RE: Mal kurz Linux auf ner Alpha installieren

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From: Frank Lorenzen (F.Lorenzen_at_gmx.de)
Date: 19. Apr 2000


On 19-Apr-2000 Christian Weisgerber wrote:
> Eigentlich wollten wir nur rasch gnocchi neu installieren.
>
> gnocchi ist eine Alpha, die bei der Unix-AG etwas vernachlässigt
> im Eck steht. Trotz des Stichworts »Alpha« ist Ehrfurcht hier nicht
> angebracht. Die Büchse ist betagt, eine AXPpci33, mit die langsamste
> Alpha überhaupt, auch wenn wir die 233MHz-Version mit 1MB Second-Level-
> Cache haben. Liegt etwa im Bereich eines i486 (int) bis i586 (float).

Hmmmm.. ich hätte da eine AS 200 4/100 dagegenzusetzen, bisher noch
keine detailierten Daten gesucht, ich weiß nur, daß die Büchse mit
100 MHz rennt, naja... schleicht.

>
> Zuletzt lief Red Hat 6.0 darauf, was nun auch nicht mehr ganz frisch
> ist. Wir wollten Mandrake 7.0 ausprobieren. In der Praxis dient
> der Rechner hauptsächlich als X11-Display (Matrox Millennium und
> 19-Zoll-Monitor).

Laut Aussage dritter soll Mandrake eine _brutalst_ grafisch aufgeblähte
RedHat sein. Vergiss es, KDE ist Standart sogar für die Installation.

>
> Irgendwann einmal hatte jemand die Konsolenfirmware durch eine
> mittlerweile entsetzlich antike Version von MILO ersetzt. Erster
> Schritt daher: Es muss wieder eine vernünftige SRM-Konsole ins
> Flash. Die kann man bei ftp.digital.com saugen. Nur, wie bekommt
> man sie jetzt in die Maschine? Eine SRM- oder ARC-Konsole um das
> Flashprogramm auszuführen ist ja nicht vorhanden. Also fwupdate.exe
> auf eine Diskette mit MS-DOS-Filesystem kopiert. Kann MILO das mit
> »run fd0:fwupdate.exe« ausführen? Natürlich nicht. Jemand meinte
> auch, dass dieser MILO eh nicht richtig auf die Floppy zugreifen
> könne. Danke.

Der MILO ähhh, moment 2.0.35-c7b der bei mir hier läuft hat das Problem
auch. Ich muß aber mal schauen, wie aktuell der noch ist.

[...]

>
> SRM erkennt das Laufwerk völlig intuitiv als Device dka400. Mandrake
> rein, gebootet, klappt. Na wunderbar. Ja, ja, OK. Was kommt jetzt?
> Dinge, die die Welt nicht braucht. Ein grafisches Installationswerkzeug.
> Schön. Knall! Tja, da terminiert es abnormal mit einem Signal 4
> (SIGILL). Wirklich, ein *funktionierendes* Installationsprogramm
> wäre uns lieber gewesen, auch ganz ohne Grafik.

<grins>

>
> Allgemeine Ratlosigkeit. Am Installationsprogramm kommt man nicht
> vorbei. Dann also doch Red Hat 6.2, obwohl uns 6.0 nicht gerade
> gefallen hat. Saugen wir rasch (~40min) ein ISO-Image aus Bayreuth.
> Inzwischen schreiben wir Chmouel eine Bugmeldung. Image ist da,
> gebrannt.
>
> Äh, wie bootet man das jetzt? Im README steht man soll auf der
> Website schauen. Dort was finden? Suchen, stochern, iterative
> Näherung durch Probieren. »boot dka400 -fi kernels/generic.gz -fl
> "root=/dev/scd0"« funktioniert dann endlich. Ein vertrauter Red-Hat-
> Installations-Bildschirm. OK, OK. Was ist das? Schon wieder eine
> grafische Installation? Dinge, die die Welt nicht braucht. Knall!
> Diesmal kommen uns sogar anhaltende Registerdumps aus den Tiefen
> von SRM entgegen. Es wäre lustig, wenn es nicht so traurig wäre.
>
> Zum Glück ist jemand da, der schon öfters Red Hat auf anderen
> Plattformen installiert hat. »Nehmt doch die Textinstallation.«
> Wie? »boot: text« finden wir irgendwo. Äh? Versuchen wir »... -fl
> "root=/dev/scd0 text"«. Ja, da ist die bekannte Red-Hat-Text-
> installation.

Man kann das noch mit >expert< kombinieren, um vorher Module zu laden.

>
> Partitionierung. Mit SRM brauchen wir jetzt ein BSD-Disklabel, die
> alte PC-Partitionierung kann nicht übernommen werden. Nix Diskdruid,
> wir wollen fdisk, dort »b«. Geht doch. Wie lasse ich jetzt ein
> Stück am Anfang der Platte für den Bootstrap frei? Im Gegensatz zu
> »disklabel -e« auf einer BSD-Maschine kann man die Offsets nicht
> direkt editieren sondern nur Zylinder von/bis angeben. Hmpf. Einen
> ganzen Zylinder, 4MB, nur für den Bootstrap? Oder an der Zylinder/
> Kopf/Sektoren-Übersetzung drehen. Besser nicht, wissen die Götter,
> was das für Konsequenzen hat. 4MB können wir entbehren.

Urgs. Da ich nur ARC kenne, kam ich mit meiner klitzekleinen DOS
Partition recht weit :-)

>
> Der Kollege macht sich über die Paketauswahl her. Die Red-Hat-Leute
> sind gestört. Berge von Gnome-Kram ab-, essentielle Netzwerkzeuge
> anwählen. Make it so. 40 Minuten lang werden Pakete von CD geladen.
> Gleich sind wir fertig... ja!... nein. Den Fehlermeldungen beim
> Abschmieren nach ist das Installationsprogramm in Python geschrieben.

Huiiii, die Python-abschmierer kenne ich nur von RedHat 6.1 obwohl
es nach dem 35.mal dann funktionierte. Weiß der Henker warum.
Die 6.2 verabschiedet sich auf meiner XL-266 grundsätzlich mit der
WIRKLICH aussagekräftigen Meldung "File not found", worauf bei der
grafischen Installation nix mehr geht. Die Textinst. stört sich aber
nicht dran, man muss es nur Bestätigen.

>
> Oh Mann. Okay, wieder CD booten, Installation durchgehen, nehmen
> wir irgendeine voreingestellte Paketauswahl. Wenn er das packt,
> müssen wir halt manuell nachinstallieren. Wenn nicht, tja. Debian?
> FreeBSD? Lassen wir es einfach über Nacht laufen und schauen am
> nächsten Morgen was Sache ist. Sechs Stunden sind genug.

Debian 2.2 ist definitiv noch sehr haarig (die Komplette AXP-Distri)
nun gut, diese Mail entsteht gerade unter 2.2 auf der AS 200, es
geht also schon.Ich habe es aber z.B. bis heute nicht geschafft
Ghostscript zur Mitarbeit zu bewegen, aber der Mensch ist ja ein
Gewohnheitstier: unter 2.1 lief es auch nicht.

>
> Und dann sind wir erst einmal nach Hause gegangen.

Amen und Prost !

> Christian "naddy" Weisgerber naddy_at_mips.rhein-neckar.de

gruss

fisch

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