Re: Mini-Linux auf 20MB?

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From: Raphael H. Becker (beckerra_at_rumms.uni-mannheim.de)
Date: 05. Jun 2000


Juergen Roethig wrote:

> > Ich habe (für mich) festgestellt, daß es sinnvoll ist. Gründe hierfür
> > sind unter anderem: keine Netzwerkkarte, kein CD-ROM
>
> Soweit standen die "Gruende" schon in den bisherigen EMails zu diesem
> Thread ... trotzdem bleibt die Frage, warum soll noch eine "komplette"
> Distribution auf die Platte, wenn schon eine andere vorhanden ist und
> wenn Plattenplatz offenbar sehr knapp ist? "keine Netzwerkkarte, kein
> CD-ROM" liefern _dafuer_ wahrlich _keine_ Gruende ...

Für Dich nicht. Das steht hier aber nicht zur Diskussion.
 
> > (kann notfalls per
> > Parport angebunden werden), nur temporär ein Floppylaufwerk (ansonsten
> > nehm ich den Platz lieber, um den 2. Akku einzubauen).
>
> ... aber das ist hier neu. Das waere als Begruendung gegen eine
> "Ein-Floppy-Distribution" deutlich hilfreicher gewesen als die bislang
> genannten!

Ich habe das vorher nicht genannt, weil es schlichtweg uninteressant für
die Frage ist, welche Distribution sich auf eine 20MB-Partition
installieren lassen (besodners weil die meisten One-Disk-Distributionen
speziell für Diskless ausgelegt sind). Ich habe ausdrücklich gesagt, daß
eine Floppy-Distribution nicht in Frage kommt, jedenfalls so lange sie
sich nicht dauerhaft auf die Platte installieren läßt.
 
> > Die einzige Art des Datenaustauschs wäre also (temporär) Floppy oder
> > PLIP.
> > PLIP von Bootdisketten zu starten ist extrem aufwendig, besonders wenns
> > mal schnell gehen muß.
>
> Nur "PLIP"? Serielle Schnittstelle hat das Notebook keine? Und (nein,
> ich kenne PLIP nicht - ich hatte noch nie in Betracht gezogen, eine

PLIP schafft ca 3/4 MBit (in der Größenordnung), jedenfalls deutlich
mehr als man mit 115 kBps erreicht (nein, ich habe noch keine der
>200kBps-TTYS).
PLIP ist Kernelspace, d.h. man lädt es ähnlich wie ein
Netzwerkkartentreiber, nur daß man anstelle eines eth# ein plip#-Device
bekommt, auf das man ifconfig loslassen kann.

> _Druckerschnittstelle_ fuer irgendetwas anderes als den ihr zugedachten
> Zweck, dem Ansteuern eines _Druckers_, zu missbrauchen)

Das hat naddy mal auf einem Treffen so gesagt, ja.
Prinzipiell seh ich das genauso, aber es wäre nicht Linux, wenn es nicht
auch unkonventionelle Lösungen gäbe. bei 3 Rechnern mit /dev/lp0 und nur
einem Drucker bleiben 2x /dev/lp0 übrig, die man bequem als
Point-to-Point-Verbindungen nutzen kann.

Ja, ein CD-ROM (mit durchgeschliffenem LPT-Port) ist in der Tat
schwachsinn, aber es ist gut wenn man eins hat und es (als einzige
Alternative) nutzen kann, wenn man es will.

> so "aufwendig"
> kann doch ein "Starten von PLIP" nicht sein - ein passendes Shell-Skript
> sollte sich auch fuer so etwas schreiben lassen, und dieses Skript passt
> sicher auch noch auf die Ein-Floppy-Linux-Boot-Diskette ...

stimmt. Auf gewöhnlichen Bootdisketten ist das Modul aber nicht
integriert.

<Sinn und unsinn von Rettungssystemen>

> > reichhaltig ausgestattetes Linux ist die Unvorhers[eh|ag]barkeit von
> > Problemen.
>
> Als einziger Grund gegen solch ein System (mit RAM-Disk) wurde vor
> dieser EMail der "geringe" RAM-Bereich von "nur" 20MB genannt, und
> dieses Argument ist (zumindest was das mir bekannte tomsrtbt betrifft)
> _Schwachfug_.
   ^^^^^^^^^^
Das ist natürlich ein echtes Argument.

