From: Christian Weisgerber (naddy_at_mips.rhein-neckar.de)
Date: 05. Feb 2000
Raphael Becker <beckerra_at_rumms.uni-mannheim.de> wrote:
> Ich wüßte nicht, daß es eine Radiokarte gibt, die ein digitalisiertes
> Signal ausspuckt. Die "08/15-Standardanwendung" von Radiokarten dürfte
> wohl die Wiedergabe über Soundkarte sein, oder sonstwie analog.
Ich wusste bis zu diesem Linux-Magazin-Artikel nicht einmal von
solchen Radiokarten. Wie gesagt, ich dachte an diese weithin zum
Premiere-Schwarzsehen eingesetzten TV-Karten, von denen manche auch
einen Radio-Tuner haben. So beliebt wie diese Karten sind, sollten
hier auf der Liste eigentlich ein paar Dutzend Leute sein, die eine
haben, und etwas dazu erzählen können.
> Ist sinnvoll, denn ich denke nicht, daß Du die mp3 unterbrechungsfrei
> kodieren könntest.
Ich habe da keine Bedenken. Nils Faerber schafft mit LAME - was
sicher nicht der schnellste, mutmaßlich aber nach dem nicht
zugänglichen der Fraunhofer-Gesellschaft der beste MP3-Kodierer
ist - auf seiner AlphaPC 164SX-533 ca. 1.35-fache Echtzeit. Ich
habe hier eine 164UX-533, selbe CPU, mehr Speicherbandbreite. Mit
Compaq C-Compiler und Mathe-Libraries kann man das ggfs. nochmal
fast um den Faktor zwei nach oben schrauben.
Wie Nils in seinem MP3-Artikel im Linux-Magazin 11/99 schreibt,
ist ein übertakteter Celeron 450MHz noch schneller als seine 164SX.
MP3-Kodierung in Echtzeit liegt also mittlerweile durchaus im
Bereich des normalen PC-Besitzers.
> Frage (so aus Neugier): Könnte man nicht einen "normalen" Streamer
> dazu verwenden, Langzeitaufnahmen zu machen? Das wären dann ja so
> einige Stunden bis Tage, die man auf Band bringen könnte.
Wenn man das Verhältnis aus Bandkapazität und Datenrate für die
Bandlaufwerke der letzten zehn Jahre anschaut, dann dürfte eine
ziemlich konstante Bandlaufzeit von ein bis zwei Stunden herauskommen.
Bei halbwegs modernen Laufwerken ist die Datenrate damit viel zu
hoch, um sie mit einer Audioquelle zu erfüllen, und bei Bandlaufwerken
ist diese Geschwindigkeit (wegen der zu Grunde liegenden Bandlauf-
geschwindigkeit) eben konstant oder nur in engen Grenzen variabel.
Man könnte auf Platte aufzeichnen, und von Zeit zu Zeit die
angefallenen Daten in einem großen Happen mal kurz auf Band schieben.
-- Christian "naddy" Weisgerber naddy_at_mips.rhein-neckar.de
Dieses Archiv wurde generiert von hypermail 2.1.2 : 11. Mar 2002 CET