Re: AW: WinNT, Linux und LILO

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From: Raphael Becker (beckerra_at_rumms.uni-mannheim.de)
Date: 03. Feb 2000


Wolfgang Grosch wrote:

> >boote mal und gib "fdisk -l" ein, dann siehst Du genau, wie und wo
> >deine Partitionen auf der Platte verteilt sind.
>
> Nach Eingabe von fdisk -l bekam ich folgende Auflistung für hdb:
>
> Device Boot Start End Blocks Id System
> /dev/hdb1 1 383 3076416 83 Linux
> 2 384 400 136552+ 82 Linux swap
> 3 401 784 3084480 5 Extended
> 5 401 592 1542208+ 83 Linux
> 6 593 784 1542208+ 83 Linux
>
> hdb1 ist also / , hdb5 ist /usr und hdb6 ist /opt.

/opt ist für eine "Standardinstallation" viel zu groß bemessen, im
Vergleich dazu ist /usr zu klein.

> /opt ist aber nach Deiner Erklärung nicht sinnvoll, da /opt ja ge-symlink-t wird.

Siese Sache mit dem Symlink ist eine Praxiserfahrung die ich gemacht
habe. Ich weiß nicht, ob das irgendwo überhaupt vorgesehen ist, ich
jedenfalls mach es so und würde es auch jedem empfehlen, der /usr als
eigene Platte/Partition hat.

In Deinem Fall würdest Du ca 3GB für /usr nehmen und /opt
hineinlinken. /opt ist meiner Erfahrung nch selten größer als
vielleicht 400-500 MB oder so (und das ist schon viel):

Bei mir ist es wie folgt aufgeteilt:

rhb:/usr/opt # for X in */; do du -s $X; done
172572 Office5.1
26754 Wingz3
7 communicator-v47.x86-unknown-linux2.0
16667 explore
9699 gnome
164624 kde
0 netscape
31294 netscape4.6
31294 netscape4.61(glibc2)
33403 netscape4.7
1 virtuoso-lite
4137 www

Summe 520MB

Die ganzen Netscape-Leichen könnte ich auch mal löschen ;)

 
> >> Sorry, meine Klausuren bringen mich noch um den Verstand ;-)
> >> Natürlich meinte ich mit /root /. Lilo ist also dann in / installiert.
>
> >Ok, dann brauchst Du aber noch einen Bootloader, der von "/" aus
> >bootet, das BIOS macht das nicht von alleine.
>
> Äh, ich dachte Lilo ist dann mein Bootloader, oder kapier ich da ebbes net?

Ok, der Reihe nach:

Das BIOS lädt nach dem Selbstcheck (POST) genau die ersten 512 Bytes
von der Festplatte, und führt den Code, der sich innerhalb der ersten
446 Bytes befindet aus.

Installiert man LILO in den MBR (also nach /dev/hda), dann wird die
erste Stufe von LILO geladen und ausgeführt. Mit LILO kann man dann
auch andere OSse zB DOS, WinXY, OS/2(?) FreeBSD und so weiter booten.
Installiert man hingegen LILO in den Startsektor(??) der
"/"-Partition, dann braucht man vorher einen Loader, der "die
Partition booten" kann. Das geht zB mit dem OS/2 Bootmanager oder mit
dem Partition Magic Bootmanager.
Ich denke, das sollte auch LILO können, ich hab aber noch nie 2 LILOs
"kaskadiert" (weil einfach nicht sinnvoll).

Wenn man bereits einen NT-Bootmanager hat, dann kann man damit auch
Linux booten. Wie das geht steht im SuSE-Handbuch (ist eigentlich sehr
leicht, ich habs auf der Installparty jedoch vergeblich versucht :(

Stichwort "NT auf der Platte": Windws NT "werkelt" evtl im MBR rum und
zerstört dabei evtl den LILO (Stufe 1). Deswegen sollte man LILO von
NT aus booten und nicht umgekehrt (auch wenn das ebenfalls geht).
Genaueres steht im SuSE-Handbuch.
 
> Jetzt aber noch eine Frage. Wieso soll / nicht so gross sein? Ich dachte, da kommt das
> meiste von Linux drauf.

Nein. Die meisten Daten landen in /usr und /opt und später bei
umfangreichen spool-Verzeichnissen auch in /var. /home sollte ohnehin
auf eine Extra-Partition.

Auf meinem System ist "/" knapp unter 400 MB, davon sind im Moment 110
MB belegt.

Wenn man eine (oder mehrere) der anderen empfohlenen Partitionen nicht
anlegt, sondern direkt unter "/" ablegt, dann muß "/" entsprechend
größer sein.
 
Lies dazu auch nochmal Markus´ Meinung. Er vertritt offenbar die
andere Variante, nämlich möglichst wenig unterteilen. Der Vorteil
dabei ist, daß man nachher nicht zB 50+10+80+20 MB frei hat, sondern
eben 160 MB. In der Summe das selbe, wenn man aber versucht, ein
90MB-Paket zu installieren, dann hätte man bei mehreren Partitionen
"verloren".

Meine Meinung ist: so wenig wie möglich direkt unter "/" speichern,
denn dann mindert sich das Risiko einer Dateisysteminkonsistenz für
die lebenswichtigen Dateien (zB /sbin oder /bin oder gar /boot), wenn
das System mal resettet werden muß.
Das System muß im Notfall immer im Siungleuser-Mode hochfahren können,
damit man wenigstens die Platten/Dateisysteme reparieren kann. Wenn
"/" beschädigt ist, muß man schon etwas tiefer in die Trickkiste
greifen, zB Bootdisk oder CD-Rettungssystem.

Es ist halt immer eine Frage, ob man lieber Sicherheit oder Leistung
will.
Wer Linux nur mal ausprobieren will, der braucht nicht so auf die
Sicherheit zu achten, wer Linux plant, im täglichen Leben einzusetzen,
der sollte sich sowas halt schon genauer überlegen. Letztlich ist
alles eine Glaubensfrage.
 
> Also danke nochmals für die Hilfe und hoffe, dass Lilo dann funktioniert.

Gruß
Raphael Becker

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