Re: Partitionen

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From: Christian Weisgerber (naddy_at_mips.inka.de)
Date: 03. Apr 2001


Hans-Guenter Weigand <hgw_at_d1906.inka.de> wrote:

> [Beschreibung OpenBSD/i386-Disklabel]

NetBSD handhabt das auch so. Abweichungen:
- BIOS-Partitionstyp 0xA9.
- 'd' hat auch eine besondere Bedeutung: Es umfasst die ganze BIOS-
  Partition.
- Bislang wurden nur acht Partitionseinträge im Disklabel unterstützt,
  das ist erst kürzlich im Entwicklungszweig auf 16 erweitert worden.

Ich denke, das ist noch dasselbe Format wie 386BSD, nur dass jenes
Partitionstyp 0xA5 hatte.

> Das mit den slices kommt von FreeBSD.

Bei FreeBSD ist das auch anders. Eine BIOS-Partition wird dort als
"Slice" bezeichnet. Auch hier liegen BSD-Disklabel und -Partitionen
wieder in einer BIOS-Partition (Typ 0xA5). Das Label hat maximal
acht Einträge, Sonderfunktion haben nur 'a' und 'c', und andere
BIOS-Partitionen werden darin nicht erfasst. Stattdessen spiegeln
sich alle Slices im Devicenamen wieder. Hagüs Beispiel der vierten
BIOS-Partition für BSD wäre da0s3, die BSD-Boot-Partition darin
entsprechend da0s3a. Damit kann FreeBSD auch mehrere BIOS-Partitionen
für sich verwenden.

FreeBSD kann mit Slices arbeiten, weil es 32-Bit-Device-Nummern
hat. OpenBSD hat nur 16-Bit-Device-Nummern, je acht Bit für Major
und Minor Number. Die Major Number bezeichnet sowas wie SCSI-Block-
bzw. Rawdevice. Die Minor Number muss Geräte- und Partitionsnummer
beinhalten, für die je vier Bit reserviert sind => maximal 16 Platten,
mit je maximal 16 Partitionen. Bei NetBSD wird das auch so sein.
FreeBSD hat 8 Bit für Major-, 24 Bit für Minor-Device-Nummern (9 Bit
Gerät, 5 Slice, 3 Partition, 7 frei).

Traditionell kennt FreeBSD auch eine "dangerously dedicated"
Partitionierung von Platten, bei der erst gar keine BIOS-kompatible
Partitionstabelle auf der Platte liegt, sondern gleich ein BSD-
Disklabel. Dieses Verfahren wird allerdings allmählich aus dem
Verkehr gezogen, weil manche moderne BIOSe damit nicht klar kommen,
und es unfein ist, auf einer Plattform nicht das vom Hersteller
(IBM!) spezifizierte Partitionierungsformat zu verwenden.

FreeBSD/alpha hat auch keine Slices, sondern verwendet dieselbe
Partitionierung wie Tru64, und das ist direkt ein BSD-Disklabel.

> BTW, Bezeichnungen wie 'hda1' bezeichnen Linux-Devices. Die Devices
> heißen bei Open- und NetBSD bei einer SCSI-Platte dann sd0a, sd0c, usw.
> für die gepufferten, und rsd0a, rsd0c, usw. für die ungepufferten
> Devices.

FreeBSD hat bei 3.0 auf eine neue SCSI-Schicht ("CAM") umgestellt,
und dabei auch die traditionellen Devicenamen geändert:

    sd (Scsi Disk) -> da (Direct Access device)
    st (Scsi Tape) -> sa (Sequential Access device)

Außerdem hat FreeBSD seit 4.0 keine Blockdevices mehr und man hat
deren alte Namen auf die Rawdevices übertragen. Die Namen mit
'r'-Präfix sind nur noch Kompatibilitätslinks und werden bis 5.0
hoffentlich ganz verschwinden. Im devfs sind sie schon weg.

-- 
Christian "naddy" Weisgerber                          naddy_at_mips.inka.de


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