[infotelefon.garfield@gmx.de: Freie Software - Veranstaltung in Mannheim 4.12.]

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From: Markus Demleitner (msdemlei_at_cl.uni-heidelberg.de)
Date: 22. Nov 2001


FYI -- kennt jemand diesen Stefan Merten?

    Demi

----- Forwarded message from Infotelefon Garfield <infotelefon.garfield_at_gmx.de> -----

Date: Thu, 22 Nov 2001 14:09:37 +0100 (MET)
From: Infotelefon Garfield <infotelefon.garfield_at_gmx.de>
To: lesezirkel.regional_at_domeus.de
Subject: Freie Software - Veranstaltung in Mannheim 4.12.
X-Mailer: SMRmail -tiscon AG Infosystems

Terminankündigung:
Stefan Merten referiert zum Thema: Bringen GNU/Linux und Co uns einer

neuen Gesellschaft näher?. Diese findet am 4.12.01 um 19.30 im Cafe Filsbach
( J6, 1)/Mannheim

statt.

Text zur Veranstaltung:

Bringen Gnu/Linux und Co uns einer neuen Gesellschaft
näher?
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von Stefan Merten <smerten_at_oekonux.de>

"Freie Software" - was ist das eigentlich?
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Spätestens seitdem Linux-bezogene Firmen an den Börsen für diverse
Hypes gesorgt haben, ist der Begriff Freie Software in aller Munde.
Was aber hat es mit diesem Phänomen, das von manchen auch als
Open-Source-Software bezeichnet wird, eigentlich auf sich?

Um eine gemeinsame Diskussionsgrundlage zu schaffen, wird der Vortrag
zunächst herausarbeiten, was Freie Software charakterisiert und wie
und in welchem Umfeld Freie Software hergestellt wird. Er schätzt die
steigenden kommerziellen Einflüsse auf Freie Software ein und zeigt
Perspektiven Freier Software auf.

Das Besondere an Freier Software
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Freie Software wird immer bekannter dafür, daß mit ihrer Hilfe der
sichere und streßfreie Betrieb von Computern zum Nulltarif möglich
ist. In den Prinzipien der Entwicklung Freier Software steckt aber
noch viel mehr Potential.

Nach der Erläuterung der Oberflächenphänomene geht der Vortrag daher
auf einige tieferliegende Prinzipien Freier Software und ihrer
Herstellungsweise ein. Freie Software läßt sich gegen Waren und
einfache Hobbies abgrenzen. Daß sie einen so durchschlagenden Erfolg
hat, liegt einerseits an der individuellen Selbstentfaltung der
EntwicklerInnen, die den zentralen Motor für die stürmische
Entwicklung bildet. Andererseits macht die massenhafte Verfügbarkeit
digitaler Kopien und in der Folge des Internets Freie Software erst
möglich.

Der Weg in die "GPL-Gesellschaft"
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Diese Selbstentfaltung verweist auf einen neuen Typ der
Produktivkraftentwicklung im ausgehenden Kapitalismus, der das
Potential hat, die gesamte Gesellschaft zu revolutionieren und in eine
neue Formation zu transformieren - die GPL-Gesellschaft. Dazu steht
eine Ausweitung der Prinzipien der Entwicklung Freier Software auf
andere Güter an.

Naheliegend ist zunächst die Ausdehnung der Idee auf andere,
digitalisierbare Informationsprodukte. Ein Beispiel dafür ist die
MP3-kodierte Musik, die z.B. über Napster zur Verfügung gestellt wird.
Aber auch Versuche der Übertragung der Prinzipien der Entwicklung
Freier Software auf materielle Güter sind schon auf dem Weg. So
versucht das OSCar-Projekt ein Freies Auto zu entwickeln.

Diese Anfänge, die in der kapitalistischen Produktion selbst bereits
angelegt sind, zeigen wie die gesamte produktive Basis der
Gesellschaft in eine neue, beFreite Form überführt werden können.
Freie Software ist letztlich die herangereifte Keimform, die eine
emanzipative Überwindung des Kapitalismus auf dem erreichten Stand der
Technik seit langem erstmals wieder als Möglichkeit aufscheinen läßt.

Perspektiven
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Zwar können im heutigen Stadium der Entwicklung noch keine Prognosen
abgegeben werden, über utopische Elemente einer solchen
GPL-Gesellschaft zu spekulieren, ist aber erlaubt. Ausgangspunkt jeder
Spekulation muß dabei die perspektivische Überwindung des
Profitprinzips und damit der Verwertungslogik und letztlich der
Arbeitsgesellschaft schlechthin sein. Ein kurze, utopische Geschichte
wird eine Illustration dessen geben, was vorstellbar ist.

Was kann nun jedeR von uns tun, um diese Entwicklung zu begünstigen
und weiter voranzutreiben? Neben Möglichkeiten die
Freie-Software-Bewegung zu unterstützen, kann Bewußtsein geschaffen
und gemeinsam weiter nachgedacht werden. Nicht zuletzt können Freie
Projekte auf den Weg gebracht werden, die den Leitgedanken der Freien
Software verpflichtet sind.

Vita
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Stefan Merten (Kaiserslautern) arbeitet als Diplom-Informatiker und
engagiert sich seit vielen Jahren auf vielfältige Weise in der
politischen Szene. Im Sommer 1999 gründete er das Projekt Oekonux
[http://www.oekonux.de], in dem er sich als Maintainer betätigt. Das
Projekt Oekonux diskutiert u.a. die Fragen, die in diesem Vortrag
behandelt werden. Die präsentierten Gedanken sind zum Großteil dort
entwickelt
worden.

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