Re: Webradio & DSL ?

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From: Raphael H. Becker (beckerra_at_rumms.uni-mannheim.de)
Date: 17. Nov 2001


Andreas Fiesser wrote:
> Kann das hier jemand bestätigen, oder liegt das an meinem Standort,
> der offenbar DSL-technisch etwas problematisch ist ?

Welcome to the Real World[tm]

Wenn irgendwo "768k" draufsteht, dann heisst das, dass die Verbindung
bis zum Provider/Vermuttling auf Layer 1 mit 768 kBit laeuft (wenn
ueberhaupt).

Beim Provider laufen dann sagen wir mal 20 Leitungen mit je 768k auf,
macht in der Summe was um die 15MBit. Natuerlich (das waere
betriebswirtschaftlich voellig absurd) geht es auf dem gemeinsamen
Uplink nicht mit 15MBit weiter, sondern mit sagen wir mal 4 MBit. Das
faellt weiters nicht auf, wenn die angeschlossenen Leitungen ab und zu
Datendurchsatz erzeugen, denn ueber die Zeit gerechnet sollte es
vollkommen ausreichen und wenn nicht, gibt es halt ganz kurze
Verzoegrungen, bis 2 gleichzeitig ankommende Pakete nacheinander ueber
den Uplink raus sind. Ich rede hier von Verzoehrungen im niedrigen
ms-Bereich, nicht was man normalerweise direkt "merkt".

Nun gibt es da eine seltsame Mode, sich seinen eigenen Uplink zu Hause
mit Muell vollzukleistern (das selbe, was man auch bekommt, wenn man
Radio oder TV einschaltet um Schwachsinn zu konsumieren) und es werden
immer mehr Leute, die sowas machen. Das hat den unangenehmen Effekt,
dass alle Leitungen permanent bis an die Kapazitaetsgrenze ausgelastet
sind und dann Flaschenhaelse beim Provider auftreten. Die Folge ist,
dass es zu erheblichen Verzoegerungen kommen und damit ab einem gewissen
Grad zu einem erheblichen Paketverlust. Paketverlust wird von tcp durch
ein erneutes Versenden von verlorenen Paketen ausgeglichen, was das
Problem nicht gerade verringert.

Greift man nun auf "weit entfernte" Server zu, die vielleicht 15 oder 20
HOPs entfernt liegen, dann kann es schonmal passieren, dass so eine
Verbindung einfach "stirbt", auch wenn TCP es noch nicht wahrhaben will.
Die Folge sind "haengende" Verbindungen ("stalled"). Bei FTP-Downloads
kann man das oftmals sehr schoen sehen .. der schlaeft ein und bricht
man ihn ab und startet ihn neu, dann gibts eine "frische" Verbindung,
die wieder schneller ist.

Eine Verbindung stirbt schneller, je "weiter" der Server weg ist und je
intensiver eine der dazwischenliegenden Leitungen an der Grenze gefahren
werden.

Gruss
Raphael Becker

PS: An der Uni-Mannheim wurden letztens saemtlche inbound-Ports fuer die
Wohnheimnetzte dicht gemacht um FileSharing zu unterbinden ...
vermutlich (ich wohne nicht mehr dort) duerfte es in absehbarer Zeit
mehr T-DSL-Kunden in den Wohnheimen geben ... was das Problem nur nach
ausserhalb der Uni verlagert.

PPS: DAUersauger!

-- 
Nur ein Gerücht ist übrigens die Meldung über die neuen Brot-Chips in
den Imacs, den neuen Atari-Brotkisten. 
                              gefunden auf www.assoziations-blaster.de


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