From: Christian Weisgerber (naddy_at_mips.inka.de)
Date: 09. Oct 2000
Ich habe heute zum ersten Mal OpenBSD/i386 installiert. Was gibt es zu
berichten? Nicht viel.
Das System war von Hardware
- P55TP4N mit Pentium-100, 64M
- ATI Xpert_at_Work
- Adaptec 2940W (ahc)
- EtherExpress 100 (fxp)
- Soundblaster 64PCI (eap)
- 4.3G SCSI HDD
und Konfiguration
- komplette Platte für OpenBSD
her von sich aus schon unproblematisch.
Die umfangreiche Installationsanleitung habe ich mutig erst gar
nicht gelesen. (Nicht nachmachen.) Bootdiskette erzeugt, und los
gings. Durch die Installation führt ein einfaches Shellskript, das
informative Texte und Eingabeprompts mit sinnvollen Defaults
abwechselt. Das ist alles klar und verständlich. Es bietet nicht
den optischen Schick einer mit dialog(3) geschriebenen oder gar
graphischen Oberfläche, aber funktionell ist es völlig gleichwertig.
Wer natürlich mehrere Betriebssysteme über mehrere Festplatten
verteilt hat, und dann irgendwie noch OpenBSD mit dazuwürgen will,
der wird wohl nicht um ein Lesen und Verstehen des mitgelieferten
halben Dutzends Texte herumkommen, die die Rube-Goldberg-Maschine
des PC-BIOS-Bootkonzepts beschreiben. Für mich war das mit einem
Do you want to use the *entire* disk for OpenBSD? [no] yes
erledigt. Der Rest sollte eigentlich niemanden, der auch nur den
Hauch einer Chance haben will, ein Unix-System sinnvoll zu verwalten,
ins Schwitzen bringen.
Die eigentliche Installation habe ich per FTP ausgeführt, von einem
Rechner hier im LAN auf den ich vorher das entsprechende i386-Verzeichnis
von ftp.de.openbsd.org abgelegt hatte. Bug: Ein FTP-Passwort, das »&«
enthält, verwirrt das Skript. Offenbar wurde eine Variable nicht
gequotet. Das werden wir für 2.8 noch korrigieren. :-)
Installation abgeschlossen, Kiste neu hochgefahren, klappt. Der
Kernel erkennt die vorhandene Hardware. Ganz nützlich ist die
Man-Page afterboot(8), die diverse Dinge listet, die man auf einem
frisch installierten System noch anpassen/einrichten möchte.
Was soll ich noch sagen? Es läuft. ppp.conf von der FreeBSD-Büchse
rüberkopiert (beide Systeme verwenden dieselbe Userland-PPP-
Implementierung von Brian Somers), einen caching-only named
eingerichtet (BIND4), und damit funktioniert die Kiste als Dialup-PPP-
Router.
Außerdem habe ich jetzt einen vielfach schnelleren Rechner, als
die alte SPARCstation IPX, mit der ich mich bisher rumgequält habe,
um an OpenBSD selbst bzw. an den Ports zu werkeln.
-- Christian "naddy" Weisgerber naddy_at_mips.inka.de
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