From: Juergen Roethig (jroethig_at_gmx.de)
Date: 03. Jun 2000
"Raphael H. Becker" wrote:
>
> Juergen Roethig wrote:
> >
> > ... wozu dann nochmal ein zweites (kleines) Linux auf die Festplatte?
>
> Ich habe (für mich) festgestellt, daß es sinnvoll ist. Gründe hierfür
> sind unter anderem: keine Netzwerkkarte, kein CD-ROM
Soweit standen die "Gruende" schon in den bisherigen EMails zu diesem
Thread ... trotzdem bleibt die Frage, warum soll noch eine "komplette"
Distribution auf die Platte, wenn schon eine andere vorhanden ist und
wenn Plattenplatz offenbar sehr knapp ist? "keine Netzwerkkarte, kein
CD-ROM" liefern _dafuer_ wahrlich _keine_ Gruende ...
> (kann notfalls per
> Parport angebunden werden), nur temporär ein Floppylaufwerk (ansonsten
> nehm ich den Platz lieber, um den 2. Akku einzubauen).
... aber das ist hier neu. Das waere als Begruendung gegen eine
"Ein-Floppy-Distribution" deutlich hilfreicher gewesen als die bislang
genannten!
> Die einzige Art des Datenaustauschs wäre also (temporär) Floppy oder
> PLIP.
> PLIP von Bootdisketten zu starten ist extrem aufwendig, besonders wenns
> mal schnell gehen muß.
Nur "PLIP"? Serielle Schnittstelle hat das Notebook keine? Und (nein,
ich kenne PLIP nicht - ich hatte noch nie in Betracht gezogen, eine
_Druckerschnittstelle_ fuer irgendetwas anderes als den ihr zugedachten
Zweck, dem Ansteuern eines _Druckers_, zu missbrauchen) so "aufwendig"
kann doch ein "Starten von PLIP" nicht sein - ein passendes Shell-Skript
sollte sich auch fuer so etwas schreiben lassen, und dieses Skript passt
sicher auch noch auf die Ein-Floppy-Linux-Boot-Diskette ... und im
uebrigen verstehe ich auch nicht, wie einem im Falle eines "Notfalls",
und den sehe ich nach den hier bislang ausgetauschten Argumenten am
ehesten darin, dass (eine) vorhandene Installation(en) nicht bootbar
ist/sind, eine Netzwerkkarte oder ein Zugriff ueber PLIP/SLIP/PPP helfen
sollte - Partitionen und einzelne fehlerhafte Boot-Dateien repariert man
immer noch am besten an der Konsole (auf die man ja auch Zugriff haben
muss, wenn man von verschiedenen auf der Festplatte zur Verfuegung
stehenden Installationen beim Bootvorgang eine auswaehlen muss). Und
wenn der "Notfall" gar darin besteht, dass die gesamte Festplatte ihren
Geist aufgegeben hat (das soll vorkommen!), dann hilft eine zweite
bootbare Installation auf derselben Festplatte rein gar nichts!
> > Gerade als solche "Notfall-" bzw. "Rettungssysteme" sind die gleich am
> > Anfang verworfenen "Ein-Floppy-Distributionen" ausgelegt, und da zaehlt
> > der Einwand mit RAM-Disk und "nur" 20MB Hauptspeicher nun wirklich nicht
>
> nee, verworfen hab ich die nicht, ich habe lediglich (für mich)
> festgestellt, daß ein Rescue-System auf einer unabhängigen Partition
> sinnvoll ist. Ein weiteres Argument _für_ ein halbwegs autonomes und
> reichhaltig ausgestattetes Linux ist die Unvorhers[eh|ag]barkeit von
> Problemen.
Als einziger Grund gegen solch ein System (mit RAM-Disk) wurde vor
dieser EMail der "geringe" RAM-Bereich von "nur" 20MB genannt, und
dieses Argument ist (zumindest was das mir bekannte tomsrtbt betrifft)
_Schwachfug_. Diese Ein-Floppy-Distributionen laufen meist mit deutlich
weniger Hardware-Ressourcen (auch Hauptspeicher) als "uebliche"
Komplett-Distributionen. Und sie sind absolut "autonom" und (was
tomsrtbt betrifft) auch unerwartet "reichhaltig ausgestattet"!
> Ich habe mit verschiedenen Mini-Distributionen rumexperimentiert ...
>
> ... tomsrtbt fiel schon aufgrund der Tatsache aus, daß mein
> Laptop-Diskettenlaufwerk offenbar Probleme mit >80 Spuren hat
> (Schreib/Lesefehler), die Disketten sind neu und lassen sich in meinem
> normalen Rechner problemlos hochformatieren.
