Re: Quoting und Freundlichkeit

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From: Michael Lestinsky (michael_at_zaphod.rhein-neckar.de)
Date: 01. Aug 2000


Am 01.08.'00 schrieb Juergen Roethig:
> Michael Lestinsky wrote:

Hallo Jürgen und alle anderen,

> > Beispiel-Policy-Vorschlag:
> > - Wer auf der Liste flamet oder andere Personen beleidigt bekommt 50
> > Kamele Minus/Artikel
> > - Spelling-Flames, Quoting-Flames und X-Mailreader-Flames kosten
                ^^^^^^ ^^^^^^ ^^^^^^
[1]
> > 100 Kamele/Artikel
> > - ...
> > - Unaufgeforderte ausführliche Referate zu Themen aus EDV und
> > (Natur-)Wissenschaft werden mit max. 50 Kamelen Haben belohnt.
> > - Bei mehr als 100 Kamelen Soll bekommt man eine Verwarnung und bei
> > mehr als 150 Kamelen wird man von der Liste gekickt.
> > - Minus-Kamele verfallen nach einem halben Jahr.
> >
> > Das wäre allerdings eine rigorose Methode mit einem administrativen
> > Overhead.
>
> Na, das ist doch endlich mal ein sinnvoller Vorschlag und derart einfach
> zu realisieren - wir halten einfach eine hinreichend grosse Kamelherde
> und verteilen die einzelnen Exepmlare (vielleicht sogar per EMail?)

Das "Kamel" war eine beliebig gewählte Einheit, die nicht unter dem
Gesichtspunkt der Praltizierbarkeit gewählt wurde. Schließlich gibt es
ja noch keinen RfC für ein "Simple Camel Transfer Protocol" beim/vom
IETF. :-)

Nein, im Ernst: Die vorher von mir vorgeschlagene Policy ist nicht nur
unter "Kamel-Gesichtspunkten" unpraktikabel, sondern insbesondere,
weil wohl keiner sich anmaßen will zu entscheiden, ab wann eine Mail
wirklich ein Flame ist, die Grenzen zwischen Flame und Nicht-Flame
sind IMO verschwommen.

Bei diesem Vorschlag ging es nicht um die direkte Praktizierbarkeit,
sondern als Zusammenfassung dessen, was ich (und wohl viele andere
auch) als störend empfinden.

> Und im Ernst: Sind wir hier im "Kindergarten" oder gar auf einem
> "indischen Bazar"? Da wird der "Umgangston" auf der Liste kritisiert
> (und solche Kritik ist natuerlich vollkommen ok, allerdings nur dann,
> wenn man dabei nicht auf die falschen Umgangsformen hinweist, die beim
                                                      ^^^^^^^^
siehe oben: [1]
                                                      
> unsachgemaessen Handling mit EDV-Werkzeugen entstehen, wie z.B. falsches
> Quoten - letztere Kritik ist schliesslich OT und unerwuenscht), es wird

[2] Es geht nicht um die Hinweise als solches, sondern um Flames.
Es besteht doch ein "kleiner" Unterschied zwischen einem Hinweis und
einem Flame.

> ueberwiegenden Teil "sachbezogen" beigetragen habe), und dann macht der
> Vereinsvorsitzende einen "Kamelvorschlag" und keiner protestiert,
> stattdessen sogar vereinzelte "Bravo-Rufe"! Ist das ("Einfuehrung von

Ich hatte die "Bravo-Rufe" im Kontext zur zuvor von mir genannten
"Zurückhaltung" und nicht in Kamel-Kontext verstanden. Insofern
stimmten die Positionen der beiden Schreiber ja mit deiner zum Thema
"Zurückhaltung" überein.

> > Denn
> > wenn einer _offensichtlichen_ Mist schreibt, dann können sich alle
> > anderen auch im Stillen ihren Teil dazu denken und gegebenenfalls ihre
> > Filter entsprechend anpassen. Sachdienliche Hinweise sollten dann auch
> > nur an den entsprechenden Schreiber gehen.
>
> Und das funktioniert nicht! Wenn jemand "Mist" auf der Liste verzapft
> (beispielsweise fuer ISDN eine "Fritz Karte PCI classic (ohne PNP)"
> empfiehlt) und niemand wuerde auf der Liste widersprechen, dann gibt es
> sicher viele, die diesen "Mist" auch noch glauben (und dann womoeglich
> versuchen, eine solche Karte kaeuflich zu erwerben, aber dabei
> natuerlich erfolglos bleiben muessen, weil es diese Karte gar nicht
> gibt), und das passiert, egal wie "offensichtlich" der "Mist" auch immer
> sein mag. Aber dieses unwidersprochene Verbreiten von (fachlichem)
> Unsinn kann ja nicht wirklich der gewuenschte Effekt einer Liste zum
> Thema "Unix und Konsorten" sein!

Damit hast du recht. Ich habe nicht präzise genug unterschieden,
welche Form von Mist ich meine, davon gibt es reichlich.

Ich denke, dass niemand etwas dagegen hat, wenn fachliche Fehler
korrigiert werden, ich wünsche mir dies sogar bei Aussagen
meinerseits.

Aber du wirst sicherlich gestehen, dass hier ab und an auch mal Mails
landen, die man sicherlich unkommentiert lassen könnte. Wenn man dann
nicht jeden "Troll" gleich "füttert", dann entstehen diese Probleme doch
garnicht.

> Und dasselbe gilt auch fuer die "Umgangsformen": Ich moechte nicht mit
> dem "Mist" in Verbindung gebracht werden, den andere hier auf der Liste
> verzapfen, nur weil ein dritter nicht in der Lage ist, richtiges Quoting
> zu beherrschen, und mir ein entsprechendes Zitat faelschlicherweise
> untergeschoben hat!

Das ist auch dein gutes Recht. Siehe [2].

> Mir
> scheint aber, dass nicht besonders viele der hier mitdiskutierenden
> Teilnehmer sich ihre "Elaborate" vor dem Abschicken wirklich noch einmal
> durchlesen, sonst koenten nich so file Faeler pasiren (was neben Form
> und "primaerem" Inhalt auch falsche Rechtschreibung, Grammatik, Syntax,
> Interpunktion und unklare Semantik betrifft).

Zur Rechtschreibung gibt es sicherlich Tools, die man in den
Mailclient integrieren kann (z.B. ispell). Diese Tools sind aber auch
nicht immer ganz eindeutig. Oftmals fehlen ja gar gerade die Wörter,
bei denen man sich selbst nicht sicher ist.
Zur Grammatik: die ist nun wirklich nicht jedermanns Stärke. Die
Fehler die hier gemacht werden, werden auch in jedem anderen sozialen
Umfeld gemacht. Trotzdem werde ich keinen dafür "anmachen". Wenn
Missverständnisse oder Vieldeutigkeiten auftauchen, dann nehme ich mir
aber das Recht zur Rückfrage heraus. Bei Syntax, Interpunktsion und
Semantik verfahre ich analog.
Ansonsten: Siehe [2].

Bye
Michael

-- 
Statisticians probably do it.


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