mit deutlichem Schwund bei
allen Parteien.

_Resident Evil_ ist in der Tat nichts anderes als ein auf die
Leinwand gebrachtes Shoot 'Em Up, aber wirklich gut gemacht.
Regisseur Paul W.S. Anderson bringt wie schon bei _Event Horizon_
eine gute Gänsehautatmosphäre rüber, rasende Action wie in einer
Achterbahn, in optimalem Tempo. Besondere darstellerische Finesse
war wohl nicht gefragt, aber im Gegensatz zu Billigproduktionen
wirken alle in ihren Rollen glaubhaft. Die Gestaltung ist aufwendig,
mit Liebe zum Detail - man beachte die Herstellerinschrift der in
Zeitlupe fallenden Patronenhülse.

Girl Power. Der Film setzt hauptsächlich Milla Jovovich und Michelle
Rodriguez als Ripley und Vasquez^W^W^Wdie mysteriöse Alice und als
Mitglied der Kommandoeinheit in Szene. Die Männer (auch ganz knackige
Exemplare) fallen da schwer ab. Ich kann mich normalerweise für
Jovovich nicht erwärmen, aber hier ist sie echt schnuckelig. Liegt
vielleicht daran, dass sie inzwischen erwachsen ist.

Es gab einmal eine Zeit, da wurden bei dieser Sorte Film Frauen als
Dekoration, Opfer, und um am Ende dem männlichen Helden in die Arme
zu fallen mitgeschleift. Inzwischen dürfen sie ganz selbstverständlich
auch die Führung übernehmen, Männern mit bloßer Hand das Genick
brechen, oder markig von sich geben, dass sie nach Ende der Mission
erst einmal vögeln wollen. Ich weiß ja nicht, wer die Zielgruppe
dieses Films ist, aber es sollte mich wundern wenn 15..25/männlich
da nicht an erster Stelle stehen würde. Anzunehmen, dass hier kein
feministisches Frauenbild vermittelt, sondern gezielt der Geschmack
der Zielgruppe angesprochen werden soll. Da hat sich einiges getan.

Man hat wenig Gelegenheit darauf zu achten, aber ich fand auch den
Soundtrack sehr gelungen. Zur Eröffnung gibt es noch harmlos-hübsche
Synthi-Musik - ich weiß nicht, ob die auf der des Spiels basiert,
aber sie klingt wie ein Mod -, die Action begleiten dann sehr
schnelle, harte, hämmernde Töne.

Fazit: Wenn man sich mit dieser Sorte Film anfreunden kann, dann
hat man hier ein gelungenes und sehenswertes Examplar.

»Geheimer« Spielplan in Landstuhl diese Woche:

Fr 18:00 20:30 23:00
Sa 17:45 20:30 23:00
So 17:45
Mo/Di/Mi 18:45 20:45

-- 
Christian "naddy" Weisgerber                          naddy_at_mips.inka.de


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