<tomrtbt und seine reichhaltige Ausstattung bei geringem
Ressourcenverbrauch>

Darum gehts nicht.
 
> > Ich habe mit verschiedenen Mini-Distributionen rumexperimentiert ...
> >
> > ... tomsrtbt fiel schon aufgrund der Tatsache aus, daß mein
> > Laptop-Diskettenlaufwerk offenbar Probleme mit >80 Spuren hat
> > (Schreib/Lesefehler), die Disketten sind neu und lassen sich in meinem
> > normalen Rechner problemlos hochformatieren.
>
> Also gut, das ist ein zweites brauchbares Argument gegen ein von mir
> vorgeschlagenes (und offenbar auch schon von Dir in Betracht gezogenes)
> System ...

Ich habe mich im Vorfeld mit dem Thema beschäftigt, bevor ich hier
gefragt habe. Da habe ich auch One-Disk-Linux-Systeme probiert. SOnst
hätte meine Frage gelautet "Wer kann mir ein gutes Rettungssystem auf
Bootdisks empfehlen".

> > Ich habe keinen konkreten Anwendungsfall definiert. Einzige Anforderung:
> > ein von Platte aus bootfähiges Linux auf eine 20MB-Partition (siehe
> > Subject). Der Rest sind Erklärungen und Beispiele.
>
> "kein konkreter Anwendungsfall"? Es war konkret zu lesen:
>
> > Die 20MB hab ich extra für ein Rettungssystem bestimmt, weil der Laptop
> > weder Netzwerkkarte noch CD-ROM hat und eine Installation ohne
> > entsprechende Verbindung äußerst mühsam von Diskette zu starten ist).
> > Das System sollte nur grad die notwendigsten tools haben, um Netzwerk
> > per PPP/SLIP/PLIP anzusprechen (also alle möglichen Kernelmodule zum
> > Thema Netzwerk), mount ... telnet, rsh/ssh ... eben das, was man im
> > Notfall so gebrauchen könnte.
>
> Ist _das_ ("Rettungssystem", "Netzwerk anzusprechen", "im Notfall
> gebrauchen") etwa _kein_ Anwendungsfall?

Es war eine Umshreibung/ein Beispiel und eine Minimalanforderung.
 
> > Und nein, eine typische One-Disk-Distribution ist eben nicht geeignet
> > für eine selbstbootende Linux-installation (wohl hab ich aber gelesen,
> > daß es welche geben soll, die man auf Festplatte clonen könnte).
>
> Was, bitte, ist eine "selbstbootende Linux-Installation"? Wenn ein

EIne Distribution, die Daten auf die Platte wirft, die jederzeit (zB mit
LILO) bootbar ist. Dazu gehört ein auf der Platte liegender Kernel
genauso wie die Unabhängigkeit von einer Bootfloppy.

> "von Hand einzutippen". Also nochmal: _Was_, oder besser, _ist_ _das_
> _keine_ "selbstbootende Linux-Installation"?

siehe oben.
 
> Vielleicht waere es hilfreich, wenn man hier eine Frage stellt, auf die
> man eine ernsthafte und sinnvolle Antwort erwartet, dass man die
> _relevanten_ Fakten und (bereits in Betracht gezogenen) _relevanten_
> Argumente auffuehrt, anstatt irgendwelche Partitionstabellen lang und

Du warst es doch, der Fakten wollte. Wenn ich sage "20M" dann erwarte
ich im Allgemeinen nicht eine Diskussion übder den Sinn und Unsinn von
Bootdisketten.

> breit zu eroertern oder sich ueber die mangelnden Einbaumoeglichkeiten
> einer "9GB-USCSI-Platte mit doppelter Bauhoehe in einen Laptop" zu
> beklagen ...

Du schaffst es erfolgreich, vom Thema abzulenken und Smileys (es war ein
";-))") zu ignorieren.

Ich melde mich zu diesem Thema wieder, wenn ich enteder

a) hier einen konstruktiven Beitrag dazu lesen darf

oder

b) falls ich es selbst herausgefunden habe und hier eine Zusammenfassung
von Problemstellung und Problemlösung posten kann.

Zu a): es gab hier (auch per PM) einige sehr hilfreiche Antworten, danke
dafür.

Gruß
Raphael Becker

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