From: klaus.wohlfahrt_at_dinx.de
Date: 10. Jul 2000
Hallo, Christian!
------Originalnachricht-----
Von: naddy_at_mips.inka.de (Christian Weisgerber)
An: uugrn_at_linuxbbs.org
Betreff: Re: Zeilenedition mit vi
Datum: 09 July 2000 22:15
~/.inputrc wird von der readline-Bibliothek ausgewertet, die außer von
der bash auch von anderen Programmen benutzt wird. Dies geschieht
ganz automatisch und muss nicht von /etc/profile o.ä. gesteuert werden.
Danke für den Hinweis! Vielleicht gilt das ja auch für /etc/inputrc.
Solche Konfigurationspräferenzen setzt man ohnehin nur für den eigenen
Benutzer und nicht global, schließlich ist so eine Unix-Büchse ein
Mehrbenutzersystem.
Schon, aber meine "Kiste" habe ich ganz für mich allein und konfiguriere
deshalb meine Präferenzen gern global, so dass ich die gleiche Umgebung
vorfinde, ob ich nun in ~ oder aber - gelegentlich - als root arbeite. Als
Konsequenz kann ich dann Dateien wie ~/.bash_profile und ~/.bashrc
einsparen. Ist doch schön, dass Linux so vielseitig ist - oder?
Da du immer nur Einzelmessages ohne jeden Bezug in die Liste tippst,
Sorry!
war das etwas umständlich, aber ich habe deine alten Mitteilungen
nachgelesen und kann das Problem nicht nachvollziehen. »set -o vi«
setzt in jede POSIX-Shell (also auch bash) den Zeileneditor auf
vi-Modus.
Ja, wenn man in jedes xterm-Fenster "set -o xterm" neu eintippen wollte!
Indem ich diese Zeile früher zusammen mit einigen Aliassen in /etc/profile,
später in /etc/bashrc setzte, habe ich das automatisiert. Dazu etwas zur
Geschichte: Früher - etwa in Red Hat Linux 3.0.3 (Picasso) oder in Turbo
Linux 2.0 (Okinawa) war es noch üblich, Aliasse und Funktionen einfach an
/etc/profile anzuhängen. Bei TurboLinux 3.6 (Miami) stand dort einleitend,
diese Dinge gehörten in /etc/bashrc (oder in ~/.bashrc) - und am Schluss
fanden sich gleichwohl einige Aliasse! Eine entsprechende eMail an TL im
August 1999 ergab die Antwort: "Guilty as charged! This is a bug. It should
not have happened. Sorry. We will fix it in the next major product update."
Ich wüsste nicht, dass sich da etwas geändert hat, aber du könntest
mal mit einem Vergleich der bash- bzw. readline-Versionen anfangen.
Es muss sich schon etwas geändert haben; denn die Zeile "set -o vi" etwa
am Ende von entweder /etc/bashrc oder auch ~/.bashrc blockiert in den
Distributionen mit 2.2.x-Kernen (und jedenfalls in RHL 6.2 und in Caldera
Open Linux eDesktop 2.4) die Edition von Kommandozeilen zumindest in
der Weise, dass vorhergehende Kommandos nicht mehr erreichbar sind,
und jedenfalls so, dass nicht im vi-Stil editiert werden kann. Setzt man
übrigens jene Zeile *in Anführungszeichen* dorthin, so erhält man die
Fehlermeldung: "set -o vi": Command not found. Nach der manpage von
bash ist das allerdings ein eingebautes Kommando - aber vielleicht von
readline statt bash! Wie dem auch sei: In /etc/inputrc ist die Zeile "set
editing-mode vi" effektiv.
Freundlichst,
Klaus Wohlfahrt <klaus.wohlfahrt_at_dinx.de>
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