From: Christian Weisgerber (naddy_at_mips.rhein-neckar.de)
Date: 20. Apr 2000
Christian Weisgerber <naddy_at_unix-ag.uni-kl.de> wrote:
> Und dann sind wir erst einmal nach Hause gegangen.
Wie gings weiter?
Man kann Red Hat 6.2 mit der Textinstallation aufspielen, solange
man das Paket anaconda weglässt. Was auch immer es macht, wenn man
versucht es zu installieren, dann stirbt der Installer - GAME OVER.
Läuft sonst alles durch, dann scheitert die Installation von aboot,
dem Linux-Bootstrap. Damit ist die Platte nicht bootfähig. Man kann
das System aber über die CD booten und aboot mit dem Hammer nach-
installieren. Schlussendlich hat man ein grundinstalliertes System.
Damit hätten wir uns begnügen können, aber wir waren dann doch so
neugierig einmal die Installation von FreeBSD 4.0 zu versuchen.
Ich hatte das ISO-Image schon in der Nacht von LEO gezogen. 1.3MB/s
im WAN, nicht schlecht.
Gebrannt, im INSTALL.TXT geblättert, CD rein, »boot dka400«, und
nacheinander kommen Bootstrap, Kernel, und schließlich das vertraute
sysinstall hoch. Ja, was soll ich sagen. Das war ausgesprochen
unproblematisch. »Custom«-Install, beim Disklabel die Linux-
Partitionierung übernommen, alle Distribution-Sets gewählt, bei
den Crypto-Sets Kerberos weggelassen, make it so, Maschine von
ihrem 2×-CD-Laufwerk rödeln lassen, rasch noch das Netz (de0
automatisch erkannt) und ein paar Kleinigkeiten konfiguriert, Ende,
Reboot.
...
jumping to bootstrap code
Loading /boot/loader
...
Knall! Anhaltende Registerdumps von der Konsole.
Ratlosigkeit. Booten von der Installations-CD funktioniert. Der
Kernel ist derselbe. Leider weiß der von der CD gestartete loader
nichts von der Platte, so dass der Weg Bootstrap von CD -> Kernel
von Platte nicht funktioniert.
Der Verdacht richtet sich auf das Disklabel, und den um 4MB versetzten
Anfang von Partition »a«. Ein BSD-Dateisystem hat am Anfang ein
paar Sektoren Platz für den Bootstrap. Wenn der das Disklabel nicht
liest sondern das Dateisystem direkt hinter sich erwartet... Also,
noch einmal das ganze Spiel. Diesmal alle alten Partitionen löschen,
neu anlegen, alles wie gehabt. Rödeln lassen. Reboot.
YES! Kernel kommt hoch, System kommt hoch. Alten ssh_host_key wieder
eingespielt, librsintl nachinstalliert, alte XF86Config unverändert(!)
übernommen, diverser Kleinkram. Viel habe ich nicht mehr gemacht,
praktisch ist nur das Grundsystem darauf und XFree86 (XF86_SVGA)
aufgesetzt, damit man die Maschine als X-Display verwenden kann.
Ich weiß nicht, was wir jetzt mit der Büchse machen. FreeBSD wäre
mir durchaus recht, aber die Unix-AG ist sehr Linux-lastig. Um mal
zu sehen, wie das so geht, war das jedenfalls ganz interessant.
-- Christian "naddy" Weisgerber naddy_at_mips.rhein-neckar.de
Dieses Archiv wurde generiert von hypermail 2.1.2 : 11. Mar 2002 CET