SuSE-Eval-CDs (was: Re: SuSE 7.0)

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From: Raphael H. Becker (beckerra_at_rumms.uni-mannheim.de)
Date: 19. Sep 2000


Hi Michael,

Michael Burkhard wrote:

> Ich finde, daß so eine CD Version für den normalen Gebrauch durchaus
> ausreicht.
>
> Ich habe hier auch eine SuSE 6.4 Evulation von einer "PC Professional"
> laufen. Ich habe über die Zeit dann noch ca. 40 weitere Pakete vom
> FTP-Server geladen, um ein voll funktionstüchtiges System und die von mir
> benötigeten Programme zu bekommen.

Stimmt, das Grundsystem + ein paar Goodies sind auf der Eval-Cd drauf
und das System ist somit technisch gesehen voll funktionsbereit (sollte
so sein).

Trotzdem finde ich die SuSE-Eval-CDs sehr problematisch, weil viele
Leute _ohne_ Handbuch an die Distribuion rangehen, was dann unweigerlich
zu Frsut führt, sowohl beim enttäuschten Anfänger, als auch bei den
unzähligen Usenet-Bewohnern, die in den Augen der Anfänger sowas wie
eine Hotline darstellen.

Gerade SuSE hat so viele zusätzliche Eigenschaften gegenüber der "Reinen
Lehre[tm]" (sprich: ungepatcht), daß auch das Studium von
Original-READMEs und ~-manpages oft nicht zum Ziel führt (weils einfach
nicht mehr passt).

Das gilt vor allem für Hardware (bzw Kernelmodulen) und für den gesamten
Boot-Apparat (Verflechtungen von etlichen Scripten, die sich alle
irgendwie gegenseitig aufrufen oder auch net ... oft abhängig von
irgendwelchen test-Abfragen (" test irgendwas && sonstwas || auch net"),
die man als Laie nur schwer verstehen kann und bei denen man auch als
Fortgeschrittener nur staunt ... zumal manche Startscripte, wenn sie
manuell aufgerufen werden, sich anders verhalten, als wenn sie beim
Hochfahren aufgerufen werden und solche Späße) ...

Wenn man innerhalb des unbekannten Boot-Apparates von SuSE irgendwelche
eigenen Sachen baut (zB nach irgendwelchen generischen Anleitungen),
dann stören die sich hinterher entweder mit dem Bootapparat, oder werden
beim nächsten Lauf von SuSEConfig überschrieben; das sind immer die
Probleme, die erst uU Tage oder Wochen später mal auftreten und bis
dahin alles glatt gelaufen ist.
Ich erinnere mich so an diverse Netzwerkgeschichten zB wo mir ne
Remote-Maschine nicht mehr hochgekommen (offline) ist, weil bei 'nem
BasisUpdate mal eben die Kernelmodule für die Netzwerkkarte in der
/etc/conf.modules auskommentiert wurden ... auf diese Idee muß man ja
erstmal kommen :-(

Im Handbuch sind solche Sachen wenigstens teilweise erklärt, jedenfalls
findet man hier Step-by-Step-Anleitungen, in denen steht was man wie wo
wann macht oder besser läßt :-)

Als Basis-Update sind die CDs aber gut (sofern man den
Update-Mechanismus von SuSE überhaupt irgendwie positiv finden kann).

An sich finde ich die SuSE einsteigergerecht, solange nichts schiefgeht
... aber wenn man "unter die Haube" kuckt, dann braucht man hier länger,
um die Zusammenhänge komplett zu sehen als zB bei der von mir
favorisierten Slackware, die mit einer Handvoll Bootscripten auskommt,
die sich linear hintereinander weg aufrufen ("sourcen").

Wie "komplex" das bei debian(+Derivate) und/oder RedHat(+Derivate) ist,
kann ich nicht sagen, eine Meinung hierzu würde mich ja schonmal
interessieren.

Lange Rede, kurzer Sinn: SuSE-Eval-CDs gehören _NICHT_ in Anfängerhände,
weil das Handbuch hier meistens fehlt und im Selbststudium das nur sehr
schwer zu lernen ist. Zum "mal eben reinschnuppern" ist sie auch ok,
aber mehr nicht.

Gruß
Raphael "5.1, 5.2(Update), 5.3, 6.0, 6.1" Becker


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