Also gut, das ist ein zweites brauchbares Argument gegen ein von mir
vorgeschlagenes (und offenbar auch schon von Dir in Betracht gezogenes)
System ... aber lesen durfte man dieses Argument erst jetzt, und
stattdessen wurde bislang nur ein vollkommen unzutreffendes Argument
("mangelnder RAM-Speicher") aufgefuehrt (ich wiederhole mich)! Und es
gibt sicher auch andere, vergleichbare Ein-Floppy-Linux-Systeme (die ich
konkret nicht kenne und deshalb auch nichtvorschlagen kann), welche auf
die "normale" Kapazitaet einer Floppy Disk passen und nicht die
"Ueberkapazitaet" dieses Mediums ausnutzen muessen (und auch tomsrtbt
kann man sicher entsprechend "abspecken" - beispielsweise braucht ein
Notebook ohne Netzwerkkarte und SCSI-Adapter nicht die Unterstuetzung
fuer all die Netzwerkkarten und SCSI-Adapter, welche tomsrtbt per
default bietet, und damit wird auch dieses System wieder etwas kleiner).
> > Selbstbau von vorneherein sowieso als die einzige Option angesehen wird
> > und andere (genau auf den Anwendungsfall zugeschnittene und passende)
>
> Ich habe keinen konkreten Anwendungsfall definiert. Einzige Anforderung:
> ein von Platte aus bootfähiges Linux auf eine 20MB-Partition (siehe
> Subject). Der Rest sind Erklärungen und Beispiele.
"kein konkreter Anwendungsfall"? Es war konkret zu lesen:
> Die 20MB hab ich extra für ein Rettungssystem bestimmt, weil der Laptop
> weder Netzwerkkarte noch CD-ROM hat und eine Installation ohne
> entsprechende Verbindung äußerst mühsam von Diskette zu starten ist).
> Das System sollte nur grad die notwendigsten tools haben, um Netzwerk
> per PPP/SLIP/PLIP anzusprechen (also alle möglichen Kernelmodule zum
> Thema Netzwerk), mount ... telnet, rsh/ssh ... eben das, was man im
> Notfall so gebrauchen könnte.
Ist _das_ ("Rettungssystem", "Netzwerk anzusprechen", "im Notfall
gebrauchen") etwa _kein_ Anwendungsfall?
> unpassende Argumente? Wenn ich hier jeden meiner Beweggründe vorher erst
> mathematisch durchbeweisen müßte, dann wäre das eigentliche Problem,
> nämlich: "Kennt wer eine Distribution, die man lauffähig in 20MB
> reininstallieren kann" nur noch irgendwo am Rand zu lesen, darum geht es
> hier aber.
Fuer das, was als "Loesung" erfragt wurde (kleine, aber "vollwertige"
Distribution in 20MB) waren das _vollkommen_ _unpassende_ Argumente. Man
las von offenbar grossem Mangel an Festplattenplatz (weil alles auf 20MB
sollte), und dabei wurde sogar die Partitionierung der Festplatte breit
ausgewalzt und darueberhinaus als kaum aenderbar dargestellt, man las
von (fuer diesen Zweck) geradezu im Ueberfluss vorhandenem Hauptspeicher
(der aber als zu klein bezeichnet wurde), aber man las nichts davon,
dass ein Floppylaufwerk nur temporaer und darueberhinaus auch offenbar
nicht mit den bei dieser Art von Hardware ueblicherweise bestehenden
Toleranzen ("mehr als 80 Spuren lesbar") vorhanden war ... als Loesung
bot sich nach _diesen_ Argumenten ein solches Ein-Floppy-Rettungssystem
_exakt_ an!
> Und nein, eine typische One-Disk-Distribution ist eben nicht geeignet
> für eine selbstbootende Linux-installation (wohl hab ich aber gelesen,
> daß es welche geben soll, die man auf Festplatte clonen könnte).
Was, bitte, ist eine "selbstbootende Linux-Installation"? Wenn ein
Rechner ueberhaupt von Floppy gebootet werden kann, dann kann er auch
ein Ein-Floppy-Linux-System von Diskette booten, sofern sich die
Diskette im Floppy-Laufwerk befindet. Bei einem unbeaufsichtigten
"Server" kann man zu diesem Zweck einfach die Diskette im
Floppy-Laufwerk belassen, und grundsaetzlich waere das sogar bei einem
Notebook moeglich (obwohl ich vermute, dass ein Notebook im mobilen
Einsatz aeusserst selten im unbeaufsichtigten Betrieb laufen duerfte).
Es war und ist bei einem halbwegs modernen Rechner (damit bezeichne ich
in diesem Fall mindestens alles, was seit dem letzten Jahrzehnt auf den
Markt kam) praktisch nie mehr notwendig, den Bootcode an der Konsole
"von Hand einzutippen". Also nochmal: _Was_, oder besser, _ist_ _das_
_keine_ "selbstbootende Linux-Installation"?
Vielleicht waere es hilfreich, wenn man hier eine Frage stellt, auf die
man eine ernsthafte und sinnvolle Antwort erwartet, dass man die
_relevanten_ Fakten und (bereits in Betracht gezogenen) _relevanten_
Argumente auffuehrt, anstatt irgendwelche Partitionstabellen lang und
breit zu eroertern oder sich ueber die mangelnden Einbaumoeglichkeiten
einer "9GB-USCSI-Platte mit doppelter Bauhoehe in einen Laptop" zu
beklagen ...
Juergen
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